- 29.06.2011 Ina Seyfried
- Arzt
- Hals-Nasen-Ohren-Arzt
- ggf. Operation
- Allergietest
- Zahnarzt
- Spezialist/Schlaflabor
- Schalfhygiene
Auch wenn man seinen Mann von ganzem Herzen liebt, schnarcht er so gut wie jede Nacht und man selber liegt daneben und kriegt kein Auge zu, möchte man ihn am liebsten schnell loswerden. Das hört sich zwar gemein an, doch wenn einem jede Nacht etliche Stunden Schlaf geklaut werden, ist das auch gemein. Zu wenig Schlaf macht krank, aggressiv und stellt auch die Partnerschaft auf eine harte Probe. Es ist zwar nicht leicht, einem Mann das Schnarchen auszutreiben, aber man kann trotzdem versuchen, was dagegen zu tun. Da Männer ja bekanntlich nicht gerne zum Arzt gehen, müssen Sie manchmal harte Geschütze auffahren und gute Argumente parat haben.
Was ist schnarchen und wie entsteht es?
Zuallererst ist schnarchen erst mal nervig, vor allem für die Person, die daneben liegt und nicht schlafen kann. Aber auch für die schnarchende Person kann dieser Zustand auf Dauer gesundheitlichen Schaden nehmen.
- Schnarchen kann vorübergehend bei einem Schnupfen auftreten, weil da die Nase verstopft ist und man zwangsweise durch den Mund atmet. Tretet schnarchen allerdings täglich auf, sollte man was dagegen tun.
- Schnarchgeräusche können entstehen, wenn das Zäpfchen am Gaumen schlaff ist und beim Atmen flattert. Doch auch tiefer im Rachen können die Ursachen für das Schnarchen zu finden sein.
- Dicke Polypen, eine schiefe Nasenscheidewand (muss nicht unbedingt von außen zu sehen sein) oder vergrößerte Nasenmuscheln können die Atmung blockieren.
- Besonders mit nächtlichen Atemaussetzern ist nicht zu spaßen. Diese sind sehr gefährlich und sollten immer von einem Arzt/einer Ärztin abgeklärt werden.
- Sie sollten auch unbedingt was tun, wenn Ihr Mann schnarcht und über Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen oder Sekundenschlaf klagt.
Was tun, um einen erholsamen Schlaf zu bekommen?
Auch wenn Sie Ihren schnarchenden Mann am liebsten rausschmeißen möchten, er macht es bestimmt nicht extra und braucht im Grunde Hilfe. Sie haben ja schließlich auch keine Lust darauf, jede Nacht damit zu verbringen, ihm die Nase zuzuhalten oder zu versuchen, ihn auf die Seite zu drehen.
- Handelt es sich nicht um einen Schnupfen, der die Atmung behindert, sollte Ihr Mann zu einem Arzt gehen. Das hört sich meist leichter an als gesagt, da Männer ja bekanntlich nicht gerne dort hingehen. Machen Sie ihm klar, dass Ihre Partnerschaft extrem darunter leidet und erwähnen Sie doch auch mal, dass dauerhaftes schnarchen impotent macht. Dies ist keine Lüge, sondern ärztlich erwiesen.
- Zuerst wäre es sinnvoll, einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufzusuchen. Dort kann untersucht werden, ob eine Nasenscheidewandverkrümmung vorliegt, ein schlaffes Zäpfchen besteht, große Nasenmuscheln oder Polypen vorhanden sind. Sie können sich dort über deren Behandlung beraten lassen, doch meistens hilft hier nur eine Operation.
- Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt kann auch abklären, ob vielleicht eine Allergie vorliegt. Haben Sie Kissen und Decke mit Daunenfeder und reagiert ihr Mann darauf allergisch, könnte dies eine Ursache sein. Hier könnte man natürlich schnell was gegen das Schnarchen tun, indem man Bettware für Allergiker kauft.
- Ein Zahnarzt/eine Zahnärztin sollte ebenfalls aufgesucht werden. Da einige Männer dort ja auch nicht gerne hingehen, sollten Sie Ihrem Mann vielleicht anbieten, mitzukommen. Hier können spezielle Schienen oder Gaumenspangen angefertigt werden, die nachts das Schnarchen unterdrücken können. Eine eingehende Untersuchung ist natürlich notwendig. Es sollte auch abgeklärt werden, inwieweit die Krankenkasse die Kosten übernimmt.
- Bei extremen Fällen und wenn gar nichts hilft, kann Ihr Hausarzt/Ihre Hausärztin Sie auch zu einem Spezialisten überweisen. Bei bestehenden Atemaussetzern sollte unbedingt ein Schlaflabor besucht werden, denn diese können lebensgefährlich sein. Auch wenn tagsüber öfter Sekundenschlaf vorkommt, sollte man dort einen Termin vereinbaren.
Weitere Maßnahmen gegen das Schnarchen
Bei anhaltendem schnarchen ist ein Arztbesuch unumgänglich, doch man sollte auch zu Hause sogenannte Schlafhygiene betreiben.
- Dies bedeutet, keinen Alkohol abends und kein fettiges oder üppiges Essen vor dem schlafen gehen. Schnarchen kann dadurch begünstigt werden. Ihr Mann wird sich darüber sicherlich nicht freuen, aber wenn ihm das Sofa (welches hoffentlich ungemütlich ist) im Wohnzimmer nicht lieber ist, als das kuschelige Bett, muss er sich wohl oder übel daran halten.
- Werden regelmäßig Medikamente genommen, sollten Sie sich gründlich die Packungsbeilage durchlesen. Es gibt Präparate, die Schuld am Schnarchen Ihres Mannes sein können.
- Übergewicht und Schnarchen gehören oft zusammen. Was Sie hier tun können ist, Ihren Mann auf Diät zu setzen. Sicherlich wird das keine Freudensprünge auslösen, aber wenn Sie mit Ihrem Mann dies zusammen durchstehen und gemeinsam Sport machen, kommt er eigentlich gar nicht drum herum.
- Als Frau ist es im Notfall nicht verkehrt, wenn man gute Ohrstöpsel besitzt. Dies kann zwar auch auf Dauer nerven, ist aber auch eine gute Notlösung.