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Schuldtitel - Gültigkeit und Besonderheiten

Wenn Gläubiger bestimmte Fristen nicht bei der Geltendmachung von Forderungen beachten, verlieren sie schnell etwaige Ansprüche. Möchten Sie Ihre Ansprüche gegen einen Schuldner sicher durchsetzen, bietet sich die Vollstreckung an. Die Grundlage bildet ein amtlich beurkundeter Schuldtitel. Welche Vorteile hat er, wie sieht es mit dessen Gültigkeit aus?

Vollstreckbare Titel besitzen eine Gültigkeit von 30 Jahren.
Vollstreckbare Titel besitzen eine Gültigkeit von 30 Jahren.

Grundsätzlich steht ein Schuldtitel für einen Anspruch eines Gläubigers gegenüber einem Schuldner. Somit ist er eine Forderung. Welches sind häufig auftretende Formen?

Schuldverschreibungen - Schuldtitel als Wertpapier

Zum einen sind das Schuldverschreibungen. Hierbei handelt es sich um Wertpapiere im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches (§ 371 BGB).

  • Bei diesen Wertpapieren legen Sie auf der Grundlage eines Vertrages einen bestimmten Betrag an. Im Gegenzug erhalten Sie vom Schuldner für die festgelegte Laufzeit einen vereinbarten Zins.
  • Der Schuldner zahlt einen im Vergleich zu einem regulären Kredit geringeren Zins. Sie als Anleger dürfen sich an einer relativ guten Rendite erfreuen. Bekannt sind Schuldverschreibungen auch unter dem Begriff Anleihen, siehe Unternehmens- oder Staatsanleihen.
  • Die allgemeine Gültigkeit des Schuldtitels ergibt sich aus der Dauer der Laufzeit. Bei zeitweiliger oder dauerhafter Zahlungsunfähigkeit des Schuldners wird es diesbezüglich Änderungen geben. Im schlimmsten Fall ist die Geldanlage insgesamt verloren.
  • Zum anderen kann es sich bei einem Schuldtitel auch um einen sogenannten Vollstreckungstitel handeln. Dieser vollstreckbare Titel ist eine Urkunde von Amts wegen. Sie verbrieft dem Inhaber seinen Anspruch. Die Möglichkeit der Vollstreckung ist ein wesentlicher Vorteil, ein anderer die Verhinderung der Verjährung. 

Gültigkeit von Forderungen und Vollstreckungstiteln

Die Verjährung von Forderungen tritt nach kurzer Zeit in der Regel drei Jahre ein. Die Frist gilt beispielsweise für Forderungen des Handwerkers oder des Handels, für Ansprüche zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber oder für Mietforderungen einschließlich Nebenkosten.

  • Da sie immer nur zum 01. Januar beginnen kann, ergibt sich unter Umständen eine tatsächliche Verjährungsdauer von drei bis vier Jahren. In einigen Fällen sieht der Gesetzgeber zudem längere oder kürzere Verjährungsfristen vor.
  • Die Verjährung lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen unterbrechen. Der Fall wäre das, wenn der Schuldner seiner Schuld ausdrücklich zustimmt oder eine Teilzahlung leistet.
  • Besitzen Sie einen vom Gericht erlassenen Schuldtitel, können Sie die Verjährungsfrist auf 30 Jahre ausdehnen. Dieser Titel bildet zudem die Grundlage für die Vollstreckung Ihrer Forderung mithilfe eines Gerichtsvollziehers.

Für die Mehrzahl der Forderungen müssen Sie eine Verjährungsfrist von drei Jahren beachten. Wenn Sie einen Schuldtitel mit einer Gültigkeit von 30 Jahren erlangen möchten, müssen Sie das Gericht einschalten, um eine rechtskräftige Entscheidung / Urteil / Vergleich herbeizuführen.

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