Rechtliche Behandlung von Raubkopien

  • Grundsätzlich ist das Kopieren und Verbreiten aller urheberrechtlich geschützten Werke verboten.
  • Wenn Sie solche Dateien ohne Erlaubnis des Berechtigten vervielfältigen, müssen Sie damit rechnen, vom Urheber auf dem Zivilrechtsweg auf Unterlassung oder Schadenersatz in Anspruch genommen zu werden.
  • Darüber hinaus bestimmt das Urheberrechtsgesetz für bestimmte Handlungen auch strafrechtliche Sanktionen.
  • Nach § 106 UrhG droht Ihnen eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen, wenn Sie Raubkopien verbreiten oder vervielfältigen. Der Versuch ist ebenfalls strafbewehrt.
  • Auch wenn streng genommen selbst der Download einer geschützten Datei zum eigenen privaten Gebrauch unter diesen Tatbestand fällt, werden die Strafverfolgungsbehörden in diesen Fällen kaum tätig. Sie müssen dennoch immer Schadenersatzforderungen der Rechteinhaber erwarten.

Strafe bei gewerblicher Verwertung

  • Noch höher fällt die Strafe aus, wenn Sie Raubkopien gewerbsmäßig verwerten.
  • Dann sieht § 108 UrhG als Sanktion eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor.
  • Das Tatbestandsmerkmal der Gewerbsmäßigkeit ist bereits erfüllt, wenn Sie die Raubkopien in Gewinnerzielungsabsicht erstellt oder abgegeben haben. Es ist nicht nötig, dass Sie etwa einen dauerhaften Handel betreiben oder hohe Einnahmen erzielen.
  • Selbst wenn Sie zum Beispiel eine selbst gebrannte CD für zwei Euro an einen Bekannten verkaufen, können Sie wegen dieser Straftat belangt werden.
  • Der gewerbsmäßige Vertrieb wird von den Verfolgungsbehörden rigoros geahndet und in vielen Fällen angeklagt.


Seien Sie besonders vorsichtig, bevor Sie sich in Tauschbörsen mit Downloads versorgen. Falls Ihnen offensichtlich illegale Kopien wie aktuelle CDs oder Kinofilme angeboten werden, lassen Sie lieber die Finger davon!