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Schildläuse bei Zimmerpflanzen - was tun?

Schildläuse zählen zu den fünf häufigsten Pflanzenschädlingen. Sie schaden den Pflanzen extrem und sind mit Hausmitteln schwer zu bekämpfen.

Von Wollläusen befallenes Blatt.
Von Wollläusen befallenes Blatt.

Schildläuse erkennen und einstufen

Von Schildläusen werden vorzugsweise Zimmerpflanzen wie beispielsweise Orchideen, Oleander, Zitruspflanzen, Farne, diverse Palmenarten, Gummibäume oder Fensterblätter befallen.

Im Anfangsstadium erkennen Sie einen Befall durch Schildläuse zumeist lediglich an deren klebriger Flüssigkeit, die sich entweder am Pflanzenstamm oder auf den Unter- und/oder Oberseiten der Blätter ansammelt. Hierbei handelt es um die Verdauungsreste der Schädlinge, auch unter dem Fachbegriff Honigtau bekannt. Die Schildläuse selbst, insbesondere deren Larven, sind anfänglich schwierig zu erkennen.

Überprüfen Sie von Zeit zu Zeit Ihre Gewächse auf derartige Absonderungen und einen möglichen Schädlingsbefall durch Schildläuse. Ein frühes Vorgehen Ihrerseits gegen die hartnäckigen Pflanzschädlinge kann das Leben Ihrer Pflanzenlieblinge retten.

Erst im weiteren Verlauf eines Schildlausbefalls sind unverkennbare Anzeichen einer Pflanzenschädigung sichtbar: Blattabwürfe sowie deformierte und verfärbte Blätter und Blüten sind keine Seltenheit. Suchen Sie in diesem Stadium nach den Läusen. Die Weibchen sitzen fest auf den Blättern, Stängeln oder den Blattachsen und saugen Pflanzensaft. Die Eier sind sicher unter dem Schild verborgen.

In Wohnungen treten meist Wollläuse und Napfschildläuse auf, Deckelschildläuse sind hier selten anzutreffen.

Heben Sie eine Laus vom Blatt ab. Lässt sie sich restlos von der Pflanze trennen, ist es eine Napfschildlaus. Bleibt die Laus zurück, haben Sie es mit der Deckelschildlaus zu tun. Die Tabelle hilft Ihnen die Art zu bestimmen, damit Sie die richtigen Gegenmaßnahmen ergreifen können.

Schildlausarten im Überblick

Art

Merkmal

Deckelschildlaus

Deckel lässt sich abheben, Laus bleibt auf dem Blatt zurück

Saissetia coffeae (Napfschildlaus)

Deckel und Laus lassen sich nur zusammen abheben

Fast kreisrund und glänzt hell- bis dunkelbraun. 

Saissetia oleae (Napfschildlaus)

Deckel und Laus lassen sich nur zusammen abheben

​Dunkel- bis schwarzbraun

Coccus hesperidum (Napfschildlaus)

Deckel und Laus lassen sich nur zusammen abheben

​Flach, oval, bräunlich bis gelblich und dunkel gesprenkelt​

Wolllaus (Schmierlaus)

Kleine Tiere mit hellen bis weißen Haaren

Ursachen für den Befall

Die Schädlinge gelangen in der Regel durch den Zukauf von Pflanzen in Wohnungen und Gewächshäuser. Untersuchen Sie jede Pflanze vor dem Kauf auf die genannten Anzeichen. 

Da Sie nie sicher sein können, ist es das Beste, wenn Sie Neuerwerbungen erst einige Wochen getrennt von Ihren Pflanzen halten. Junge Schildläuse sind beweglich und erobern rasch neue Wirte. Es hat sich gezeigt, dass die Läuse plötzlich in großer Zahl auftreten, wenn die Raumluft warm und trocken ist. Dies führt zu einer explosionsartigen Vermehrung der Schädlinge. Durch regelmäßiges Sprühen mit Wasser lässt sich ein solcher Ausbruch verhindern.

Erste Hilfe beim Auftreten der Läuse

Leider erkennen Sie den Befall meist erst, wenn sich die Schädlinge ausgebreitet haben und auch schon an den Wurzeln leben. Wenn es Ihnen gelingt, die Läuse rechtzeitig zu entdecken, genügt es, die betroffenen Pflanzen abzuwaschen.

