- 21.07.2011 Mona Sudter
- für Jauchen:
- Plastikeimer
- zehn Teile Wasser
- ein Teil Pflanzenteile (z. B. Brennnessel)
- Wasser zum Verdünnen
- für Tees:
- Teekanne oder Teesieb
- kochendes Wasser
- Pflanzenteile (z. B. Knoblauch)
- außerdem:
- Insektenhotel
- Vogelbad
- Vogelhäuschen/ Nistkasten
- online bestellte Nützlinge
- Nutzpflanzen
- Ein Wort vorab: Haben Sie sich schon einmal gefragt, was ein "Schädling" eigentlich ist? Die meisten werden an Läuse und Schnecken denken, bedenken Sie jedoch: Jedes Tier in der Natur hat seine Funktion: Meisen füttern ihre Jungen mit Blattläusen, Schnecken verwerten welke und faulende Pflanzenteile. Schädlinge sind also eine Einstellungssache. Wer in seinem Garten ein natürliches Gleichgewicht hat, wird es selten mit der Überhandnahme einer sogenannten Schädlingsart zu tun haben.
- Falls dies doch der Fall sein sollte, oder Sie die Tiere als störend empfinden, gibt es auch völlig natürliche und unbedenkliche Wege der Schädlingsbekämpfung. Chemische Schädlingsbekämpfungsmittel sind prinzipiell aufgrund zahlreicher, nicht immer bekannter Nebenwirkungen bedenklich, sollten aber zumindest auf keinen Fall von Laien angewandt werden.
Schädlingsbekämpfungsmittel und Pflanzenstärkungsmittel selbst herstellen
Mit natürlichen Zutaten lassen sich ganz einfach vorbeugende Pflanzenstärkungsmittel und heilende Schädlingsbekämpfungsmittel selbst herstellen:
- Jauchen werden hergestellt, indem klein geschnittene Pflanzenteile in einem großen Gefäß (nicht aus Metall, da dieses oxidiert) mit Wasser aufgegossen werden. Die Mischung sollte etwa 1:10 betragen und muss abgedeckt zwei Wochen lang ziehen und täglich umgerührt werden.
- Verwenden Sie Jauchen 1:10 verdünnt als zusätzliches Gießwasser (bei Anwendung sollte der Boden bereits feucht sein, damit die Wurzeln nicht zu viel Jauche aufnehmen), um Schädlinge zu vergrämen und die Pflanze natürlich zu stärken.
- Stärker verdünnt können Sie die Jauche direkt auf die von Schädlingen befallenen Pflanzenteile sprühen.
- Einige empfehlenswerte Pflanzen für Jauchen: Brennnesseln helfen gut gegen Blattläuse, Knoblauch gegen Milben und Pilze, Rainfarn gegen verschiedene Insekten wie auch Mehltau. Ein besonders universal wirkendes Mittel ist eine Jauche aus Scharfgarbe. Daneben stärken all diese Mittel auch vorbeugend die allgemeine Pflanzengesundheit.
- Ähnliche Wirkungsweisen wie die der Jauchen sind auch bei der Verwendung von Pflanzentees zu beobachten. Diese werden hergestellt wie ein gewöhnlicher Tee, also durch Aufgießen von Pflanzenteilen mit heißem Wasser. Pflanzentees sollten jedoch mindestens 30 Minuten ziehen.
- Der Tee muss natürlich vollständig abgekühlt sein, bevor er verwendet wird. Anschließend können Sie ihn sowohl vorbeugend als Gießwasser, als auch aufgesprüht zur direkten Schädlingsbekämpfung verwenden.
- Stärkende Pflanzentees können beispielsweise aus Kamille oder Ringelblume gewonnen werden. Die bei den Jauchen genannten Pflanzenarten lassen sich auch gut als Tees gegen die bereits angeführten Schädlinge verwenden.
Pestizide - nicht notwendig im lebendigen Garten
Locken Sie einfach Nützlinge an, die Ihnen bei der Schädlingsbekämpfung helfen:
- Durch Anbringung eines Insektenhotels (gekauft oder selbst gebaut), können Sie dafür sorgen, dass sich Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen oder Wildbienen in Ihrem Garten ansiedeln. Marienkäfer sowie Florfliegenlarven sind aktive Schädlingsbekämpfungsmittel gegen Blattläuse. Außerdem lockt ein Insektenhotel Vögel an.
- Vögel sind für Ihre Pflanzen ebenfalls sehr nützlich, da sie zahlreiche Schädlinge einfach auffressen. Außer einem Insektenhotel locken auch Vogelhäuschen oder Vogelbäder diese Nützlinge an.
- Insofern sich nützliche Insekten nicht von alleine einstellen, können Sie diese auch kaufen und gezielt auf Ihre Schädlinge ansetzen. Zahlreiche Websites bieten die kleinen Helfer zum Kauf an.
Pflanzen als Schädlingsbekämpfungsmittel
Auch durch die richtige Bepflanzung können Sie Schädlinge aus Ihrem Garten fernhalten:
- Pflanzen Sie beispielsweise Knoblauch zwischen Ihre Obst- und Gemüsepflanzen. Dieser wirkt stärkend und hält Schädlinge fern.
- Tagetes (Studentenblume) fördert zum einen die Gesundheit benachbarter Pflanzen. Zum anderen lockt er aber auch Schnecken an. Nicht gewollt? Doch, denn so können Sie problemlos die Schnecken von Ihren Nutzpflanzen weglocken und vom Tagetes absammeln.
- Lavendel und andere Duftpflanzen vertreiben Läuse - und sehen auch noch schön aus.
- Prinzipiell ist von Monokulturen auch im Garten abzuraten. Mischkulturen in Beeten sind gut für die verschiedenen Pflanzen und sind zudem ein attraktiver Anblick.
Hinweis: Manche Schädlingsprobleme sind hausgemacht: Achten Sie bei der Bepflanzung Ihres Gartens oder Ihrer Terrasse darauf, dass Sie möglichst einheimische Pflanzen wählen und diesen einen passenden Standort gewähren. Anderenfalls sind häufig Schädlinge und Krankheiten die Folge. Auch Überdüngung ist ein häufiger Grund für Schädlinge an Pflanzen.