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Schildpatt-Katze - Informationen

Sicher haben Sie schon von Katzen gehört, die als Schildpatt bezeichnet wurden. Doch worum handelt es sich dabei genau? Anders als man meinen könnte, ist die Schildpatt-Katze keine eigenständige Rasse, sondern ein Farbschlag, der in vielen Rassen anzutreffen ist. Eine solche Katze hat ein Gemisch aus rotem und schwarzem Fell.

Schildpatt-Katzen mit weißen Abzeichen werden Glückskatzen genannt.
Schildpatt-Katzen mit weißen Abzeichen werden Glückskatzen genannt.

Das Besondere an der Schildpatt-Farbe

  • Schildpatt-Katzen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sowohl rotes als auch schwarzes Fell haben. Das Verhältnis von schwarzer zu roter Färbung kann dabei völlig unterschiedlich sein.
  • Diese Färbung wird von Züchtern auch Tortie genannt. Eine rot und schwarz getigerte Katze ist im Fachjargon ein Torbie. Im Volksmund wird eine Schildpatt-Katze, die zusätzlich zu rotem und schwarzem auch noch weißes Fell besitzt, als Glückskatze bezeichnet. Sie soll dem Aberglauben nach Haus und Bewohner vor Gefahren und Unheil schützen.
  • Katzen mit diesem Farbschlag sind fast immer weiblich. Kater können nur unter ganz besonderen Umständen diese Farbkombination tragen und sind sehr selten.

Die Rolle der Gene bei der Schildpatt-Katze

  • Das Gen für rote beziehungsweise schwarze Fellfarbe liegt bei der Katze auf dem X-Chromosom. Eine weibliche Katze hat zwei X-Chromosomen. Wenn sie auf einem der Chromosomen die Variante für Rot trägt und auf dem anderen die für Schwarz, dann ist ihr Fell rot und schwarz durchmischt, also schildpattfarben.
  • Zusätzliche Gene können für eine Farbaufhellung sorgen. So kann beispielsweise das Rot zu Creme und Schwarz zu Blau aufgehellt werden. Blau-creme-farbene Katzen sind dementsprechend ebenfalls schildpattfarben.

Schildpatt-Kater sind selten

  • Die besondere Färbung beim Kater kann auf verschiedenen Mechanismen beruhen. In den meisten Fällen haben Schildpatt-Kater zusätzlich zu ihrem Y-Chromosom nicht nur eines, sondern zwei X-Chromosomen. Wenn auf einem dieser X-Chromosomen die rote und auf dem anderen die schwarze Farbvariante vorhanden ist, entsteht ein schwarz-roter Kater. Diese Tiere sind unfruchtbar.

  • Viel seltener kommt es vor, dass zwei befruchtete Eizellen direkt miteinander verschmelzen und sich zu einem einzigen Katzenwelpen entwickeln. Dies wird als Chimärenbildung bezeichnet. Wenn eine der beiden Zelllinien die rote Farbe trägt und die andere die schwarze, kommt es zu einem Schildpatt-Muster.

  • Ebenfalls denkbar ist es, dass es in der Embryonalentwicklung des Katers zu einer Farbmutation kommt. Ein Teil der Zellen würde dann die ursprünglich vererbte Farbe tragen, der andere Teil die Mutation. Somit ist das Ergebnis ein zweifarbiger Kater. Dies wird in der Genetik als Mosaik bezeichnet.
  • In den letzten beiden, extrem seltenen Fällen sind die Kater in der Regel fruchtbar. Beide Fälle können natürlich auch bei weiblichen Katzen vorkommen. Dort fallen sie jedoch nicht besonders auf, da das Ergebnis für eine normale Schildpatt-Katze gehalten wird.

Somit ist die Schildpatt-Färbung bei Katzen eine spannende Angelegenheit. Wenn Sie das nächste Mal von Weitem einen rot-schwarzen Stubentiger sehen, können Sie möglicherweise Ihre Mitmenschen damit beeindrucken, dass Sie das Geschlecht auf diese Entfernung (relativ sicher) zuordnen können.

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