Schimmel an der Wand - so entfernen Sie ihn nachhaltig

Schimmelbefall an der Wand ist gesundheitsschädlich Schimmelbefall an der Wand ist gesundheitsschädlich
"Oh - Schreck lass nach! Schimmel an der Wand." Zunächst stellt sich die Frage "wie kann man ihn entfernen?" und dann - "wie konnte er entstehen?" Beide Fragen stehen gleichrangig nebeneinander. Schimmel kann sehr "anhänglich" sein, wenn er nicht sachgerecht entfernt wird. Es ist lohnend, sich mit den Ursachen zu befassen, um sicher zu stellen, dass der Abschied vom Schimmel endgültig ist.
Nane Gisela Busse
30.09.2011 Nane Gisela Busse
Was Sie benötigen
  • Bei geringem Schimmelbefall:
  • 1 Schwamm
  • Anti-Schimmel-Produkt
  • Bei umfangreichem Schimmelbefall:
  • Werkzeug zum Abklopfen des Putzes
  • Geeignete Mittel, um den Untergrund vom Schimmelbefall zu befreien
  • Material zur Reparatur des Putzes
  • Werkzeuge zum Verputzen
  • Bei umfangreichem Schimmelbefall (über 0,5 qm) :
  • In jedem Fall einen Fachmann konsultieren

Schimmelbefall ist ernst zu nehmen

  • Der Schimmel ist ein heimtückischer Geselle - er produziert jede Menge Sporen, die sich verbreiten. Er infiltriert, wenn er nicht beseitigt wird, zunächst den Putz und dringt dann ins Mauerwerk ein.
  • Schimmel bildet meterlange, unsichtbare Sporenfäden in der Mauer und ist dann nur sehr schwer zu entfernen.

Wie beseitigen Sie die Moderstellen an der Wand?

  • Bitte fegen Sie den Schimmel vor der Behandlung nicht (!) trocken ab. Die Sporen verteilen sich sonst in der Raumluft und werden eingeatmet. Das ist gesundheitsschädlich. Wenn es sich um einen großflächigen Befall handelt, ist es ratsam, mit einer Schutzmaske zu arbeiten. 
  • Das Vorgehen bei der Schimmelbekämpfung hängt davon ab, ob es sich nur um einen oberflächlichen Befall handelt, oder ob der Untergrund bereits infiltriert ist. Handelt es sich um einen flächenmäßig kleinen Befall, können Sie den Schimmel mit handelsüblichen Produkten entfernen. Sie geben das Produkt auf einen Schwamm und verteilen die Flüssigkeit auf der befallenen Stelle. Bei alkoholhaltigen Produkten funktioniert dieses Vorgehen problemlos. Enthält der Schimmelentferner Chlor oder andere Chemikalien, achten Sie bitte darauf, dass der Raum während der Arbeit gut belüftet ist. Am besten bei offenem Fenster arbeiten! Bitte beachten Sie immer die Produkthinweise und arbeiten Sie möglichst mit Handschuhen.
  • Sind bereits größere Flächen sichtbar befallen, ist es ratsam, einen Fachmann zu konsultieren und ggfs. den Schimmel durch einen Fachbetrieb entfernen zu lassen. 
  • Entscheiden Sie sich dafür, bei großflächigerem Befall dem Schimmel doch selbst zu Leibe zu rücken, machen Sie sich mit dem Gedanken vertraut, dass der Putz großflächig um die befallenen Stellen abgeklopft werden muss. Dem Schimmel ist sonst nicht beizukommen. Die Sporen reichen tief ins Mauerwerk hinein. Schlagen Sie also den Putz ab und behandeln Sie das Mauerwerk weiträumig und intensiv mit einem geeigneten Schimmelentferner. Dann verputzen Sie die Wand neu.

Das funktioniert aber nicht mit allen Untergründen. Wände aus Rigips, Spanplatten, Grobspanplatten oder Pappuntergründen kann man nicht sanieren. Sie müssen komplett herausgenommen und entsorgt werden. 

Unterschiedliche Mittel zum Schimmel entfernen

  • Sehr wirksam ist hochprozentiger Alkohol (70%) oder Isopropanol. Auf den Flächen, die damit behandelt wurden, kann sich kein Schimmel halten. (Aber denken Sie daran - das gilt nur für kurzzeitig befallene Stellen, wenn der Schimmel noch nicht in den Untergrund eingedrungen ist.)
  • In Baumärkten und Fachgeschäften finden Sie viele Schimmelentferner auf chemischer Basis. Viele dieser Mittel haben Depotwirkung - sie wirken über einen längeren Zeitraum nach. Es liegt bei Ihnen, abzuwägen, ob Sie diese ebenfalls gesundheitsschädlichen Mittel in Ihren Wohnräumen einsetzen. Besondere Vorsicht ist bei Kinderzimmern geboten.
  • Dann gibt es noch Schimmelentferner auf Alkohol- und Kalkbasis. Der Alkohol vernichtet den Schimmel und es bildet sich auf der Wand eine leichte Kalkschicht, die den PH-Wert des Untergrundes so verändert, dass er für "Herrn Schimmel" unbekömmlich wird. Diese Mittel sind geeignet für mineralische Untergründe. Sie haben den Vorteil, dass sie keine schädlichen Dämpfe frei setzen. Aber Vorsicht - Alkoholdämpfe sind feuergefährlich.
  • Quaternale Ammoniumverbindungen sind Wirkstoffe in Anti Schimmel Sprays, die speziell auf textilen Untergründen und auf Holz zur Schimmelbekämpfung eingesetzt werden, weil sie keine bleichende Wirkung entfalten. 

Wie konnte der Schimmelbefall entstehen? 

  • Schimmelpilz mag Untergründe, die Zellulose enthalten und PH-Werte des Untergrundes zwischen 4 und 7. Er liebt Luftfeuchte ab 65% und wenn dann noch die Raumtemperatur zwischen 18 und 25 Grad Celsius liegt, läuft seine Entfaltung zur Höchstform auf. 
  • Möglicherweise haben Sie den Raum über längere Zeit nicht genutzt und nur wenig gelüftet?
  • Oder hatten Sie einen Wasserschaden im Haus oder in der Wohnung? Wasser sucht sich seinen Weg manchmal vom Dach bis hinunter zum Kellergeschoß, unsichtbar und unmerklich. Erst wenn der Schimmel zu sehen ist, wird der Schaden offenkundig. Dann ist es auch für Trockungsmaßnahmen zu spät.
  • Vielleicht sollten auch Heizkosten eingespart werden und das Haus wurde mit einer neuen Dämmschicht versehen - und Isolierfenster wurden eingebaut?  Solche Maßnahmen verändern den Luft- und Feuchtigkeitsaustausch in einem Haus grundlegend. Und häufig tritt dann Schimmel auf.

Wenn Sie die Schimmelbekämpfung erfolgreich durchgeführt haben, sollten Sie darauf achten, dass der Schimmel sich nicht wieder durch die Hintertür einschleicht, Wichtig ist eine gute Belüftung. Öffnen Sie zum Lüften die Fenster weit. Das Ankippen der Fenster allein gewährleistet keine ausreichende Luftzirkulation. Bleiben Sie wachsam. Viel Erfolg!

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