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Rote Käfer an Lilien - was tun gegen Lilienhähnchen?

Finden Sie rote Käfer an Ihren Lilien, dann handelt es sich in der Regel um das sogenannte Lilienhähnchen Lilioceris lilii. Schäden entstehen sowohl durch den erwachsenen Schädling als auch seine Larven.

Rote Käfer an Lilien sind Schädlinge, die vor allem Lilien stark schädigen können.
Rote Käfer an Lilien sind Schädlinge, die vor allem Lilien stark schädigen können.

Was Sie benötigen:

  • Kaffeesatz
  • Gesteinsmehl
  • Algenkalk
  • Frische oder getrocknete Brennnesseln
  • Getrocknete Rainfarnblüten

Woran Sie diesen Schädling an Ihren Lilien erkennen

Die ursprüngliche Heimat des Lilienhähnchens ist sowohl Europa als auch Asien. Hierzulande befällt es vor allem weiße Lilien, Türkenbundlilien, Feuerlilien aber auch Kaiserkronen. Sie können aber auch Schäden an Maiglöckchen, Schachblumen sowie unterschiedlichen Laucharten anrichten.

  • Der zu den Blattkäfern zählende Schädling ist ein sechs bis acht Millimeter kleiner Käfer. Er besitzt auffallend rote Flügel und einen ebenfalls roten Halsschild. Kopf und Beine sind schwarz. Am Kopf trägt er lange schwarze Antennen.
  • Die Larven von Lilioceris sind kurz nach dem Schlüpfen zunächst gelblich und später orangefarben. Meist sehen die Larven aus wie kleine Erdklümpchen. Das liegt daran, dass sie ihren Körper zum Schutz vor Fressfeinden mit Kot bedecken.
  • Bei Gefahr gibt das Lilienhähnchen leise, zirpende Laute von sich. Wenn Sie ganz nah herangehen, können Sie diese Laute wahrnehmen. Er kann in einem Jahr in zwei oder drei Generationen auftreten.

Sammeln Sie die Käfer immer wieder ab

Sobald sie Käfer an Ihren Lilien entdecken, sollten Sie sie ablesen. Suchen sie die Pflanzen jeden Tag nach neuen Käfern ab und entfernen Sie diese. Das kostet mitunter etwas Überwindung.

  • Wenn Sie nicht unverzüglich handeln, können sich diese Schädlinge weiter ausbreiten. Lesen Sie die Käfer möglichst in den frühen Morgenstunden ab, denn dann sind sie noch nicht so beweglich, da sie sich dann noch in einer Art Starre befinden.
  • Vor dem Absammeln sollten Sie vielleicht wissen, dass dieser rote Käfer über eine ganz besondere Verteidigungsstrategie verfügt. Bei Gefahr lässt er sich von der Lilie herunterfallen, sodass er auf dem Rücken landet.
  • Aufgrund der schwarzen Färbung seiner Körperunterseite ist er auf dem Boden liegend kaum oder gar nicht mehr zu erkennen. Käfer, die am Boden liegen, finden in der Regel nicht auf die Pflanze zurück.

Nutzen Sie Hausmittel wie Kaffeesatz zur Bekämpfung

Wenn Sie zu den Kaffeetrinkern gehören, sollten sie den Kaffeesatz nicht einfach wegwerfen. Verteilen Sie ihn reichlich auf dem Boden rund um jede einzelne Lilie. Wiederholen Sie das mindestens alle zwei Tage.

  • Hier sollten Sie auf jeden Fall am Ball bleiben. Möglicherweise ist das allein aber nicht ausreichend aber dann haben Sie Ihre Pflanzen zumindest mit gutem Dünger versorgt.
  • Am gefräßigsten sind nicht die erwachsenen Käfer, sondern deren Larven. Wenn Sie Larven an der Pflanze erkennen, sollten Sie natürlich auch diese entfernen. Ein starker Wasserstrahl leistet hierbei schon sehr gute Dienste.
  • Auf dem Boden liegend verenden die Larven schließlich. Wenn Sie sie mit der Hand abstreifen, sollten Sie nur mit Handschuhen arbeiten, denn immerhin sind die Larven mit Kot behaftet.

Bestäuben Sie die Lilien mit Algenkalk oder Gesteinsmehl

Das Bestäuben der Pflanzen mit Algenkalk oder Gesteinsmehl kann Ihnen helfen, den Befall zumindest zu dezimieren. Bei Gesteinsmehl handelt es sich um fein gemahlenen Basalt und bei Algenkalk um Ablagerungen von Rotalgen. Algenkalk wird vorrangig zur Bodendüngung eingesetzt aber auch zur Bekämpfung unterschiedlicher Schaderreger, wie auch des Lilienhähnchens Lilioceris.

