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Rückgaberecht bei Gebrauchtwagen - das sollten Sie beachten

Bei einem Gebrauchtwagen besteht nach dem Kauf normalerweise kein Rückgaberecht. Der Verkäufer schließt seine Haftung regelmäßig aus. In bestimmten Fällen können Sie den Kauf dennoch rückgängig machen.

Auto vor dem Kauf checken.
Auto vor dem Kauf checken.

Wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen, kaufen Sie normalerweise nach der Klausel "gekauft wie gesehen". Sie ist in den meisten Formularkaufverträgen enthalten.

Rückgaberecht ist nur ausnahmsweise möglich

  • Beachten Sie, dass die Rechtsprechung vom Verkäufer vor dem Verkauf keine Untersuchung des Fahrzeuges verlangt. Eventuelle Aussagen des Verkäufers über Laufleistung, Alter des Fahrzeugs, Vorbesitzer oder Unfallschäden werden in der Regel nicht als Zusicherung einer bestimmten Eigenschaft oder gar als Garantieerklärung des Verkäufers verstanden. Dies trifft nur auf gewerbliche Verkäufer zu.
  • Ein Rückgaberecht kommt also in Abkehr von dieser Regel nur dann ausnahmsweise in Betracht, wenn Sie der Verkäufer bewusst über bestimmte Eigenschaften des Fahrzeuges getäuscht hat. 

Informationspflichten bei Gebrauchtwagen

  • Wusste er beispielsweise, dass das Fahrzeug einen Unfallschaden hatte, muss er Sie auch ungefragt darüber informieren.
  • Unterlässt er diese Aufklärung, können Sie den Verkäufer auffordern, einen eventuell vorhandenen Mangel nach Möglichkeit zu beseitigen. Ist der Mangel unbehebbar, scheidet diese Nacherfüllung normalerweise aus.
  • Dann können Sie den Kaufpreis hinsichtlich des durch den Mangel bedingten geringeren Sachwertes mindern oder tatsächlich ein Rückgaberecht geltend machen und den Rücktritt vom Kaufvertrag erklären.
  • Voraussetzung für ein Rückgaberecht ist aber, dass der Fehler so schwerwiegend ist, dass er allein mit einer Kaufpreisminderung nicht aufgefangen werden kann und Ihnen das Festhalten am Kaufvertrag nicht zumutbar ist.
  • Ein Rückgaberecht lässt sich umso leichter durchsetzen, je mehr Sie dem Verkäufer ein arglistiges Verhalten oder eine bewusst vorsätzliche Täuschungsabsicht nachweisen können.

Ein Gutachten beauftragen

  • Bei schwerwiegenden Fällen empfiehlt es sich, wenn der Verkäufer auf Ihre Beanstandungen nicht eingeht, einen vereidigten Sachverständigen mit der Erstellung eines Gutachtens zu beauftragen. Damit schaffen Sie die Grundlage für eine eventuell anstehende rechtliche Auseinandersetzung mit dem Verkäufer. Hat der Verkäufer schuldhaft gehandelt, muss er Ihnen die Gutachterkosten ersetzen. Tut er es nicht freiwillig, sind Sie auf gerichtliche Hilfe angewiesen.
  • Ansonsten sind Sie gut beraten, vor dem Kauf eines Gebrauchtwagens präventiv tätig zu werden. Bitten Sie den Verkäufer, das Fahrzeug in einer Fachwerkstatt untersuchen lassen zu dürfen oder lassen Sie sich bei den Kaufverhandlungen von einer fachkundigen Person begleiten.
  • Legen Sie auf bestimmte Umstände besonderen Wert (Unfallfreiheit, Kilometerleistung) oder haben Sie Verdachtsmomente in Bezug auf eine bestimmte Eigenschaft (manipulierter Tacho, Blechbeulen, Ölverlust), lassen Sie sich diesen Umstand im Kaufvertrag ausdrücklich zusichern. Verweigert sich der Verkäufer, besteht erst recht Anlass zum Misstrauen. Mit der Zusicherung einer Eigenschaft im Kaufvertrag können Sie ein eventuelles Rückgaberecht wesentlich leichter durchsetzen.
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