Was ein Schleudertrauma ist

  • Zu den häufigsten Verletzungsarten nach einem Auffahrunfall zählt das Erleiden eines Schleudertraumas (HWS).
  • Meist wird es als HWS-Syndrom bezeichnet. Dabei steht HWS lediglich für Halswirbelsäule. Genauer betitelt wird das Schleudertrauma mit vielen anderen Begriffen, wie z.B. Halswirbelsäulendistorsion, Halswirbelsäulen-Zerrung oder auch als HWS-Beschleunigungstrauma.
  • Das Trauma stellt eine Verletzung der Weichteile im Bereich der Halswirbelsäule dar – also eine Stauchung bzw. Verrenkung durch eine ruckartige Bewegung, die typisch ist bei einem Autounfall. Oft kann es monatelang dauern, bis die Folgen endgültig ausgeheilt sind.
  • Für die Entbehrungen und den Verdienstausfall in dieser Zeit kommt der Unfallverursacher auf, meist in Form von Schmerzensgeld.

Wann man Schmerzensgeld erhält

  • Schmerzensgeld bietet demjenigen, der z.B. durch ein Schleudertrauma Schmerzen erleiden und weitere Beeinträchtigungen hinnehmen muss (z.B. Verlust an Lebensfreude) die Möglichkeit, neben dem Vermögensschaden (z.B. Autoreparaturkosten) auch einen Ersatz für Entbehrungen in seinem täglichen Leben zu erhalten.
  • Schwere der Verletzung, Behandlungsdauer und Folgeschäden bzw. Beeinträchtigungen sind Maßstäbe für die Höhe der Entschädigung.
  • Die Durchsetzung des Anspruchs auf ein angemessenes Schmerzensgeld nach einem Schleudertrauma ist jedoch oft schwierig. Versicherungen und Schadensverursacher wollen oft nicht oder zu niedrige Beträge zahlen.
  • Häufig wird das Argument der „Harmlosigkeitsgrenze“ benutzt. Danach wird ein Schleudertrauma nur anerkannt, wenn das Fahrzeug des Geschädigten durch das Auto des Schädigers beim Unfall um mehr als 10 km/h beschleunigt wurde.
  • Gibt es Probleme bei der Durchsetzung von Geldansprüchen nach einem Schleudertrauma, ist deshalb der Rechtsrat bzw. die Unterstützung durch einen Anwalt dringend anzuraten. Denn ohne die Hilfe eines Anwaltes geht der Geschädigte sonst oft leer aus oder erhält keine angemessene finanzielle Entschädigung.

Wie viel Schmerzensgeld bei einem Schleudertrauma üblich ist

  • Will man die Höhe des Schmerzensgeldes ermitteln, muss man einen finanziellen Wert festlegen. Hierbei helfen Schmerzensgeldtabellen, die aus Urteilen für Geschädigte zusammengestellt wurden und Richtwerte liefern.
  • Am bekanntesten ist die vom ADAC herausgegebene Schmerzensgeldtabelle, an der sich auch Anwälte bei der Durchsetzung von Schmerzensgeld für Mandanten orientieren, die z.B. ein Schleudertrauma erlitten. 
  • Die tatsächlich zu beanspruchende Höhe hängt jedoch stets vom Einzelfall ab.
  • Üblich sind z.B. laut verschiedener Urteile nach Verletzungen der Wirbelsäule, zu denen ein Schleudertrauma (HWS) zählt, Schmerzensgeldbeträge bei folgenden Beeinträchtigungen:
    175 Euro sind angemessen bei einem Schleudertrauma mit starken Schmerzen (Kopf, Glieder) über 10 Tage ohne Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit (AG Aachen 9 C 213/99, 16.8.1999).
    250 Euro stehen Geschädigten bei Schmerzen, Therapie mit Gurtmarken (Schulter, Schlüsselbein) mit einwöchiger Arbeitsunfähigkeit zu (AG Blomberg, 4 c 271/05, 23.3.06).
    500 Euro gilt als Richtwert bei mittelschwerem HWS-Trauma mit sechswöchiger Arbeitsunfähigkeit (AG Köln 261 C 590/00, 31.10.2001).