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Sattelpflege - so bleibt er in Form

Der Sattel ist elementar wichtig, über diesen spüren Sie Ihr Pferd, seine Bewegungen, wirken hilfegebend ein. Enstprechend hochwertig sollte ein Sattel sein, exakt auf das Pferd abgestimmt. Ein solches Exemplar ist teuer in der Anschaffung und bedarf einer speziellen Pflege, um lange in Form zu bleiben.

Hier ist viel Pflege angesagt.
Hier ist viel Pflege angesagt.

Was Sie benötigen:

  • Sattelseife
  • Lederöl
  • Sattelhülle
  • Sattelbock

Um den Sattel lange einsatzfähig und in Form zu halten, muss dieser entsprechend gepflegt und gelagert werden. Hierbei spielt die Regelmäßigkeit eine sehr wichtige Rolle. Hierbei spielt es keine Rolle, ob Sie einen Spring-, Dressur-, Vielseitigkeits- oder Westernsattel besitzen.

So lagern Sie Ihren Sattel

  • Ein Sattel besteht größtenteils aus hochwertigem Leder, dieses sollte trocken und warm gelagert werden. Zu viel Luftfeuchtigkeit bei niedrigen Temperaturen fördert das Schimmelwachstum, das Leder leidet. Sorgen Sie also für eine möglichst gleichbleibende Temperatur in der Sattelkammer, die für den Winter mit einer Heizung ausgestattet sein sollte.
  • Um die Form zu wahren, müssen Sie Ihren Sattel auf einem Sattelbock lagern, der die Form der Sattelunterseite nachempfindet. Ein solcher Bock gleicht also einem Pferderücken. Eine einfache Holzstange ist nicht ausreichend, hier kann sich bei ständiger Lagerung die Kammerweite verändern, die Sattelkissen geraten schneller als gewollt aus der Form.
  • Schützen Sie Ihren wertvollen Sattel vor Staub und Schmutz mit einem gut sitzenden Schonüberzug. Dieser sollte an seiner Innenseite weich gepolstert sein, die Außenseite ist idealerweise wasserresistent. Auch muss der Schonbezug groß genug sein, um den Sattel bei hochgezogenen Steigbügeln und Sattelgurt komplett zu umschließen.

Die tägliche Sattelpflege

Nach dem Reiten sollten Sie Ihren Sattel stets kontrollieren, ob sich vielleicht eine Naht gelockert hat, ob irgendwelche groben Verschmutzungen aufgetreten sind. Diese müssen Sie dann natürlich entfernen.

  1. Nehmen Sie den Sattel ab und lösen die Satteldecke. Diese ist nach anstrengender Arbeit meist schweißnass und sollte getrennt vom Sattel trocknen. Das Salz sollte nicht in das Leder einziehen können, da es dieses schädigt.
  2. Wischen Sie den Sattel mit einem leicht eingefeuchteten und mit Sattelseife versehenen Lappen ab, sowohl die Außen- als auch die Innenseite. Gleiches gilt für die Steigbügelriemen. Sollten die Steigbügel verschmutzt sein, wischen oder bürsten Sie den Schmutz ebenfalls weg.
  3. Lösen Sie auch den Sattelgurt und bürsten alle anhaftenden Fellhaare gründlich aus.
  4. Ziehen Sie dann die Steigbügel hoch, legen den Sattelgurt locker über die Sattelfläche und ziehen dann den Schoner drüber. So verpackt, kann der Sattel dann auf den Bock gelegt werden.
  5. Die Satteldecke sollten Sie getrennt trocknen, bestenfalls verwenden Sie diese immer nur jeden zweiten Tag. Waschen Sie die Decken regelmäßig mit einem speziellen für Pferde geeigneten Waschmittel. Ein solches erhalten Sie in jedem gut geführten Reitsportfachgeschäft.

