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Rückenmuskulatur aufbauen beim Pferd

Pferdebesitzer scheuen den Satz, den ein Tierarzt oder ein Osteopath ablassen kann: Bauen Sie bei Ihrem Pferd die Rückenmuskulatur auf. Dass dieses Aufbauen extrem viel Zeit in Anspruch nimmt, stellt nämlich keiner infrage.

Viel Auslauf - trainierte Muskeln.
Viel Auslauf - trainierte Muskeln. © siepmannH / Pixelio

Argumente für eine trainierte Rückenmuskulatur

Leider wird in den Reitschulen weitgehend nicht gelehrt, weshalb ein Pferd eine gut trainierte Rückenmuskulatur haben sollte.

  • Beachten Sie, dass das Tier ebenso wie der Mensch eine Wirbelsäule besitzt. Und genauso wie beim Menschen können Rückenprobleme auftreten, wenn die Wirbelsäule belastet wird, aber nicht genügend Muskeln vorhanden sind.
  • Beim Pferd ist dies besonders schlimm, da der Mensch direkt (nur durch den Sattel getrennt) auf dem Rücken des Tieres sitzt und eventuell entgegen der Pferdebewegung mitschwingt. In diesem Fall können nur gut trainierte Muskeln das Fehlverhalten des Menschen abfedern.
  • Ebenso können Muskeln verhindern, dass die Dornfortsätze aneinander reiben, was logischerweise zu erheblichen Schmerzen führen würde. Jeder Pferdeinteressierte hat schon einmal den Begriff Kissing-Spines gehört.

Nützliche Hinweise über das Pferd

  • Betrachten Sie einmal, wie das Tier früher gelebt hat: Es hat sich jeden Tag mehrere Kilometer im Schritt bewegt und hierbei gefressen. Achtzehn Stunden pro Tag sind für die Futtersuche und -aufnahme verwendet worden. In diesem Zusammenhang muss auch erwähnt werden, dass das Tier immer vom Boden fraß.
  • Ein Pferd in freier Wildbahn ist kaum getrabt oder galoppiert. Letzteres kam nur vor, um vor Feinden zu flüchten. Die Gangart Trab wurde ab und zu einmal durchgeführt, hauptsächlich aber haben die Jungpferde hiermit ihre Muskeln trainiert.

So können Sie das Pferd aufbauen

  • Wie der mittlere Abschnitt verrät, benötigt jedes Pferd ausreichend Auslauf. Wenn Sie also die Rückenmuskulatur des Tieres aufbauen sollen, dann sollten Sie dieses nach Möglichkeit in einen Offenstall stellen oder in einen Boxenstall, bei dem die Tiere jeden Tag auf die Koppeln dürfen.
  • Im nächsten Schritt können Sie mit Ihrem Pferd spazieren gehen. Logischerweise ist dies nicht so effektiv wie das Longieren, bringt aber auf jeden Fall etwas.
  • Als Nächstes können Sie das Tier in allen Gangarten longieren. Achten Sie hierbei aber darauf, dass die Longenkreise nicht zu klein werden, da sich dies ungünstig auf die Pferdebeine auswirken kann. Ebenso sollte die Richtung immer wieder geändert werden.
  • Sollte all dies nicht wirken, dann können Sie beim Longieren mit Ausbindern, Dreieckszügeln usw. arbeiten. Dies sollten Sie aber nur tun, wenn Sie mit diesen Hilfsmitteln ausreichend Erfahrung haben. Ansonsten würden Sie dem Tier wesentlich mehr schaden als nützen.
  • Bedenken Sie, dass Sie mit diesen Hilfsmitteln den Kopf des Tieres so stellen können, dass der Rücken aufgewölbt wird. Dies unterstützt den Aufbau der Rückenmuskulatur. Aber wie gesagt, man kann die Benutzung keinesfalls theoretisch erklären, man muss sich diese zeigen lassen.
  • Beim Reiten könnten Sie viele Strecken bergauf gehen - sofern möglich. Ansonsten können Sie die Muskulatur aufbauen, indem Sie das Tier nach dem Anhalten rückwärtsgehen lassen (fließend ineinander übergehend) und dann sofort antraben lassen.
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