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Rotes Quecksilber - gibt es das?

Eine der geheimnisvollsten Substanzen des Kalten Krieges war sogenanntes Rotes Quecksilber. Um was es sich genau handelt, weiß niemand, genauso wenig, ob dieser Begriff überhaupt jemals etwas anderes war als eine Ente. Trotzdem wollte jeder das vermeintliche Wundermaterial besitzen.

Rotes Quecksilber ist angeblich ein Wunderelement.
Rotes Quecksilber ist angeblich ein Wunderelement.

Sowjetunion als Erfinder des Roten Quecksilbers

Die Geschichte des Roten Quecksilbers begann angeblich im Jahr 1979 als sowjetische Erfindung, die zu einer Verbesserung der Atomwaffen führen sollte. Danach verselbstständigte sich das Element - und damit auch seine Fähigkeiten.

  • "Rot" wäre das Quecksilber deswegen, weil es die Farbe der Sowjetunion war - die Farbe des Materials wäre dann unerheblich. 
  • Rotes Quecksilber (engl. "Red Mercury") tauchte in den Jahren nach 1993 immer häufiger in Publikationen auf, ohne sich konkret auf ein chemisches Element zu beziehen.
  • Eine wirkliche Erklärung, wie es zu dem Begriff kam, gibt es nicht, nur Erklärungsversuche. Es könnte tatsächlich mit der roten Farbe der Sowjetunion zu tun haben, möglich wäre auch ein Zusammenhang mit der rötlichen Farbe des Quecksilber(II)-iodids, einem Pulver, das jedoch keine militärische Anwendung hat, sondern als Tinktur auf Wunden benutzt wurde.

Trotz der Tatsache, dass Rotes Quecksilber eigentlich alles oder nichts sein konnte, gab es einen regelrechten Run auf die unbekannte Substanz.

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Rotes Quecksilber wollte jeder haben

Die angeblichen Marktpreise für Rotes Quecksilber belaufen sich angeblich, je nach Quelle, auf bis zu 1,8 Millionen US-Dollar. Um diesen hohen Kaufpreis zu rechtfertigen, wurden der Substanz immer mehr Eigenschaften angedichtet.

  • Einerseits sollte das Rote Quecksilber die Produktion von Atomwaffen vereinfachen und somit die Atomtechnologie auch Staaten ohne teure Entwicklung zur Verfügung stellen. Dies hätte die Substanz vor allem für Terroristen interessant gemacht. Die Existenz einer solchen Abkürzung zur Atommacht ist jedoch nicht bekannt.
  • Genauso wurde das "Red Mercury" auch als angeblich in Russland entwickelte Stealth-Farbe vermarktet. Mit diesem Stoff bemalte Fahrzeuge sollten angeblich nicht vom feindlichen Radar erkannt werden können. Allerdings gab es dieses Material nie.
  • 2009 gab es den vorerst letzten großen Auftritt des Wundermaterials - diesmal als speziell beschichtete Nähmaschinen in Saudi-Arabien. Solche Nähmaschinen wurden zum 1000-fachen Preis verkauft. 

Die Frage, ob es Rotes Quecksilber wirklich gibt, kann nicht eindeutig mit "Nein" beantwortet werden. Es scheint ein solcher Codename in den Zeiten des Kalten Krieges benutzt worden zu sein, aber alles, was später folgte, waren reine Märchen, die sich verselbstständigten.

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