Gründliche Pflege ist ebenso nötig

Neben der täglichen Pflege sollten Sie Ihren Sattel zusätzliche regelmäßig einmal wöchentlich gründlich reinigen und pflegen. Dies fördert die Langlebigkeit, hält das Leder an den gewünschten Bereichen geschmeidig.

  1. Bauen Sie den Sattel zu diesem Zweck auseinander, schnallen also den Gurt ab, öffnen die Verschlüsse der Steigbügelriemen und ziehen diese aus der Halterung. Anschließend ziehen Sie die Steigbügel noch von den Riemen.
  2. Drücken Sie die Gummieinlagen aus den Steigbügeln und weichen diese in warmem Wasser ein. So lösen sich auch kleinste Verschmutzungen, die in den Rillen gerne haften bleiben.
  3. Die Steigbügel waschen Sie mit einem Lappen ab und polieren diese dann mit einem weichen Lappen auf Hochglanz.
  4. Nehmen Sie einen speziellen Schwamm, den es in der Regel zur Sattelseife dazugibt, tauchen diesen in lauwarmes Wasser und drücken diesen dann wieder aus. Wenn Sie einen zu nassen Schwamm mit Sattelseife versehen, schäumt diese am Leder viel zu stark auf, der gewünschte Effekt - die gründliche Reinigung - tritt nicht ein, da sich auf dem Leder eher ein Schmierfilm bildet.
  5. Bearbeiten Sie nun den gesamten Sattel mit der Sattelseife, lösen so alle Verschmutzungen und nehmen diese mit dem Schwamm auf. Waschen Sie auch den Schwamm immer wieder gründlich aus.
  6. Gerne bleibt in den Ritzen und an den feinen Nähten viel Schmutz hängen, der schnell zu einer schmierigen Schicht verklebt. Diesen können Sie nicht bloß mit einem Schwamm lösen, hier müssen Sie mit einer Spitze, beispielsweise einer stumpfen Stopfnadel, den Schmutz vorsichtig ablösen, ohne das Leder zu beschädigen.
  7. Abschließend sollten Sie den gesamten Sattel noch einmal mit einem nur mit sauberen Wasser befeuchteten Schwamm ohne Seife abreiben, um alle überschüssigen Bestandteile noch aufzunehmen. Zwar hat auch die Sattelseife einen pflegenden Effekt, aber das Leder benötigt zusätzlich noch Lederöl.
  8. Pinseln Sie nun alle stark beanspruchten Tele wie die Steigbügelriemen und die innen aufeinander liegenden Sattelblätter mit einem Lederöl ein. Wenn dieses schnell einzieht, sollten Sie den Vorgang wiederholen, bis das Leder gesättigt ist.
  9. Die Sitzfläche hingegen darf nicht zu sehr geölt werden, hier reicht es, diese mit der pflegenden Sattelseife zu bearbeiten.
  10. Nun fügen Sie die gut getrockneten Gummieinlagen wieder in die Steigbügel, ziehen diese durch die Riemen und montieren sie wieder am Sattel. Gut eingehüllt kommt dieser dann wieder auf seinen Bock in die Sattelkammer.

Neben der besonderen und routinemäßigen Pflege ist es aber auch notwendig, den Sattel regelmäßig von einem Sattlermeister begutachten zu lassen. Idealerweise haben Sie einen Maßsattel, der exakt auf Ihr Pferd zugeschnitten ist. Da sich die Muskulatur des Pferdes während der Arbeit mit der Zeit verändert und auch der Sattel aus lebendem Material besteht, das sich verändert, wird es immer wieder notwendig, den Sattel auf- oder umpolstern zu lassen. Befindet sich Ihr Pferd noch in der Wachstumsphase, kann sich sogar die Kammerweite verändern. Ein erfahrener Sattler prüft den Sattel nackt, auf dem Pferd liegend und in der Bewegung unter dem Reiter. Dies sollte regelmäßig, mindestens alle 2 Jahre geschehen, manchmal wird dies aber auch häufiger nötig sein.

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