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Romy Schneider als Sissi - Infos rund ums Styling

Elisabeth Amalie Eugenie, die echte Sissi und die von Romy Schneider dargestellte Sissi aus den Filmen, haben kaum etwas gemeinsam. Die Kaiserin war bekannt für das lange Haar, die Künstlerin trug die Frisur als Perücke. Das Styling im Film orientiert sich an einigen Porträts von Elisabeth, die zum kitschig süßen Heimatfilm passen, nicht unbedingt zur Herrscherin. Beide Frauen sind interessante Persönlichkeiten.

Die Film-Sissi trug große Roben und falsche Haare.
Die Film-Sissi trug große Roben und falsche Haare.

Das Leben der echten Sissi

Wenn Sie die Sissi aus dem Film lieben, können Sie in einem Punkt beruhigt sein, zumindest ganz am Anfang gab es auch im Leben von Sissi Romantik. Leider war Sie schlecht auf das Leben am Wiener Kaiserhof vorbereitet. Sie fühlte sich dort nie wohl.

  • Ihr Vater, der Herzog Max Joseph in Bayern, gehörte zur Nebenlinie Zweibrücken-Birkenfeld-Gelnhausen des Hauses Wittelsbach. Obwohl Ihre Mutter Prinzessin Ludovika Wilhelmine, Tochter des bayerischen Königs Maximilian I. war, gehörte die Familie nicht zum Hochadel. Das Leben im Herzog-Max-Palais in München und in Schloss Possenhofen am Starnberger See, war eher einfach und zwanglos. Ihre ältere Schwester Helene wurde auf ein Leben in Wien vorbereitet die junge Sissi nicht.
  • Die junge Sissi galt als schön, aber ungebildet. Das strenge spanische Hofzeremoniell bereitete Ihr Probleme, sie lehnte sich dagegen auf und galt als "Bauerntrampel". Der legendäre Schönheitswahn der Kaiserin geht vermutlich auf diese Zeit zurück. Sie erkannte darin ein Kapital, mit dem sie Männer und Frauen bezaubern konnte. Dabei war sie nicht oberflächlich, Sie hatte politisch revolutionäre Ideen, die sie nicht durchsetzen konnte. Außerdem schrieb sie Gedichte.
  • Elisabeth ertrug das Leben nur, indem Sie dem Hof durch lange Reisen entfloh. Zwei Bilder der jungen Sissi, die nur für die Augen des Kaisers bestimmt waren, gelten als Beweis seiner Zuneigung. Aber er konnte seiner Frau offensichtlich keine Stütze sein. Er stand unter dem Einfluss der Mutter und fühlte sich seinen Aufgaben als Kaiser verpflichtet. Erst während einer langen gemeinsamen Reise konnte Sissi zumindest einen Einfluss auf die Erziehung der Kinder durchsetzen. Auch gelang es ihr, gegen den Widerstand der Schwiegermutter, eine Aussöhnung mit den Ungarn herbeizuführen.

Die Kaiserin wurde 61 Jahre alt und verstarb im Jahr 1897 nach einem Attentat in Genf. Die Filme mit Romy Schneider handeln nur von einem kleinen Teil des Lebens der Kaiserin. Wenn Sie sich am zweiten Film "Sissi - Die junge Kaiserin" orientieren, geht es um den Zeitraum bis 1867, denn er endet mit der Krönung zur Königin von Ungarn. Der dritte Film "Schicksalsjahre einer Kaiserin" befasst sich mit Ereignissen in Italien. Da die Lombardei 1859 und Venezien 1866 für das Kaiserreich verloren gingen, kann dieser Film nur vor der Krönung spielen.

Die Schauspielerin Romy Schneider

Ihre Eltern Magda Schneider und Wolf Albach-Retty waren selbst Schauspieler. Romy wuchs in Berchtesgaden auf, ging in Salzburg ins Internat, war aber deutsche und später auch französische Staatsbürgerin.

  • Ihre Filmkarriere begann mit 15, sie bekam Rollen in den Filmen "Wenn der weiße Flieder wieder blüht" und "Feuerwerk". Während der Dreharbeiten zu Feuerwerk wurde der Regisseur Ernst Marischka auf sie aufmerksam. Er besetzte die Rolle der jungen englischen Königin Viktoria in dem Film "Mädchenjahre einer Königin" mit ihr. Schon in diesem Film klangen die kitschig süßen Elemente der Sissi-Filme an.
  • Im Jahr 1955, Romy war 16 Jahre alt, begannen die Dreharbeiten zu dem Film "Sissi". Eintragungen im Tagebuch zeigen, dass Sie damals von der Arbeit begeistert war, sich aber auch intensiv mit der Arbeit auseinandersetzte. Ihr war bewusst, dass die Kosten eines Films die Gage der Schauspieler bei Weitem übersteigt.
  • Romy spielt Rollen in "Kitty und die große Welt" (1956) und  "Robinson soll nicht sterben" (1957). Diese Filme waren zwar große Erfolge, reichten aber nicht an die Begeisterung, welche "Sissi", "Sissi – Die junge Kaiserin" (1956) und „Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin" (1957) auslösten, heran. Die Künstlerin versuchte dem Image der süßen Märchenprinzessin zu entkommen und weigerte sich weitere Filme dieser Art zu drehen.
  • Der Film  "Mädchen in Uniform" (1958) war für Romy ein Wendepunkt, denn Sie nahm sich als Schauspielerin ernst, machte eine große Entwicklung durch, die von der Presse nicht gewürdigt wurde. Bei den Dreharbeiten des nächsten Film “Christine“ (1958) lernte Sie Alain Delon kennen und ging mit ihm nach Paris. Von dort startete Sie in eine Weltkarriere.
  • Die Künstlerin wurde nur 43 Jahr alt. Ihr Leben war von Tragödien gezeichnet, wie das der Kaiserin. Romys Sohn verstarb nach einem Unfall, eine Tochter der Kaiserin erlag einem Fieber. Beide Frauen haben in der Liebe wenig Trost gefunden.

