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Schneider - das Insekt

Wer dieses Tier, das im Volksmund "Schneider" genannt wird, auf seinen langen Beinen herumkraxeln sieht, wird sich fragen: Ist das ein Insekt, eine Spinne oder gar eine Schnake, die sticht?

Spinne oder Schnake? - Nein, ein Weberknecht
Spinne oder Schnake? - Nein, ein Weberknecht

Der Schneider ist kein Insekt

  • Tatsächlich könnte man dieses grazile Tier, das im Volksmund als Schneider (manchmal auch als Schuster) bezeichnet wird, für eine Spinne oder eine Schnake halten. Denn das Tier stakst mit seinem kugeligen Körper und seinen langen Beinen ähnlich einer Spinne herum.
  • Beim Schneider handelt es sich um einen Weberknecht, mit lateinischem Namen "Phalangium opilio", der zu den Spinnentieren gehört. Für diese Familie der Weberknechte sind tatsächlich die extrem langen und dünnen Beine charakteristisch. Das Tier hat übrigens, wie alle Spinnen, acht Beine. Typische Spinnen sind Weberknechte jedoch nicht, denn sie haben keine Spinndrüse und unterschieden sich im Körperbau geringfügig von diesen. Spinnentiere sind keine Insekten, wie oft irrtümlich angenommen wird.
  • Auch die für Schnaken typischen Flügel haben Weberknechte nicht. Sie können weder fliegen noch stechen, sind also definitiv keine Schnaken und damit keinesfalls Insekten. 

Wissenswertes rund um Weberknechte

  • In Mitteleuropa leben 23 Arten von Weberknechten, die jedoch alle durch ihre langen Beine auffallen und im Freiland nur schwer zu unterscheiden sind.
  • Im Hochsommer und auch bis in den Herbst hinein finden Sie die Langbeiner häufig auf Gräsern, Büschen, Bäumen und Sträuchern. Auch über Kleidungsstücke kraxeln sie schon einmal hinweg und in Städten fallen sie sogar an Hauswänden auf. Die langen Beine erleichtern ihnen übrigens ihre Krabbelei und sorgen für gutes Gleichgewicht.
  • Schneider sind keinesfalls gefährlich, sie stechen nicht. Allerdings besitzen die Schneider Stinkdrüsen, die Gift absondern können. Trifft man nicht auf Hunderte von Tieren, stellt dies jedoch kein Problem dar.
  • Die Spinnentiere sind auch nicht räuberisch, sondern ernähren sich von vermodernden Pflanzenresten und kleineren, toten Tieren.
  • Fasst man einen Weberknecht an einem seiner Beine etwas zu fest an, beispielsweise, um ihn aus dem Zimmer zu befördern, so verliert er dieses Bein sehr leicht. Nehmen Sie also lieber eine breite Schaufel zu Hilfe. Achten Sie einmal darauf: Tatsächlich sind viele dieser Schneider mit weniger als acht Beinen unterwegs.
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