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Schriftsteller: Studium ja oder nein? - mögliche Wege zur Schriftstellerei

In Amerika kann man es schon lange studieren, in Deutschland ist es seit einigen Jahren auch möglich: Die Rede ist vom Kreativen Schreiben. Es soll jungen Menschen, die gerne Schriftsteller werden möchten, das handwerkliche Rüstzeug an die Hand geben. Doch braucht man überhaupt ein Studium, um Autor zu werden, oder gibt es auch andere Wege?

Ein Schriftsteller wie Schiller zu werden, ist nicht jedem gegeben.
Ein Schriftsteller wie Schiller zu werden, ist nicht jedem gegeben. © hum / Pixelio

Schriftsteller werden - ein dorniger Weg

Von einer Schriftsteller-Karriere träumen viele, vergönnt ist sie nur wenigen.

  • Thomas Mann und Hermann Hesse waren weder im Besitz eines Abiturs noch eines Studiums, dafür aber eines Literaturnobelpreises. Ein Studium ist also nicht unverzichtbar, wenn man als Autor Erfolg haben möchte, dafür ein paar andere Dinge, in erster Linie ist dies eine entsprechende Begabung. Egal ob Sie amüsante Bestseller für Frauen produzieren wollen oder anspruchsvolle Literatur, das nötige Talent für Ihr Genre brauchen Sie immer, denn auch wer nur leichte Unterhaltung sucht, muss gefesselt und bei der Stange gehalten werden.
  • Neben der Begabung brauchen Sie Durchhaltevermögen, denn der Erfolg, so er überhaupt kommt, kommt nicht über Nacht, nur wer Glück hat, findet früher oder später einen Verlag und kann von der Schriftstellerei einigermaßen leben. Wenn das literarische Schreiben Ihr Beruf werden soll,  müssen Sie sich also klarmachen, dass Sie wahrscheinlich von vergleichsweise geringen Einnahmen leben und häufig nebenher jobben müssen, das gilt insbesondere für Lyriker, die nur in den seltensten Fällen vom Schreiben leben können.

Ein Studium und weitere mögliche Wege zum Autor

Wer trotz aller Schwierigkeiten sein Glück als Autor versuchen möchte, hat mehrere Möglichkeiten.

  • Seit ein paar Jahren bieten einige deutsche Hochschulen ein Studium in Kreativem Schreiben an, dazu gehören beispielsweise die Universitäten Hildesheim und Leipzig. "Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus" heißt der Studiengang in Hildesheim, "Literarisches Schreiben" jener am Deutschen Literaturinstitut der Uni Leipzig. An beiden Einrichtungen finden Eignungsprüfungen statt, nur wer hier eine gewisse Begabung zeigt, hat die Chance, angenommen zu werden. Da das notwendige handwerkliche Rüstzeug unverzichtbar ist, kann ein solches Studium durchaus hilfreich sein, denn die Studenten lernen in zahlreichen Schreibübungen, literarische Texte zu verfassen. Eine Garantie, als Schriftsteller ein Auskommen zu finden, ist ein Bachelor oder gar Master in Kreativem Schreiben jedoch nicht, auch sehen manche Experten die Gefahr eines auf diese Weise erlernten Schreibens nach Schema F und damit einhergehend einer weniger vielfältigen Literaturlandschaft. 
  • Eine andere Möglichkeit ist ein Studium der Germanistik, Anglistik, Romanistik oder eines anderen philologischen Faches. Viele renommierte Autoren, so zum Beispiel Ingo Schulze, Arno Geiger oder Brigitte Kronauer haben ein philologisches Studium absolviert, ebenso erfolgreiche Unterhaltungsschriftsteller wie Amelie Fried oder der vor einigen Jahren verstorbene Dietrich Schwanitz. Wenn es mit dem Schreiben nicht klappt, haben Sie zudem mit einem solchen Abschluss andere berufliche Optionen.  
  • Ein weiterer Weg ins Autorenleben führt über die Teilnahme an Schreib- und Literaturwettbewerben, egal ob Sie Akademiker sind oder nicht. Neben Listen im Internet, die nahezu sämtliche Wettbewerbe aufzählen, veranstalten auch Städte häufig Literaturwettbewerbe. Es empfiehlt sich also, dass Sie sich in Ihrer Heimatstadt und in den umgebenden Städten nach solchen Wettbewerben erkundigen. Mit den ersten Wettbewerbsteilnahmen können Sie auch Erfahrungen für weitere Wettbewerbe sammeln und eventuell einmal einen Preis gewinnen, der zu weiteren Kontakten und vielleicht zu einem ersten bescheidenen Verlagsvertrag führt.     
  • Auch renommierte Internetseiten wie literaturcafe nehmen Texte zur Kritik an und veröffentlichen einige davon, inklusive der Kritik. Dies setzt voraus, dass Sie eine solche annehmen können und sich damit auseinandersetzen. Hilfreich können in diesen Fällen vor allem auch die Kontakte sein, die sich daraus eventuell ergeben, sodass mit etwas Glück ein vorsichtiger Einstieg in den Literaturbetrieb gelingen kann. Über den ersten Abdruck eines Gedichts oder einer Kurzgeschichte in einer Anthologie entsteht dann möglicherweise mehr.
  • Last but not least sei noch gesagt: Auch wenn es nur in absoluten Ausnahmefällen gelingt, so haben einige Schriftsteller, beispielsweise die Krimi-Autorin Anna Maria Schenkel, doch bewiesen, dass es nichts schaden kann, wenn man sich zu Hause einfach mal ans Schreiben macht und sein - natürlich ausgefeiltes - Manuskript bei möglichst vielen Verlagen einreicht. Manchmal wird es doch tatsächlich gelesen und angenommen. 

Wer sich nicht von vorneherein abschrecken lassen möchte, hat also ein paar Möglichkeiten, den Weg in das Dichterdasein zu suchen.

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