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Rhizomsperre effektiv einsetzen - so gelingt's

Rhizome, also die Wurzelausläufer von Bambus, können zu großen Schäden führen. Eine sogenannte Rhizomsperre ist daher unbedingt erforderlich, wenn Sie ausläuferbildenden Bambus pflanzen.

Bambussorten, die Ausläufer bilden, brauchen eine Wurzelsperre.
Bambussorten, die Ausläufer bilden, brauchen eine Wurzelsperre.

Was Sie benötigen:

  • 80 cm bis 100 cm Breite mindestens 2 mm dicke HDPE-Folie oder ECB-Folie
  • Länge der Folie 3,14 x Durchmesser des zu schützenden Bereichs + 30 cm)
  • 2 Aluschienen (80 - 100 x 10 cm)
  • 10 Schrauben mit Muttern (rostfrei)
Methode 1 um die Naht der Rhizomsperre zu verschließen.
Methode 1 um die Naht der Rhizomsperre zu verschließen. © Roswitha Gladel

Probleme bei Ausläufern von Bambus

Es gibt zwei Arten Bambus, die ausläuferbildenden (leptomorph wachsenden) Bambussorten und horstbildenden (pachymorph wachsende) Arten. Die leptomorphen Arten bilden kraftvolle Ausläufer, die Beton, Teichfolien und sogar abgedichtete Kellerwände durchdringen. Sie sind im Rahmen des Nachbarschaftsrechts verpflichtet, den Ausbruch der Pflanzen in benachbarte Gärten oder städtische Flächen zu verhindern. Auf Dauer ist es nicht möglich, durch Abstechen der Wurzeln die Pflanzen einzudämmen.

  • Andere Pflanzen die Ausläufer bilden, können Sie mit einer Wurzelsperre aus Vlies oder Teichfolie eindämmen. Bei Bambus gelingt Ihnen das nur, wenn Sie eine spezielle Rhizomsperre verwenden. Untersuchungen der FH Weihenstephan haben ergeben, dass nur Folien aus HDPE und ECB den Wurzeln standhalten können. PP-Spinnvlies hielt während des Versuchszeitraums von zwei Jahren Stand, zeigte aber starke Ausbuchtungen. Die Ergebnisse der Untersuchung sind auch auf entsprechende Sperren in Gärten übertragbar.
  • HDPE ist auch als PE-HD im Handel. Es handelt sich um Polyethylen mit schwach verzweigte Polymerketten. Die Folien haben eine hohe Dichte von über  0,94 g/cm3. ECB ist Ethylen-Copolymer-Bitumen, eine besondere Art von Dichtungsbahnen, die auch bei  Dachsanierungen Verwendung finden. ECB ist keine herkömmliche Dachpappe.

Damit der Bambus genügend Platz hat, sollte der eingegrenzte Bereich einen Durchmesser haben, welcher der Höhe des Bambus entspricht. Für einen Bambus von fünf Meter Höhe, benötigen Sie daher 3,14 x 5 = 15,7 Meter Folie. Eine Folie von einem Meter Breite bietet deutlich mehr Sicherheit als eine von 80 Zentimetern. Je älter der Bambus ist, den Sie in Zaum halten müssen, desto breiter muss die Folie sein. Für einen Quadratmeter Folie müssen Sie mit etwa zehn Euro rechnen, Sie brauchen also für etwa 160 Euro Folie. Die Aluleisten und Schrauben kosten etwa zwanzig Euro.

Nähte an Rhizomsperren

Sie müssen die Wurzeln des Bambus komplett mit einer Bahn der Folie umgeben. Dabei ist zumindest eine Naht unvermeidlich. Die Stelle, an der Anfang und Ende der Bahn zusammentreffen, können Sie auf drei verschiedene Arten sichern. 

  • Die erste Methode ist in der Pflege aufwendig. Sie lassen einfach einen Spalt offen. Die Rhizome treffen auf die Folie und wandern an dieser entlang zum Spalt. Dort wachsen Sie aus der Sperre heraus. Lassen Sie im Bereich neben dem Spalt einen Graben von etwa 50 Zentimetern Breite offen. Sie müssen jedes Rhizom, das herauswächst mit einem Spaten oder eine Axt abschlagen. Bei warmem Wetter ist diese Arbeit alle zwei Monate erforderlich.
  • Bei der zweiten Methode verschließen Sie die Stelle mit Aluschienen. Sie brauchen zwei fünf bis zehn Zentimeter breite Schienen, Schrauben und Muttern. Der Anfang und das Ende der Folien müssen sich einige Zentimeter überlappen. Eine Schiene liegt außen an der Naht und eine innen. Verschrauben Sie die Schienen in Abständen von zehn Zentimetern mit Schrauben und Muttern. Wichtig, die innere Schiene muss die Naht komplett überdecken (Siehe Bild 1).
  • Die dritte Methode sorgt dafür, dass die Rhizome von der Sperre wieder zurück ins Innere wachsen. Biegen Sie die Enden der Folie in Richtung Bambus und verbinden Sie diese mit Aluschienen. Das Verschrauben ist bei diesem Verfahren einfacher, da Sie mehr Platz zum Arbeiten haben. Außerdem lenkt die Sperre die Rhizome in freies Erdreich, sie üben weniger Druck auf die Folie aus (Siehe Bild 2).

Anlage der Wurzelsperre

  1. Legen Sie einen ausreichend großen Bereich fest, in dem der Bambus wachsen darf. Wählen Sie diesen nicht zu klein, damit es den Pflanzen nicht an Nährstoffen fehlt.
  2. Heben Sie einen Graben aus, dessen Tiefe der Folienbreite entspricht. Als Arbeitsbreite ergeben sich etwa 60 Zentimeter Grabenbreite. Die Wände des Grabens sollen schräg nach außen verlaufen. Falls Sie die Sperre um einen vorhandenen Bambus legen, sind viele Wurzeln zu durchtrennen. Versuchen Sie so viele Rhizome wie möglich aus dem Erdreich hinter der Wand, die Sie mit Folie auslegen, zu entfernen.
  3. Legen Sie den Graben mit der Folie aus und verschließen Sie Anfang und Ende nach der von Ihnen gewählten Methode. Die Folie soll mindestens fünf Zentimeter aus dem Erdreich herausragen, damit Sie später sehen ob Halme außerhalb der Sperre wachsen. Außerdem überwächst Bambus eine niedrigere Barriere.
  4. Füllen Sie den Graben wieder mit dem Erdaushub. Damit haben Sie das Wichtigste erledigt. Sie müssen in den nächsten Jahren auf Halme achten, die außerhalb der Sperre wachsen. Graben Sie alle Wurzelstücke aus, die zu den Halmen gehören oder sprühen Sie Round-up auf die Halme. Mit dem Unkrautvernichter sind nach zwei Jahren alle Wurzeln, die sich außerhalb der Sperre befinden, abgetötet. Ohne Chemie werden Sie über Jahre mit den Ausläufern kämpfen, die sich beim Verlegen außerhalb der Sperre befinden.

Der Aufwand, eine Rhizomsperre zu legen, ist groß. Sie dürfen aber auf keinen Fall darauf verzichten, da die Ausläufer der Pflanzen sich rasch ausbreiten und fast jedes Material durchdringen. Auf Dauer können Sie keinen Bambus durch Abtrennen der Ausläufer im Zaum halten.

 

Methode 2 um die Naht der Rhizomsperre zu verschließen.
Methode 2 um die Naht der Rhizomsperre zu verschließen. © Roswitha Gladel
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