Schmerzensgeld bei Körperverletzungen

  • Haben Sie den Täter angezeigt und kommt es im Rahmen eines Strafverfahrens zur Hauptverhandlung vor Gericht, warten Sie erstmal den Ausgang der Gerichtsverhandlung ab. In einem späteren Zivilprozess können Erkenntnisse aus dem Strafverfahren, die Gegenstand des Urteils geworden sind (z. B. Tätereigenschaft, Umstände der Tat), in den Zivilprozess mit einfließen.
  • Wenn die Tätereigenschaft des Täters zweifellos feststeht und ebenso, dass Sie Opfer einer Körperverletzung dieses Täters geworden sind, können Sie vor dem zuständigen Amts- bzw. Landgericht auf Schmerzensgeld klagen. Welches Gericht zuständig ist, richtet sich danach, wie hoch der Streitwert in Form des Schmerzensgeldes (vorläufig) ist. 
  • Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes sind mehrere Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen: Auch bei fahrlässiger Körperverletzung können Sie Schmerzensgeld einfordern. Dies gilt allerdings regelmäßig nicht bei fahrlässigen Betriebsunfällen oder Arbeitsunfällen.
  • Zu berücksichtigen sind auf jeden Fall das Ausmaß und die Schwere der Verletzung, etwaige Folgeschäden, das Verhalten des Schädigers während und nach der Tat, die Vermögensverhältnisse des Schädigers sowie ein u. U. bestehendes Mitverschulden Ihrerseits.
  • Die Berechnung der Höhe des Schmerzensgeldes orientiert sich an Schmerzensgeldtabellen. Das OLG Celle hat eine solche herausgebracht und auf seiner Internetseite veröffentlicht, eine weitere findet sich auf der Seite schmerzensgeldtabelle24.de. Diese Tabellen sind aber immer nur eine Orientierungshilfe. Selbst wenn Ihr Fall so ähnlich sein sollte wie ein in der Tabelle beschriebener, kann es Abweichungen geben.
  • Der Schmerzensgeldanspruch verjährt drei Jahre nach dem Ende des Jahres, in dem Sie Kenntnis von dem Schädiger erlangt haben, spätestens aber nach 30 Jahren nach der Körperverletzung, wenn der Schädiger unbekannt geblieben ist.
  • Beachten Sie auch, dass ein gewisses Prozessrisiko besteht, wenn der Beklagte (Täter) keine oder nur wenig finanzielle Mittel zur Verfügung hat. In dem Fall besteht - zumindest vorerst - kaum Hoffnung, das zugesprochene Schmerzensgeld vollstrecken zu können, geschweige denn die Anwalts- und Prozesskosten. Wenn der Beklagte dann später wieder zu Geld kommt, kann natürlich vollstreckt werden.
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