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Schlechtes Gewissen loswerden - das können Sie gegen Selbstmitleid tun

Ein schlechtes Gewissen ist manchmal lästig wie ein kratzender Pullover, den man am liebsten sofort ausziehen würde. Das geht tatsächlich, indem Sie ein paar Tricks anwenden oder nüchterne Überlegungen anstellen, mit denen Sie unter Umständen sofort Ihr schlechtes Gewissen und Ihr Selbstmitleid loswerden. Zumindest werden Sie in aufgehellterer Stimmung sein.

Erstarren Sie nicht in Ihrem Selbstmitleid, sondern setzen Sie sich in Bewegung.
Erstarren Sie nicht in Ihrem Selbstmitleid, sondern setzen Sie sich in Bewegung.

Sagen Sie sich folgende Sätze, versuchen Sie diese Grundsätze zu verinnerlichen, ergreifen Sie eine der folgenden Maßnahmen: Ihnen  und Ihrem schlechten Gewissen wird sicher geholfen sein.

  1. Geschehen ist geschehen. Sie können vollendete Tasachen nicht mehr ändern. Jedem passiert so etwas. Sie tragen ja keine (eindeutige) Schuld, Sie haben ja nur Pech gehabt, das Schicksal war ungerecht Ihnen gegenüber.
  2. Machen Sie aus Ihrer (Gewissens-)Not eine Tugend. Funktionieren Sie Ihr Selbstmitleid um. Machen Sie dem Geschädigten (im Fall eines schlechten Gewissens aufgrund Ihres Verhaltens einer anderen Person gegenüber) ein kleines Geschenk oder zeigen Sie ihr eine besondere Aufmerksamkeit. Verhelfen Sie also Seiten in Ihnen (Schenkfreude, Großzügigkeit, Versöhnungswillen) zu Ihrem Recht, die sonst brachliegen würden.
  3. Vergleichen Sie Ihre Situation mit der anderer, denen es schlechter geht als Ihnen. Malen Sie sich ruhig krasse Situationen aus. Ihr Selbstmitleid kommt Ihnen dann womöglich lächerlich vor und glücklichenfalls ist es dank dieser Überlegung auch schon verflogen. Unterschätzen Sie nicht, welche Wirkung Sätze haben, die Sie sich (am besten laut) sagen. Diese Erfahrung ist erprobt. Auch Kafka zum Beispiel half sich einmal mit einem laut ausgesprochenen Satz und war erstaunt über die Wirkung.
  4. Alles absolut nicht so schlimm, schließlich geht die Welt nicht in Ihrem Selbstmitleid unter. Wenden Sie eine Bagatellisierungsstrategie an. Wenn es Ihnen widerstrebt, weil Bagatellisieren nicht den wahren Tatsachen gerecht wird, dann sagen Sie sich: Wenn nur das Ergebnis stimmt, dann ist der Weg dorthin fast gleich.
  5. Machen Sie sich klar, wohin Ihr Selbstmitleid führen kann, wenn Sie sich zu sehr darin baden, zu sehr Ihre Wunden lecken. Ihre Mitmenschen könnten anfangen, Sie zu meiden. Aber überhaupt kein Selbstmitleid zu empfinden ist natürlich auch nicht "normal". Im menschlichen Psychohaushalt ist dieses Gefühl vorgesehen und hat insofern eine menschliche Berechtigung.
  6. Tun Sie etwas, bleiben Sie nicht zuhause auf der Couch "in" Ihrem Selbstmitleid (sich gar suhlend) liegen. Bewegung ist ein wahres Allheilmittel gegen das Gemüt verdüsternde Gefühle wie Selbstmitleid (oder seine gesteigerte Form Wehleidigkeit bzw. Larmoyanz). Larmoyanz kommt von frz. "larme" Tränen. Wenn Sie also vor Selbstmitleid den Tränen nahe sind, hilft es oft, einfach raus unter die Leute zu gehen. In der Regel reißt man sich dann doch leichter zusammen und die den feuchten Augen trocknen wieder. Verfolgen Sie diese Ablenkungsstrategie noch intensiver, indem Sie sich auf Ihren Körper in Bewegung konzentrierten (Ihren Atem, die Koordination Ihrer Bewegungen etc.) oder nehmen Sie einfach alles, was Ihnen begegnet möglichst konzentriert wahr und versuchen Sie es, möglichst genau zu beschreiben.
  7. Sagen Sie sich: Das Leben hat so viel zu bieten, es gibt so viele angenehme Gefühle, die ich statt Selbstmitleid haben kann, dass es richtiggehend dumm und idiotisch ist, diesem Gefühl so viel Raum einzuräumen.
  8. Leben Sie Ihr Selbstmitleid aus. Klagen Sie laut in einer Suada sich Ihre Selbstmitleid vom Leib. Raufen Sie sich die Haare, trommeln Sie gegen eine imaginäre Klagemauer, jammern sie: Übertreiben Sie diese Aktionen und Äußerungen am besten so sehr, dass Sie anfangen müssen zu lachen. Wie Trauer in Komik, so kann auch Selbstmitleid in ihr Gegenteil umschlagen, also in Freude über Ihr Dasein, das sie wieder als lebenswert und wertvoll erkennen, nachdem Sie in Ihrem Selbstmitleid wie mit Blindheit geschlagen waren.
  9. Schreiben Sie sich Ihr Selbstmitleid und Ihr schlechtes Gewissen von der Seele.
  10. Klagen Sie einer Person Ihres Vertrauens Ihr Leid. Hören Sie Ihrem Gegenüber genau zu. "Garantiert" wird er etwas sagen, was Ihnen hilft, wodurch Sie einen anderen Blick auf Ihr Selbstmitleid werfen. Hier greift das alte Lebensprinzip, das dort, wo die Not am größten ist, auch die Hilfe am nahsten ist.
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