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Rückstoßmotor - Funktionshinweise

Das sog. Rückstoßprinzip sorgt für Antrieb bei Raketen und Flugzeugen. So wurden in früheren Jahren damit auch Raketenautos und Schienenfahrzeuge gebaut. Kleine Automodelle mit Luftballon als "Rückstoßmotor" kann man im Spielzeughandel kaufen (oder auch bauen).

Prinzip des Rückstoßmotors
Prinzip des Rückstoßmotors

Das Rückstoßprinzip - die Physik dahinter

  • Wer schon einmal einen Luftballon aufgeblasen hat und diesen dann einfach "davonschnurren" ließ, hat das Rückstoßprinzip bereits intuitiv erfasst: Von der nach hinten ausgestoßenen Luft angetrieben, saust der Luftballon davon.
  • Das diesem Vorgang zugrunde liegende Gesetz wurde von dem bekannten Physiker Isaac Newton als "actio gleich reactio" (in der Übersetzung: Kraft gleich Gegenkraft) gefunden. Oft wird es allerdings kurz nur Rückstoßprinzip genannt.
  • Eine gute Vorstellung für die Physik dahinter erhält man, wenn man sich überlegt, dass sich die im Inneren eines Ballons befindliche Luft nach dem Einblasen unter einem leichten Überdruck gegen die Außenluft befindet - auf die Ballonhaut wirken Kräfte in alle Richtungen.
  • Öffnen Sie jetzt den Ballon, dann setzt der an dieser Stelle austretende Luftstrom den Ballon in Gegenrichtung in Bewegung. Es ergibt sich jedoch, wie vermutet, keine geradlinige Bewegung, sondern der Ballon nimmt einen häufigen Richtungswechsel vor, weil kleine Luftturbulenzen an der Austrittsöffnung auftreten und so den Luftstrom in leicht unterschiedliche Richtungen führen.

Raketenauto mit Rückstoßmotor

  • Ein nach diesem Prinzip arbeitender Rückstoßmotor, der allerdings heiße Verbrennungsgase ausströmt, wird heute für den Antrieb von Raketen und auch Flugzeugen genutzt. In den 1920er-Jahren baute jedoch Max Valier auch Autos, Schlitten und Schienenfahrzeuge mit einem derartigen Rückstoßmotor. Unterstützt wurde Valier damals von dem Automobilfabrikanten Fritz von Opel.
  • Als Treibstoff diente eine Mischung aus Alkohol und flüssigem Sauerstoff. Beim Zünden der hinten am Fahrzeug angebrachten Treibsätze schossen meterlange Flammen aus den Rohren und mit Donnergetöse schoss das Raketenauto davon.
  • Mit dem Wagen erreichte er auf einem gefrorenen See eine Geschwindigkeit von fast 400 km/h. Mit dem RAK 2 gelang Fritz von Opel auf dem Berliner Avus mehr fliegend als fahrend eine Höchstgeschwindigkeit von 238 km/h.
  • Doch genauso schnell, wie sie begonnen hatten, endeten auch die Versuche, denn während eines Experiments explodierte eine Raketenröhre und Valier kam dabei um. Daraufhin wurden diese lebensgefährlichen Experimente für erdgebundene Fahrzeuge eingestellt.
  • Im Deutschen Museum in München steht noch ein solches Einmann-Raketenauto, das nicht viel größer als eine Seifenkiste ist und mit Seenot-Feststoff-Raketen angetrieben wurde.
  • Aber Sie können sich natürlich im Spielzeughandel kleine Modellautos mit einem Ballonantrieb kaufen oder auch kleine Boote, die sich knatternd fortbewegen.
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