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Schufa - Scorewert und Liste verständlich erklärt

In Deutschland werden Sie kaum eine Bank finden, die Ihnen einen Ratenkredit genehmigt, ohne dass sie vorher eine Schufa-Auskunft eingeholt hat. Zu den Mitgliedern der Schufa gehören Banken und viele weitere mit Kreditvergaben oder kreditähnlichen Geschäften befasste Unternehmen. Alle diese Mitgliedsunternehmen erfassen Daten und geben sie auf Listen zur Schufa weiter, die die Auswertung vornimmt und einen Scorewert für jeden erfassten Kunden erstellt.

Der Besitz von Kreditkarten wird von der Schufa erfasst
Der Besitz von Kreditkarten wird von der Schufa erfasst

Wer an Kunden Kredite vergibt oder Sachen auf Finanzierung verkauft, möchte sich vor dem Geschäft über seinen Partner informieren. Die Schufa teilt einem Kreditgeber mit, welche Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsausfall besteht.

So gut wie jeder deutsche Erwachsene ist bei der Schufa auf der Liste erfasst

  • Die Kürzel Schufa steht für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Auf der Liste der Schufa befinden knapp 60 Millionen Deutsche mit weit über 300 Millionen gespeicherten Kreditinformationen. Erfasst werden unter anderem die Inhaber von Girokonten, Besitzer von Leasingverträgen, Käufer von Vertragshandys sowie Kreditkarteninhaber und Kreditnehmer. 
  • Zu den gefürchteten Minuspunkten kommt es unter anderem bei geplatzten Krediten, Privatinsolvenzen und Offenbarungseiden. Erst nach drei Jahren kann eine Löschung vorgenommen werden. Voraussetzung ist, dass die Schulden getilgt sind. Das Verfahren dauert daher eine ganze Weile. Erst kommt es zum Negativeintrag bei der Schufa, dann irgendwann zur Schuldenzahlung und dann erst beginnt die Frist von drei Jahren, bis eine Löschung möglich ist. 
  • Bei der Schufa gibt es keine Listen, wo von Kunden der Kontostand, Geldanlagen, das Einkommen oder der Arbeitgeber erfasst werden. 

Scorewert für Verbraucher mit nicht ganz sauberer Ermittlung

Allerdings belässt es die Schufa bereits seit 1996 nicht mehr dabei, nur Daten zu verwalten, sie nutzt bis zu 90 weitere Kundendaten, wenn eine Bonitätsprüfung ansteht.

  • Das Ergebnis der Bonitätsprüfung ist ein bestimmter Scorewert. In die Bonitätsprüfung fließen das Alter des Kunden, Kreditanfragen und die Anzahl seiner Kreditkarten ein. Mit jeder Kreditanfrage beziehungsweise einem zurückgezogenen Kreditantrag vermindert sich sein Scorewert. 
  • Nach fünf Kreditanfragen vermindert sich eine Topbewertung des Kunden von A auf E. Dabei hat er keinerlei schädliches persönliches Verhalten an den Tag gelegt. Der schlechteste Wert ist übrigens ein M. 
  • Damit sich Kunden anhand der Scorewerte selbst einschätzen können, ob sie Kreditanforderungen erfüllen können, hat die Schufa eine einheitliche Zuordnung zu mehreren Risikokategorien vorgenommen.
  • So  findet sich unter anderem die Risikokategorie sehr geringes Risiko (97,5 Prozent), zufriedenstellendes bis erhöhtes Risiko (90 bis 95 Prozent) und sehr hohes Risiko (50 bis 80 Prozent). Ein sehr kritisches Risiko besteht bei weniger als 50 Prozent. 

Die Schufa nimmt regelmäßige Aktualisierungen der Bonitätseinstufungen vor, sodass sich ein Scorewert auch positiv oder eben negativ verändern kann. Scorewerte werden je Kunde für jede Branche unterschiedlich festgelegt. Die Risiken in der Baufinanzierung sind andere als beispielsweise beim Versandhandel oder Mobilfunkvertrag.

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