Romy war zu der Zeit als ihr die Rolle der Sissi angeboten wurde ein typisches junges Mädchen der damaligen Zeit. Die Idee eine Märchenprinzessin zu spielen, hat Ihr offensichtlich gefallen.

Haare und Frisuren der Kaiserin

  • Von Chronisten ist bekannt, dass Sissi Schminke oder Parfum ablehnte und einen großen Körperkult betrieb. Ihr Taillenumfang wird mit 46 Zentimetern angegeben, was nur über ein eng geschnürtes Korsett möglich war.
  • Lange, bis zum Boden reichende, Haare waren in der damaligen Zeit normal. Unter Frisur verstand man, das eigene Haar um den Kopf zu drapieren. Allerdings sollen die Haare der Kaiserin sehr dicht gewesen sein.
  • Ihr langes Haar ist auf mehreren Gemälden von Franz Xaver Winterhalter zu sehen. Das offizielle Porträt aus dem Jahr 1865 zeigt die Kaiserin mit den  sogenannten Edelweiß-Sternen vom Hofjuwelier A. E. Köchert im Haar. Auf diesem Bild trägt sie ein Kleid in einem Stil, wie sie später im Film von Romy Schneider als Sissi getragen wurde. Es gibt noch zwei weitere Porträts, die der Maler von der Kaiserin gefertigt hat. Diese waren nur für den Kaiser bestimmt und zeigen die junge Sisi mit offenen Haaren.
  • Die beiden Gemälde, auf denen die Kaiserin das Haar offen trägt, dürften geschmeichelt gewesen sein. So dicht war vermutlich auch Sisis echtes Haar nicht. Auch dürfte sie es nur für das Bild ungeflochten getragen haben. So lange Haare wurden normalerweise ständig als Zopf getragen, damit sie nicht zerzausten. Das Entwirren wäre kaum möglich gewesen. Bekannt ist, dass eine Haarwäsche der Kaiserin einen Tag in Anspruch nahm, es wurde nur alle drei Wochen gewaschen.
  • Normalerweise trug die Kaiserin kunstvolle Frisuren aus Ihren echten Haaren, in die Haarteile eingeflochten waren. Sie ließ diese Frisuren von Fanny Angerer der Friseurin am Wiener Burgtheater anfertigen. Sie gilt als die Erfinderin der Steckbrieffrisuren, bei denen die Haare in mehr als drei Stränge unterteilt werden und zu einem breiten Zopf verflochten werden. Das Porträt von Winterhalter aus dem Jahr 1865 zeigt diese Frisur. Das besondere an der Steckbrieffrisur ist, dass die Haare zu einem breiten Zopf geflochten werden die lang am Rücken herabhängen. Damit unterscheidet sich die Frisur deutlich von den Knoten, bei den die Haare am Kopf getragen wurden.

Die Film-Sissi trug Perücke und zu weite Kleider

  • Romy Schneider schrieb in ihrem Tagebuch am 26. September 1955 etwas zum Thema Perücken. Sie klagt, dass Sie in der Rolle Qualen leidet, weil die künstliche Haarpracht so schwer ist. Sie erwähnt, eine Genickstarre davon zu bekommen. In vielen Szenen aus dem Film trug Sie die erwähnten Steckbrieffrisuren, in einer Szene langes offenes Haar. Diese Sequenz lehnt sich an die beiden privaten Bilder der Kaiserin an.
  • Im Film trägt Sissi häufig fast immer die Steckbrieffrisur, manchmal auch eine Variante mit Korkenzieherlocken. Da es sich dabei um Film-Perücken handelte, musst Romy zwar schwer an der Haarpracht tragen, aber musste nicht stundenlang stillstehen bis die Haare so kunstvoll geflochten waren.
  • Am 5. November 1955 erwähnt Sie die Aufnahmen von den Hochzeitsszenen. Romy Schneider schwärmt von dem Brautkleid und hofft später auch mal so eines zu tragen. Sie können davon ausgehen, dass bei dem Kleid nicht die Originalmaße der Kleider von Sissi verwendet wurden. Romy Schneider war 1,61 m groß, die Kaiserin Sissi 1,72 m. Sissi bemühte sich, Ihr Gewicht unter 50 kg zu halten. Wenn Sie den Größenunterschied bedenken, hätten Romys Kleider im Film höchstens einen Taillenumfang von 42 cm haben dürfen. Kaum anzunehmen, dass Sie von einem solchen Kleid geschwärmt hätte.
  • Die Kleider der Filmkaiserin waren in der Regel pastellfarben oder creme. Sie hatten einen bauschigen Rock und ein enges Oberteil. Durch diesen Stil wirkt auch eine normale Taille schmal. Die echte Kaiserin bevorzugt schwarz und weiß. Ihr Stil war eher schlicht, die Kleider im Film verspielt.

Das Styling von Romy Schneider in den Filmen orientiert sich stark an den genannten Porträts. Wenn Sie heute bei einer Schneiderin ein  Kleid im Sissi-Stil ordern, werden Sie sicher etwas in dieser Art bekommen. Die strengen Reitkostüme oder dunklen Prachtroben, welche Romy Schneider als Kaiserin gerne trug, werden kaum als authentisch angesehen. Das echte Styling können Sie in Wien bewundern. Über die Künstlerin Romy Schneider informiert eine Ausstellung in Berchtesgarden.

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