  • Das Schwierige bei beiden ist das Ausbringen, denn sie müssen irgendwie an die Blattunterseiten kommen. Um Gesteinsmehl oder Algenkalk an Ort und Stelle zu bringen, kann Ihnen ein herkömmlicher Nylonstrumpf helfen.
  • Füllen Sie das Mehl oder den Kalk in den Strumpf und klopfen Sie es dann vorsichtig gegen die Unterseite der Blätter. In der Regel bleibt dann eine ausreichende Menge an den Blättern haften.
  • Die Behandlung sollten Sie mehrmals wiederholen und das nicht nur, wenn es geregnet hat. Allerdings müssen Sie auch darauf achten, die Pflanzen nicht zu oft damit zu bestäuben. Zu viel Gesteinsmehl könnte die Atmung der Pflanzen behindern und sie zusätzlich schädigen.
  • Vorbeugen können Sie diesen roten Käfern übrigens nur, indem Sie Ihre Lilien regelmäßig auf einen Befall kontrollieren. Denn wenn bereits ein Befall vorgelegen hat, können Sie auch im nächsten Jahr damit rechen. Das liegt daran, dass dieser Schädling im Boden überwintert und im Frühjahr wieder aktiv wird.

Vertreiben Sie die roten Käfer mit Pflanzenbrühen oder Niem-Extrakten

Pflanzenbrühen sind ja für vieles gut und sie sollen auch gegen das Lilienhähnchen helfen. Derartige Pflanzenbrühen beispielsweise aus Brennnesseln oder Rainfarn können Sie leicht selbst herstellen.

  • Für Brennnesselbrühe setzen Sie 1 Kilogramm frisches oder 250 Gramm getrocknetes Kraut in einem Plastik- oder Holzbehälter mit 10 Litern kaltem Wasser an. Decken Sie den Behälter anschließend ab und lassen Sie das Ganze 24 Stunden, nicht länger, stehen. Dann können Sie die Pflanzen mit der unverdünnten Brühe spritzen. Spritzen Sie nur bei bedecktem Wetter oder abends und nicht bei Sonnenschein.
  • Um eine Brühe aus Rainfarn herzustellen, lassen Sie die getrockneten Rainfarnblüten in Wasser aufkochen. Anschließend muss das Ganze abkühlen und durch geseiht werden. Danach können Sie Ihre Pflanzen damit spritzen. Auf 100 Gramm getrocknete Blüten rechnet man drei Liter Wasser. Ganz gleich, welche Art von Pflanzenbrühe Sie verwenden, Sie müssen die Behandlung mehrfach wiederholen.

Wirkungsvoll gegen die Larven, weniger gegen die roten Käfer, sollen auch Extrakte des Niembaumes sein, beispielsweise Niemöl. Entsprechende Präparate sind im Gartenfachhandel oder im Internet erhältlich.

Was, wenn nur noch die Chemiekeule hilft?

Chemische Spritzmittel sollten grundsätzlich das letzte Mittel sein. Achten Sie möglichst immer auf nützlingsschonende Präparate und lassen Sie sich im Gartenfachhandel zu geeigneten Insektiziden beraten.

  • Am wirkungsvollsten sind in der Regel systemisch wirkende Mittel, die auf Thiacloprid, Axetamiprid oder Dimethoath basieren. Diese sind beispielsweise in den Produkten "Garten Schädlingsfrei Calypso" von Bayer, in "Schädlingsfrei Careo Spray" von Celaflor oder in "Spruzit Schädlingsfrei" enthalten.
  • Systemisch wirkende Mittel haben den Vorteil, dass sie von der Pflanze aufgenommen werden und sich in der kompletten Pflanze verteilen. Das stellt sicher, dass der betreffende Schädling dieses Mittel aufnimmt und schließlich verendet.

Lilienhähnchen - ein hübscher aber ungeliebter Käfer

Dieser Käfer und seine Larven können Lilien relativ alt aussehen lassen. Liegt einmal ein Befall vor, müssen sie auch im nächsten Jahr damit rechnen. Mit einer regelmäßigen Kontrolle und entfernen des Schädlings ab dem Frühjahr können Sie in der Regel aber das Schlimmste verhindern.

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