Die antiken Baumeister hielten nicht viel von Experimenten. Drei Säulenarten reichten ihnen, um die eindrucksvollsten Tempel und Paläste zu bauen.

Dorische Säulenarten erklären

  • Ungefähr seit 600 vor Christus gibt es die dorische Säulenordnung. Diese Säulenarten erkennen Sie daran, dass sie insgesamt eine sehr klare Linie haben. Dorische Säulen sind eher gedrungen und nicht sehr hoch. Sie können als Faustregel angeben, dass diese Säulenarten in der Höhe zwischen dem 5-fachen und 7,5-fachen Säulendurchmesser liegen. 
  • Weisen Sie darauf hin, dass dorische Säulen keine gesonderte Unterlage haben, keine Basis. Sie erheben sich direkt aus dem Fundament des Gebäudes, zu dem sie gehören. Der Durchmesser des Säulenschafts nimmt von unten nach oben leicht ab. Erwähnen Sie auch, dass die Säulen an ihrem Schaft mit Längsrillen bedeckt sind, die Kannelüren genannt werden. Diese Kannelüren erzeugen den Eindruck von Tragkraft und dem Streben nach oben.
  • Da Sie mit der Basis der Säule begonnen haben, schließen Sie sie mit dem obersten Teil dieser Säulenarten ab. Dieser Abschluss nennt sich Kapitell. Bei den dorischen Säulenarten ist das Kapitell ebenso schmucklos wie der Rest der Säule. Es besteht aus einem runden Wulst, auf dem sich eine Abakus genannte quadratische Auflageplatte befindet. Sie vergrößert die Tragefläche für den First und verteilt die auf die Säule wirkende Last besser.
  • Frühe dorische Säulen zeigen im unteren Teil der Säule eine Verdickung, die als Entasis bezeichnet wird und trotz des starren Materials Elastizität vermitteln soll.

Ionische Säulenarten zum Vergleich

  • Etwas jünger als die dorischen Säulen müssen Sie bei den antiken Säulenarten die ionischen Säulen einordnen. Um 570 vor Christus verbreiteten sie sich und schmückten mit ihrem sehr viel aufwendigerem Aufbau zunächst das Innere der Gebäude.
  • Beim ersten Vergleich der beiden Säulenarten erwähnen Sie den Unterschied der Basis. Im Gegensatz zu den dorischen Säulen verfügen ionische Säulenarten über eine quadratische Grundplatte, die Plinthe, auf der runde Wülste und Hohlkehlen zusammen eine abwechslungsreiche Basis formen.
  • Erst über der Basis folgt der Säulenschaft. Die ionischen Säulenarten sind höher als die dorischen Säulen. Sie können zwischen dem 8,5-Fachen bis 9,5-Fachen des Säulendurchmessers betragen. Erwähnenswert bei einem Vergleich ist für Sie auch, dass die vierundzwanzig Kannelüren eine sorgfältigere Ausführung haben.
  • Das Kapitell als letzter Teil Ihres Vergleichs ist besonders auffällig in seiner kunstvollen Erscheinung. Der schlichte Abakus der dorischen Säulenarten ist nun ein über den Rand des Säulenschafts hinausgehendes Polster. Sie erkennen dabei leicht die zu großen Spiralen eingerollten Ecken. 

Korinthische Säulenarten als Abschluss

  • Die dritte und jüngste Säulenart ist die korinthische Säule. Sie ist eher eine besonders kunstfertige Ausführung der ionischen Säulenarten. Basis und Säulenschaft weisen nur wenige Unterschiede auf. Dafür ist das Kapitell aber besonders ausgeprägt in seinen Details. 
  • Korinthische Säulenarten zeigen, wie sich seit den ionischen Säulen die Baukunst weiterentwickelt hat. Außerdem gehören sie zu den antiken Säulenordnungen und Sie sollten auch diese Säulen erwähnen.
  • Gehen Sie besonders auf das Kapitell ein, das durch aufwendige Blumenornamente überzeugt. Es ist recht hoch und reich verziert.
  • Bei Gebäuden aus der Römerzeit werden Sie häufig Säulenarten finden, die sich nicht vollständig als korinthische Säulen einordnen lassen. Dabei handelt es sich um Säulen mit Kompositkapitell. Die Römer bevorzugten diese Säulen, die neben ihren schlichten Schäften im Kapitellbereich die Möglichkeit zu üppiger Ornamentik gaben.
  • Zur Unterscheidung von ionischen und korinthischen Säulenarten hilft Ihren Zuhörern oft auch der Hinweis auf das Fries, das über den Säulen verläuft. Bei ionischen Säulen war dieses oft mit Figuren verziert. Bei korinthischen Säulen fehlt diese Verzierung meistens.