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Schön antik - Vintage-Porträts mit Ölfarbe malen

Sie mögen einen gewissen Vintage-Touch bei Kunst? Dann können Sie Ihre Ölfarbe etwas zweckentfremden und sepiafarbene Porträts von Ihren Lieben, von berühmten Personen oder den Models alter Fotografien anfertigen. Der Farbton und die sehr feinen und detaillierten Möglichkeiten dieser Technik lassen ganz besondere Porträts entstehen.

Mit Sepiaölfarbe gelingen wunderschöne Porträts im Vintage-Look.
Mit Sepiaölfarbe gelingen wunderschöne Porträts im Vintage-Look.

Was Sie benötigen:

  • Ölfarbe in Sepia
  • Blatt Elefantenhaut
  • dünner Borstenpinsel
  • breiterer Borstenpinsel
  • Pinselreiniger
  • Bleistift
  • Geodreieck

So gelingt die Vorzeichnung

Während Sie normalerweise bei Ölfarbe noch Ausbesserungen vornehmen können, wenn diese getrocknet ist, verzeiht sie bei der hier vorgestellten Technik keine Fehler. Es ist daher wichtig, dass Sie vor dem Farbauftrag eine gute Vorzeichnung anfertigen.

  • Sie können die Vorzeichnung frei Hand mit einem harten Bleistift vornehmen. Schattieren Sie grob und mit wenig Druck auch die größeren Schattenbereiche, um zu sehen, ob auch mit den Schatten noch alles stimmig ist. Dann radieren Sie alle Schatten und unwichtigen Linien wieder weg. Was stehen bleibt, ist eine zarte und möglichst sehr spartanische Bleistiftzeichnung.
  • Wenn Sie mit dem Freihandzeichnen noch nicht so geübt sind, können Sie über Ihre Vorlage ein Raster legen und dieses dann - an den Maßstab Ihres Bildes angepasst - auf das Blatt Elefantenhaut übertragen. So haben Sie viele Bezugspunkte, an denen Sie sich beim Zeichnen des Porträts orientieren können. In diesem Fall brauchen Sie auch keine Schatten einzuzeichnen, da das Anfertigen einer Zeichnung mithilfe eines Rasters kaum Fehlerquellen birgt.

Das Porträt in Sepia

Sepia ist eine wunderschöne Farbe, um damit Porträts im Vintage-Look anzufertigen. Außerdem passt dieser Farbton gut zum warmen Ton der Elefantenhaut (Elefantenhaut ist ein stärkeres Papier, das an Pergament erinnert). Wählen Sie eine Ölfarbe in Künstlerqualität, da die Studienqualität manchmal einen weniger warmen Ton aufweist.

  1. Zunächst fertigen Sie die Vorzeichnung wie oben beschrieben an. Dann beginnen Sie mit dem Farbauftrag. Dazu nehmen Sie einen trockenen Borstenpinsel, den Sie mit sehr wenig Ölfarbe versehen. Versuchen Sie zunächst einige Probestriche auf einem extra Blatt, wobei etwas Farbe wieder vom Pinsel abgenommen wird. Die Kunst liegt darin, mit teilweise verschwindend geringen Farbmengen am Pinsel zu arbeiten, um die Übergänge möglichst weich hinzubekommen.
  2. Arbeiten Sie nun zunächst die mittelhellen Bereiche aus. Wenn der Pinsel kaum noch Farbe enthält, können Sie mit ihm die hellen Bereiche zeichnen. Die hellsten Bereiche werden gar nicht gemalt - hier nimmt der Ton der Elefantenhaut die Rolle der Farbe ein. Sie können den Borstenpinsel richtig ins Papier reiben - so werden die Übergänge am sanftesten.
  3. Malen Sie dann die dunkleren und definierteren Bereiche - die Augen, die Nasenlöcher, den Ohrenknorpel, eventuell die Lippen. Die dunkelsten Bereiche erhalten einen normaldicken Farbauftrag - dunkler als der Ton Ihrer Sepiaölfarbe kann es aber nicht werden.
  4. Zum Schluss malen Sie die Haare. Bei einfachen glatten Haaren gelingt dies recht einfach. Beginnen Sie mit einem halb deckenden Farbauftrag und lassen Sie dabei glänzende Stellen aus. Mit etwas mehr Farbe malen Sie dann die dunklen Bereiche. Bei Locken empfiehlt es sich, vorher mit dem Bleistift für jede Locke die Richtung der Haare zu skizzieren, damit Sie deren Verlauf mit dem Pinsel folgen können. Wenn Sie haben, können Sie für die Haare auch einen gefächerten Borstenpinsel nehmen, es geht aber auch ohne.

Weitere Tipps zum Gelingen

  • Malen Sie die die weniger detaillierten und weichen Bereiche mit einem dickeren Borstenpinsel, zum Beispiel der Stärke 10 für ein DIN A 4-Blatt. So verteilt sich die Farbe mehr in den Borsten und der Farbauftrag wird noch nuancierter. Sie können den Pinsel bei schmaleren Bereichen auch um 90 Grad drehen, sodass die Auflagefläche kleiner wird.
  • Wer zwar mit Pinsel und Farbe gut umgehen kann, sich aber scheut, die Vorzeichnung frei Hand oder mit einem Raster anzugehen, kann auf einen Leuchttisch zurückgreifen. Dazu legen Sie eine Glasplatte auf zwei kleine Böcke und darunter eine Lichtquelle (keine Kerze). Die Elefantenhaut ist dünn genug, dass Sie nun Ihre Vorlage, die dazu die richtige Größe haben muss, auf dem Leuchttisch durchpausen können.
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