Sie möchten Ihre/n Partner/in für ein Vorhaben oder eine Idee begeistern? Sie sorgen sich jedoch, dass Sie möglichen Einwänden oder Zweifeln nicht standhalten können? Dann bieten Sie - der Gegenseite - Paroli - indem Sie mit der richtigen Argumentationsführung überzeugen. Eine richtige Argumentation sorgt - nicht nur im Deutschunterricht - für gute Ergebnisse, sondern auch im Alltag.
- 08.11.2010 Heike Stein
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
- eine These
- gute Argumente
- Zeit für die Vorbereitung
- evtl. Stift und Papier
Richtige Argumentation - ohne Kenntnisse aus dem Deutschunterricht möglich
Damit Sie Ihre Idee oder Ihren Standpunkt erfolgreich an den Mann bringen können, ist es unerlässlich, dass Sie eine richtige und überzeugende Argumentation abliefern. Die richtige Argumentationsführung ist entscheidend, ob Sie die „gegnerische Seite“ für sich gewinnen können. Lernen Sie - in wenigen Schritten - eine Erfolgversprechende Argumentation aufzubauen.
Eine Definition von Argumentation
- Eine Argumentation ist eine Form der sprachlichen Kommunikation und Gesprächsführung. Sie wird zur Problemlösung bei strittigen Themen - meist in Form von Behauptungen oder Aufforderungen, angewendet.
- Mit Hilfe von stichhaltigen Argumenten - wahlweise unter Einbeziehung von Beispielen - wird das Für und Wider einer Sache diskutiert. Eine Argumentation verfolgt das Ziel - ein zuvor strittiges Thema - zu schlichten und eine Einigung zu erzielen.
Vorbereitung einer Argumentation
- Bevor Sie mit der eigentlichen Argumentation beginnen, ist es wichtig, dass Sie die Basis-Begriffe, die Sie für Ihre Argumentation – oder für Ihre Argumente - nutzen möchten, mit der Gegenseite abgleichen. Denn um Missverständnissen vorzubeugen, ist es unverzichtbar, dass beide Seiten das Gleiche unter den verwendeten Begriffen verstehen.
- Stimmen Sie positiv in die Thematik ein und wecken Sie Neugierde. Schaffen Sie eine gute Atmosphäre - indem Sie von der Stimmungslage Ihres/r Gesprächspartners/in ausgehend - in die Thematik einführen. Dadurch erhöhen sich Ihre Chancen - für Ihre Argumente - ein offenes Ohr zu finden.
- Leiten Sie die Argumentation - mit einer bildhaften Beschreibung des strittigen Themas - ein. Dadurch erscheint Ihre Meinung oder Behauptung - oftmals - schon plausibler.
Struktur einer Argumentation
Der Aufbau einer Argumentation besteht aus vier Teilen:
- Einleitung (Meinungsdarstellung/These).
- Beweisführung (Argumente/Antithese).
- Fallbeispiele (Untermauerung der Argumente).
- Schlussfolgerung (Synthese).
Einleitung einer Argumentation
- Sprechen Sie das strittige Thema deutlich an. Ihr Gegenüber muss genau wissen, wovon Sie sprechen. Ihre Meinung äußern Sie in Form einer These.
- Verwenden Sie hierzu deutliche Worte, die Ihre Absicht oder Meinung - eindeutig - zum Ausdruck bringen.
-
Gebrauchen Sie Satzanfänge wie "Ich denke, dass...", "Ich bin der Überzeugung, dass..." oder "Meiner Meinung nach...".
Beweisführung einer Argumentation
- Passende Argumente sind die, die Ihren jeweiligen Gesprächspartner überzeugen könnten.
- Versuchen Sie - aus der Sicht Ihres Partners - zu argumentieren und lediglich Argumente aus seinem Wort- und Wissensschatz zu benutzen.
- Versuchen Sie möglichst solche Argumente vorzubringen, die Ihre Meinung unterstützen.
- Sie können aus dem Fundus Ihrer eigenen Erfahrungen schöpfen, auf Statistiken, allgemeingültige Meinungen oder das Wissen von Experten zurückgreifen.
- In einer Diskussion können Sie das "Pro und Contra" mit Ihrem Gegenüber abwägen. Sie befinden sich dann in der Phase der Antithese, wo Sie auch Gegenbehauptungen ausgeliefert sind.
- Spielen Sie vorher - in Gedanken - die möglichen Einwände durch, um dementsprechend reagieren zu können und mit Argumenten zu kontern, die diese Antithesen widerlegen und Ihre Meinung somit stärken.
- Benutzen Sie Argumentationsformulierungen wie "Untersuchungen haben ergeben...", "Allgemein gilt..." oder "Aus eigenen Erfahrungen...".
Fallbeispiele für eine Argumentation
- Versuchen Sie konkrete Fallbeispiele heranzuziehen, um Ihre These zu stützen.
- Die konkreten Beispiele sollten Sie der Reihe nach vorbringen. Direkt im Anschluss an ein Argument sollten Sie das Beispiel anführen.
- Geeignete Einleitungen wären " Wie man am Beispiel von...", "Experimente haben gezeigt..." oder "Ich selber habe gesehen...".
Schlussfolgerung einer Argumentation
- Fassen Sie Ihre Argumente in einer Synthese zusammen.
- Versuchen Sie sachlich und gut verständlich einen Lösungsvorschlag zu unterbreiten.
- Hierzu könnten Sie Sätze wie "Folgerichtig...", "Somit ergibt sich... oder "Die Konsequenz ist..." verwenden.
Allgemeine Hinweise für eine Argumentation
- Bleiben Sie sachlich und lassen Sie Ihrem Gegenüber genügend Zeit, um über die Stichhaltigkeit Ihrer Argumente nachzudenken. Denn durch Bedrängen Ihres Gegenübers entwerten Sie womöglich Ihre Argumente.
- Je sachlicher Sie bleiben und desto mehr Fakten Sie liefern, desto weniger angreifbar sind Sie.
- Formulieren Sie vor Ihrer Argumentation Ihr Ziel, was Sie am Ende erreichen möchten. Verlieren Sie Ihr Ziel nicht aus den Augen.
- Erstellen Sie sich vor Ihrer Argumentation ein grobes Konzept für Ihre Argumentation. Führen Sie Ihre Argumente an und bereiten Sie sich auf mögliche Einwände vor. So fühlen Sie sich während des Gesprächs sicherer und wirken überzeugender.