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Schneiderkreide - Verwendungsanleitung

Der böse Wolf kriegt eine schöne Stimme, weil er sie frisst, Caspar David Friedrich läßt auf Rügen seine Models darauf sitzen - und an der Wandtafel quietscht sie manchmal unerträglich - die Kreide. Ob das mit der Stimme nun so ein guter Rat ist, sei dahingestellt - aber eine andere Märchenfigur kann sie tatsächlich nicht missen. Das tapfere Schneiderlein nämlich. Ohne Schneiderkreide wären er und alle anderen seiner Zunft nämlich aufgeschmissen.

Vor dem Schneiden kommt das Anzeichnen.
Vor dem Schneiden kommt das Anzeichnen.

Jemandem, der selbst schneidert, muss man die Verwendung von Schneiderkreide nicht erklären, aber Sie lesen ja hier, um sich erst einmal zu informieren, was Sie alles so brauchen, wenn Sie das Schneidern mal ausprobieren möchten, stimmt's? Dann sei Ihnen gesagt: ja, Schneiderkreide gehört unbedingt zur Grundausstattung.

Wie Schneiderkreide benutzt wird

  • Mit Schneiderkreide markieren Sie Linien und Umrisse auf Ihren Stoffen, an denen später entlang geschnitten, ggf. auch mal entlang genäht werden soll. Kreide wird deshalb verwendet, weil sie sich später wesentlich leichter wieder ausbürsten oder -waschen lässt als andere Markierungsmöglichkeiten.
  • Wenn Sie Ihre Schnittmuster auf den Stoff übertragen möchten, dann nehmen Sie Ihre Schneiderkreide und fahren die Umrisse entlang. Für eine präzise Linienführung können Sie mehrere Formen der Schneiderkreide verwenden.
  • Zum Einen gibt es die bekannteste Form der Schneiderkreide - dreieckige oder ovale/runde kleine Stücke, die an den Kanten jeweils geschärft sind, damit Sie eine dünne Linie erreichen. Zum Erhalt dieser scharfen Kanten gibt es spezielle Schärfer, mit denen Sie stumpf gewordene Kreidestücke wieder "anspitzen" können.
  • Einen ähnlichen Effekt hat auch ein Bruch, wenn z.B. Ihre Kreide schon etwas abgenutzt und dünn ist - Bruchkanten machen natürlich auch ganz hervorragend dünne Striche. Aber andererseits wird so ein Kreidestück damit auch immer unhandlicher.
  • Sie wollten schon immer mal Ihr eigenes Kleid nähen? Kleider lassen sich einfacher …

  • Wer auf bröckelige Schneiderkreide keine Lust hat, der benutzt Kreidestifte. Wie auch bei der Schneiderkreide gibt es hier inzwischen verschiedene Farben. Es gibt Stifte mit fester Mine, aber auch bereits welche mit Nachfüllkreideminen. Manche haben die Bürste zum Ausbürsten gleich mit am anderen Ende integriert.
  • Wichtig ist aber dennoch bei jedem Gebrauch von Schneiderkreide: Drücken Sie nicht zu sehr auf, besonders nicht bei hellen, dünnen Stoffen. Sie brauchen die Linien ja nicht sehr lange, weil Sie normalerweise nach dem Aufzeichnen gleich zuschneiden. Deshalb reicht ein "Hauch" von Linie meist aus - und der lässt sich leichter entfernen als dicke, festgezogene Striche.

Kreidepulver für den Rock

  • Es gibt noch eine weitere Form, in der Schneiderkreide verwendet wird: Die Pulverform. Einen sogenannten Rockabrunder brauchen Sie, um die exakte Länge von Röcken und Kleidern festlegen zu können. Das können Sie auf dem Tisch nicht machen. Die zukünftige Trägerin von Rock oder Kleid sollte bei einer Anprobe selbst drin stecken, damit alles exakt wird.
  • Beim Rockabrunder wird mittels eines kleinen Gummiballons per Luftdruck die pulverförmige Schneiderkreide auf den Stoff gepustet. Wenn Sie am Gerät die richtige Höhe eingestellt haben, muss sich Ihr "Model" nur noch langsam um die eigene Achse drehen und Sie können dabei rundum die exakte Länge markieren. Für diese Geräte wird die Pulverkreide in Nachfüllfläschchen angeboten.

Sie sehen, liebe(r) zukünftige(r) SchneiderIn - Schneiderkreide ist unerlässlich. Sie wird in unterschiedlichen Formen zu verschiedenen Zwecken benötigt und erleichtert das Schneiderhandwerk sehr. Ein Stück Schneiderkreide oder ein Kreidestift gehört zur Grundausstattung und ist nicht sehr teuer. Bei hobbymäßiger Schneiderei brauchen Sie den Rockabrunder nicht unbedingt als Erstes, denn Rocklängen können Sie - etwas mühsamer - auch abstecken. Aber wenn Sie Blut geleckt haben - dann ist ein solches Gerät schon ziemlich praktisch.

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