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Säkularisierung und Pluralisierung - Begriffserklärungen

Im sozialwissenschaftlichen Bereich sind die Begriffe der Pluralisierung und der Säkularisierung nicht nur wichtig, sondern stehen auch in einem unbestreitbaren Zusammenhang. Aber welcher ist das?

Säkularisierung bedeutet unter anderem die Trennung von Kirche und Staat.
Säkularisierung bedeutet unter anderem die Trennung von Kirche und Staat.

Pluralisierung - der Mensch hat die Wahl

  • In den vergangenen Jahrhunderten hat sich im menschlichen Zusammenleben eine Menge getan, wobei das Zeitalter der Industrialisierung einen riesigen Umsturz bedeutete.
  • Während die Menschen während des Mittelalters und auch danach noch vorwiegend in dörflichen Gemeinschaften zusammenlebten, in denen jeder seine festgelegte Aufgabe hatte (Bäcker, Schuster, Metzger etc.), setzte während der Industrialisierung eine allgemeine Verstädterung ein, die immer mehr Menschen in die Nähe der Produktionsstätten zog.
  • Große Städte entstanden, in denen viele Menschen der gleichen Arbeit nachgingen und sich wiederum andere darauf spezialisierten, diese mit Lebensmitteln und Co. zu versorgen.
  • Wer in die Städte kam, hatte fortan also die Wahl: Gebraucht wurden Arbeiter, Bäcker, Metzger, Krämer und vieles mehr, sodass die Möglichkeiten für jeden Einzelnen wuchsen.
  • Dieses System der Pluralisierung hat sich immer weiter ausgebreitet. Im beruflichen Bereich ist es heutzutage in westlichen Gesellschaften nur noch sehr selten so, dass jemand von klein auf auf eine Tätigkeit festgelegt ist.
  • Auch im außerberuflichen Bereich wuchs mit der Moderne die Zahl der Möglichkeiten. Man kann nicht mehr nur arbeiten, als was man möchte, sondern man wählt auch unter verschiedenen Lebensmodellen, Freizeitbeschäftigungen usw.
  • Dieser Prozess der Vervielfältigung der Möglichkeiten ist nun also die Pluralisierung. Aber wie hängt nun die Säkularisierung damit zusammen?

Säkularisierung - ein Wandel im Glauben

  • Wenn man versucht, den Begriff der Säkularisierung zu übersetzen, landet man bei "Verweltlichung". Dies bedeutet also praktisch eine Abkehr vom Geistlichen oder auch eine Abkehr von der Religion.
  • Diese Abkehr lässt sich mit der Pluralisierung begründen. Der Mensch, der nach und nach die Fülle seiner Möglichkeiten entdeckte, begann schnell, auch den Glauben infrage zu stellen.
  • Unter dem Einfluss der Aufklärung lernten die Leute das aktive Reflektieren zu schätzen, was schließlich zu einer Trennung von Kirche und Staat führte.
  • Nach und nach verlor die Religion an Bedeutung, kritische Wissenschaftler sprachen gar davon, dass die Arbeit die neue Religion des Menschen sei.
  • Schließlich griff die Pluralisierung auch auf den Glauben über, denn auch in diesem Bereich gibt es heutzutage unzählige Möglichkeiten vom Christentum bis zum Shintoismus, unter denen jeder Einzelne wählen kann.

Fazit: Pluralisierung und Säkularisierung hängen zusammen, ein gesellschaftlicher Prozess bedingt hier einen anderen.

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