Schuppen bei Katzen sind nicht nur eine unschöne Angelegenheit, sie können auch mit anderen Erscheinungen, wie z. B. Juckreiz einhergehen und Ihr Tier in seinem Wohlbefinden beeinträchtigen. Den Schuppen können verschiedene Ursachen zugrunde liegen, diese zu kennen erleichtert eine erfolgreiche Therapie.
- 14.04.2011 Verena Wiener
Ursachen für Schuppen
- Zu den Parasiten, die Schuppen auslösen können, zählen zum einen die harmloseren Cheyletiella-Milben. Sie sind nicht sehr wirtsspezifisch und können daher auch den Menschen befallen. Bei der hochansteckenden Cheyletiellose kommt es typischerweise zu leichtem bis sehr starkem Juckreiz und Schuppenbildung (mitunter sehen die Milben wie wandernde Schuppen aus, die ins Fell abgestoßen werden) v.a. an Rücken, Schultern und der Außenseite der Ohrmuscheln.
- Zum anderen kann die Katze unter Räudemilben (Notoedres) leiden. Diese können nur Katzen befallen, sind dabei aber ebenfalls sehr ansteckend. Ein Befall äußert sich durch extremen Juckreiz, der oft mit Selbstverstümmelung einhergeht, Schuppen, und dicke, gelbe Krusten insbesondere an Ohren, Kopf und Nacken.
- Die Diagnose beider Milbenarten erfolgt durch ein oberflächliches Hautgeschabsel (macht Ihr Tierarzt!).
- Pilze: Bei Katzen kommt eigentlich nur der Pilz Microsporum canis vor. Er befällt insbesondere junge Katzen, die noch keinen ausreichenden Immunschutz gegen den Pilz aufbauen konnten. Sie erkennen den Pilzbefall an den schuppigen, verkrusteten, haarlosen Veränderungen, die am ganzen Körper auftreten können. Sie sind scharf abgegrenzt, oft sehen sie aus wie kleine "Donuts", da im inneren Bereich die Haut bereits verheilt ist und Haare nachwachsen. Die betroffenen Katzen können Juckreiz haben. Ein Nachweis von Microsporum canis kann durch eine Untersuchung mit der "Woodschen Lampe" (Pilz fluoresziert) oder mithilfe einer Pilzkultur erfolgen.
So helfen Sie Ihrer Katze
Um die Schuppen erfolgreich behandeln zu können, muss die Ursache für die Schuppenbildung bekannt sein.
- Durch Milben verursachte Schuppenbildung können durch antiparasitäre Waschungen mit speziellen Shampoos oder Tauchbädern (Präparate mit dem Wirkstoff Amitraz, wie z.B. Ectodex, einmal pro Woche bis zum Abklingen der Symptome) in Kombination mit einer Injektion eines antiparasitären Wirkstoffes (Ivermectin) unter die Haut (300 µg/kg alle zwei Wochen für insgesamt zweimal) behandelt werden. Sollte durch die Milben eine bakterielle Infektion der Haut entstanden sein, muss diese mit Antibiotika therapiert werden. Bei starkem Juckreiz können Kortikosteroide (= Kortison) kurzzeitig Linderung verschaffen. Wichtig: Alle Katzen im Haushalt müssen mitbehandelt werden!
- Liegt den Schuppen eine Pilzinfektion zugrunde, sollten Sie die Katze ebenfalls shampoonieren, und mehrmals pro Woche. Shampoos sollten den Wirkstoff Miconazol enthalten (z.B. Malaseb), der von Katzen gut vertragen wird. Außerdem können die schuppenden Hautpartien mit einem Chlorhexidin-Spray behandelt werden, was auch die Verbreitung von Pilzsporen in die Umgebung eindämmt.