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Schiene für Karpaltunnelsyndrom - Hilfe zur Anwendung

Das Karpaltunnelsyndrom ist das häufigste Nervenkompressionssyndrom der oberen Extremität und führt zu den typischerweise überwiegend nachts auftretenden Missempfindungen im Bereich der Hand und kann neben Kribbeln und Taubheitsgefühl auch zu einer Kraftminderung der Hand führen. Während das Syndrom früher noch als Erkrankung älterer Menschen galt, sind heute zunehmend auch Jüngere mit starker manueller Belastung davon betroffen. Beim Karpaltunnelsyndrom gibt es grundsätzlich zwei Therapieformen, für die Sie sich entscheiden können - konservativ mit einer Schiene oder operativ.

Nicht immer muss operiert werden.
Nicht immer muss operiert werden.

Konservative Behandlung mit einer Schiene

Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) entsteht in der Regel durch eine Drucksteigerung im Karpaltunnel in Höhe des Handgelenks und führt hier zu einer Druckschädigung des Nervus medianus. Die häufigste Form des KTS ist die so genannte idiopathische, d.h. es ist keine exakte Ursache bestimmbar. Es tritt allerdings gehäuft bei Diabetikern auf, bei Patienten mit chronischer Polyarthritis und kann sich auch nach einem Handgelenksbruch entwickeln. Auch Schwangere sind gelegentlich davon betroffen, was auf hormonell bedingte ödematöse Schwellungen zurückzuführen ist.

  • Wenn Sie sich mit den typischen Beschwerden eines KTS an Ihren Hausarzt wenden, wird er vermutlich alleine anhand Ihrer Schilderung  schon die richtige Verdachtsdiagnose stellen können.
  • Zur Bestätigung der Diagnose werden Sie sich auf jeden Fall noch bei einem Neurologen vorstellen müssen, der die Nervenleitgeschwindigkeit des Nervus medianus messen wird. Typischerweise ist sie beim KTS verlangsamt. Ist die Diagnose bestätigt worden, wird man Ihnen die beiden Behandlungsmöglichkeiten erläutern - konservativ oder operativ.
  • Welche Maßnahme in Ihrem Fall geeignet ist, hängt in erster Linie von der Ursache des KTS ab, es spielen aber auch der Schweregrad Ihrer Beschwerden, die Messergebnisse des Neurologen und auch Ihr Alter eine Rolle.
  • Einen konservativen Therapieversuch können Sie durchführen, wenn Sie ein so genanntes idiopathisches KTS entwickelt haben. Hierzu wird man Ihnen eine Schiene verordnen, die Sie sich im Sanitätshaus anpassen lassen können und überwiegend nachts getragen wird, weshalb diese Schienen auch als Nachtlagerungsschienen bezeichnet werden. Achten Sie darauf, dass die Schiene perfekt sitzt. Sie sollte locker sitzen und darf nicht einschnüren.
  • Nicht wenige Patienten bemerken bereits nach wenigen Tagen einen Rückgang ihrer Beschwerden. Meist müssen Sie zur Beurteilung des Behandlungserfolges jedoch eher eine Behandlung von 4-6 Wochen einrechnen.
  • Bei sehr ausgeprägten Beschwerden können Sie die Schiene auch tagsüber tragen. Für Betroffene, die am PC arbeiten, gibt es spezielle Schienen, die ein wenig mehr Bewegungsfreiheit geben, damit Maus und Tastatur bedient werden können. Achten Sie dann auch darauf, dass die Hände vor der Tastatur in richtiger Höhe gelagert werden. Für Arbeiter haben sich Ledermanschetten mit einer speziellen Versteifung bzw. Spezialhandschuhe, die Vibrationen auf die Handgelenke abfangen, sehr bewährt.
  • Sie können die Schienenbehandlung unterstützen, indem Sie zusätzlich noch ein abschwellend wirkendes Medikament einnehmen wie zum Beispiel Diclofenac oder Ibuprofen. Beachten Sie die Kontraindikationen und Nebenwirkungen!

Wann ein Karpaltunnelsyndrom operiert werden muss

Bei der Operation eines KTS wird in Höhe des Handgelenks ein Band durchtrennt, wodurch der eingeengte Karpaltunnel erweitert wird. Der Eingriff wird in aller Regel ambulant durchgeführt in einer Regionalanästhesie, bei der lediglich der Arm betäubt wird. Eine zwingende Indikation zur Operation besteht bei einem Karpaltunnelsyndrom allerdings äußerst selten.

  • Zu einer operativen Maßnahme wird man Ihnen raten, wenn die Schienenbehandlung erfolglos geblieben ist.
  • Sinnvoll ist eine Operation auch dann, wenn das KTS Ihnen intensive Beschwerden bereitet und Sie beispielsweise keine Nacht mehr durchschlafen können oder aber auch Ihre manuelle Geschicklichkeit derart eingeschränkt ist, dass Sie Probleme im Alltag und in Ihrem Beruf haben.
  • Die meisten Patienten, die sich zu einer Operation entscheiden, verspüren bereits innerhalb weniger Tage ein Abklingen der Beschwerden. Allerdings enthält der Nervus medianus sowohl sensible als auch motorische Fasern, die unterschiedlich gut auf die Druckentlastung im Karpaltunnel durch eine Operation ansprechen. D. h. für Sie konkret: Haben Sie schlechte Messwerte für die motorischen Fasern, werden Sie von einer konservativen Behandlung mit einer Nachtlagerungsschiene kaum profitieren. In diesem Fall sollten Sie sich eher für eine Operation entscheiden, eine völlige Beschwerdefreiheit wird man Ihnen in diesem Fall allerdings nicht garantieren können.
  • Haben Sie Ihr KTS während der Schwangerschaft ausgebrütet, sollten von einer Operation eher Abstand nehmen, da in den meisten Fällen innerhalb vier Wochen nach der Entbindung die Beschwerden spontan wieder abklingen.
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