Stellen Sie grundsätzlich befallene Pflanzen getrennt von allen anderen Gewächsen in Ihrem Haus auf. Sie brauchen eine eigene Gießkanne, Sprühflasche und Schere für die Pflege der kranken Pflanzen. Es besteht die Gefahr, dass Sie über Gerätschaften oder Ihre Hände die Läuse auf die gesunden Pflanzen übertragen.

Gewöhnen Sie sich an, zuerst die gesunden Pflanzen zu versorgen und anschließend die erkrankten. Waschen Sie sich gründlich die Hände, wenn Sie mit Material zu tun hatten, an dem Schildläuse sind. Werfen Sie Äste und andere Dekorationen weg, an denen die Läuse unbemerkt haften können.

Hausmittel zur Schädlingsbekämpfung

Bei einem schwachen Befall hilft es, die Schildläuse mit einem Wattestäbchen, das in Alkohol getränkt ist, abzulösen. Es hat sich auch bewährt die Blätter und Pflanzenstiele mit einer Lösung aus einem Esslöffel Spülmittel, einem Esslöffel Spiritus und einem Liter Wasser abzuwaschen.

Eine Mischung aus Rapsöl und Wasser, die Sie mit einem Tropfen Spülmittel emulgieren, eignet sich als Spritzbrühe. Tipp: 10 Milliliter Rapsöl, ein Tropfen Spülmittel in einem Liter Wasser mit dem Pürierstab verrühren.

Diese Mittel helfen nicht, wenn sich die Läuse an den Wurzeln befinden.

Natürliche Feinde helfen mit Sicherheit

Die Fressfeinde die Schildläuse sind auf verschiedene Läusearten spezialisiert. Aus diesem Grund müssen Sie wissen, welche Schildlausart bei Ihnen ihr Unwesen treibt.

Marienkäferlarven helfen gegen Deckelschildläuse und Wollläuse. Letztere bekämpfen auch die ausgewachsenen Käfer. Der australische Marienkäfer ist ein besserer Helfer als die einheimischen Käfer.

Haben Sie es mit den Napfschildläusen Saissetia coffeae oder Saissetia oleae zu tun, brauchen Sie die Schlupfwespen Metaphycus flavus. Falls bei Ihnen die Napfschildlaus Coccus hesperidum lebt, müssen Sie sich die Schlupfwespen Microterys flavus besorgen.

​Mit Insektiziden vorgehen

Möchten Sie jedoch auf Nummer sicher gehen, sollten Sie zu einem systemisch funktionierenden Insektizid (Gift, Wirkstoff: Imidacloprid) greifen. Die Produkte sind sowohl in Stäbchen-  als auch Sprayform erhältlich. In beiden Fällen wird der jeweilige Giftstoff, entweder über das Wurzelwerk oder die Blätter, von Ihren Zimmerpflanzen aufgenommen und mithilfe des Saftstroms verteilt. Saugen die Schildläuse nun an Ihren Zimmerpflanzen, nehmen Sie den Giftstoff auf und gehen infolgedessen ein.

Systemisch wirkende Stäbcheninsektizide sind in ihrer Handhabung äußerst unkompliziert: Diese müssen Sie lediglich in die Blumentopferde stecken und auf deren Wirkung setzen. Entscheiden Sie sich hingegen für ein Sprayformat, sprühen Sie Wirkstoff einfach auf Ihre Gewächse. Diese nehmen das Gift über ihr Blattwerk auf; von dort aus verteilt es sich über den Saftstrom in der gesamten Pflanze.

Verzichten Sie auf herkömmlich Pflanzensprays. Die Pflanzenläuse, insbesondere Napf- und Deckelschildläuse, sind aufgrund ihrer harten Rückenpanzerung gut gegen solche Gifte abgesichert.

Methode

Vorteil

Nachteil

Hausmittel

Sind immer im Haus

Wirkung reicht meist nicht aus
Nützlinge

Bekämpfen ohne Gift, auch die Läuse an den Wurzeln

Schildlausart muss zuvor bestimmt werden

Gift (Imidacloprid)

Wirkt gegen alle Läuse, auch an den Wurzeln

Gefahr für Menschen und Haustiere

Wir nicht von allen Pflanzen vertragen

 

Die sicherste Methode Schildläuse zu bekämpfen ist auch die umweltfreundlichste. Besorgen Sie sich Nützlinge.

 

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