Reden ist Silber, Schweigen ist Gold: Das hat man schon oft gehört, aber dass Kommunikation wichtig ist, gilt ebenfalls als erwiesen.
- 31.05.2011 Katharina Schnack
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Die alte Weisheit, Reden sei Silber und Schweigen Gold, scheint überholt, seit Psychologen und Therapeuten erklären, wie wichtig das Reden ist. Ist nun also Silber das neue Gold und Schweigen eine veraltete Tugend?
Reden ist Silber, Zuhören ist ein Diamant
- Wo sich Menschen begegnen, gibt es Konflikte. Verschiedene Denk- und Verhaltensweisen, Interessenkonflikte und das Auswägen von Sympathien und Antipathien geben häufig Anlass zu der Frage, ob man nun über etwas sprechen soll, oder ob man sich lieber zurückhält.
- Grundsätzlich gilt: Über Probleme sollten Sie sprechen. Reden ist also die Devise, aber es kommt auch auf das Wie an.
- Eine angenehme Diskussionskultur schaffen Sie, wenn Sie nicht selbst das Reden übernehmen, sondern Fragen stellen und zuhören können. Wenn Sie etwas stört, fragen Sie die andere Person, warum sie es so macht. Wenn Sie sich beleidigt fühlen, fragen Sie, was die Person genau gemeint hat. Und wenn Sie etwas verändern möchten, fragen Sie die andere Person zu Ihrer Meinung.
- Es ist beim Reden immer sehr wichtig, keine Vorwürfe zu machen, nicht gegen den Anderen gewinnen zu wollen und die Diskussion auf Verständnis anzulegen.
- Reden wird zu Gold, wenn Sie positive Energie damit verbreiten, aufmuntern, unterhalten, ermutigen oder zum Lachen bringen.
- Besonders schwierig ist es, Kritik zu üben. Hier stellt sich am Häufigsten die Frage, ob man nicht lieber das Gold des Schweigens wählt.
In gewissen Situationen ist Schweigen Gold
- Üben Sie Kritik, wenn Sie etwas stört, was Sie persönlich betrifft. Schweigen hat keinen Goldwert, wenn Sie Ärger in sich hineinfressen und sich der Person entfremden.
- Manchmal muss man kritisieren, wenn man nach der eigenen Meinung gefragt wird. Auch hier gilt: Aussprache und Ehrlichkeit können dem Frager sehr helfen. Trotzdem müssen Sie abwägen, ob die Person wirklich Ihre Meinung hören möchte, oder ob sie gerade emotionale Unterstützung braucht und die Angelegenheit selbst nicht im Mittelpunkt steht.
- Wenn Sie kritisieren müssen, formulieren Sie Ihre Punkte subjektiv. Sagen Sie also nicht: "Das ist falsch", sondern: "Ich glaube, das stimmt nicht ganz", oder: "Nach meiner Erfahrung ist das anders". Erheben Sie also keinen Anspruch auf die Wahrheit, sondern stellen Sie Ihre eigene Sichtweise dar.
- Formulieren Sie Kritik konstruktiv und suchen Sie nach Lösungsansätzen. Vermeiden Sie dabei Unsachlichkeit, persönliche Vorwürfe und aggressive Diskussionsführung. Wenn Ihnen entsprechende Gedanken durch den Kopf gehen, schweigen Sie lieber oder stellen Sie eine Frage.
- Schweigen ist immer dann wirkliches Gold, wenn es ums Lästern geht.
- Reden ist ebenfalls nicht angebracht, wenn Sie etwas Negatives nicht aus dem Grund sagen möchten, weil Sie ein Problem lösen möchten, sondern weil Sie in einem Machtkampf zu der anderen Person stehen. Um das herauszufinden, müssen Sie sehr ehrlich in sich selbst hineinhorchen.