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Ratenkredit und Dispositionskredit im direkten Vergleich

Im Finanzierungsbereich gibt es zwei Kreditarten, die von den Privatkunden am häufigsten genutzt werden, nämlich einerseits den Ratenkredit und zum anderen den Dispositionskredit. Die Wahrscheinlichkeit ist relativ groß, dass auch Sie Ihr Girokonto mindestens schon einmal überzogen haben und dementsprechend den zur Verfügung gestellten Dispokredit genutzt haben. Häufig stellt sich jedoch vor der Inanspruchnahme die Frage, ob die Nutzung des Dispos oder die Aufnahme eines Ratenkredites sinnvoller ist. Diese Entscheidung können Sie nur dann auf einer guten Grundlage treffen, wenn Sie die Unterschiede zwischen diesen beiden Kreditarten sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile kennen.

Die wesentlichen Eigenschaften von Ratenkredit und Dispokredit
Die wesentlichen Eigenschaften von Ratenkredit und Dispokredit

Dispokredit bietet Ihnen eine hohe Flexibilität


Beim Dispositionskredit handelt es sich bekanntlich um einen Kreditrahmen, den die Bank auf Ihrem Girokonto zur Verfügung stellen kann. Den in Anspruch genommenen Kreditbetrag müssen Sie zu keinem festen Zeitpunkt zurückzahlen, da eine Rückzahlungsvereinbarung beim Dispokredit nicht üblich ist.

  • Die Banken vergeben einen Dispositionskredit unter der Voraussetzung, dass Sie als Kunde ein regelmäßiges Einkommen erzielen und keinen negativen Eintrag in der SCHUFA haben. Meistens beträgt der Kreditrahmen das maximal dreifache monatliche Nettoeinkommen.
  • Zu den wesentlichen Vorteilen des Dispositionskredites gehört in erster Linie die hohe Flexibilität, die Ihnen als Kunde durch diesen Kreditrahmen geboten wird. Die Bank stellt Ihnen ein bestimmtes Kreditlimit zur Verfügung, beispielsweise 4.000 Euro, welches Sie nutzen können, aber nicht müssen. Prinzipiell können Sie sich innerhalb dieses Limits frei bewegen, also das Konto beispielsweise um 2.000 Euro oder auch nur um 200 Euro überziehen.
  • Ein weiterer Vorteil des Dispokredites besteht darin, dass Sie nur für den tatsächlich überzogenen Geldbetrag Sollzinsen zahlen. Falls Sie den Kreditrahmen also über einen längeren Zeitraum nicht in Anspruch nehmen, entstehen Ihnen in diesem Zusammenhang auch keine Kosten.
  • Der wohl größte Nachteil des Dispositionskredites besteht darin, dass er im Vergleich mit anderen Kreditraten, vor allem auch im Vergleich mit dem Ratenkredit, durchschnittlich sehr teuer ist. Es gibt nur wenige Banken, die einen Sollzinssatz von unter zehn Prozent verlangen, falls der Kreditrahmen in Anspruch genommen wird. Durchschnittlich müssen Sie als Kunde rund elf Prozent an Zinsen zahlen, falls Sie Ihren Dispokredit in Anspruch nehmen.
  • Ein weiterer Nachteil wird von vielen Kunden darin gesehen, dass es keine festen Rückzahlungsvereinbarungen gibt. Viele Kunden vermissen in dem Zusammenhang einfach die Disziplin, eine feste Rate zahlen zu müssen und somit auch die vorhandenen Schulden nach und nach reduzieren zu können. Es gibt allerdings die Möglichkeit, einen sogenannten Kürzungskredit zu vereinbaren, sodass der Kreditrahmen beispielsweise jeden Monat automatisch um 100 Euro reduziert wird.


Ratenkredit zeichnet sich oft durch günstige Zinsen aus

  • Die Voraussetzungen für die Vergabe eines Ratenkredites sind im Prinzip mit denen des Dispositionskredites identisch. Sie müssen also ein regelmäßiges Einkommen vorweisen können und dürfen keinen negativen Eintrag in der SCHUFA haben. Der Kreditbetrag kann allerdings das dreifache Monatseinkommen - anders als beim Dispositionskredit der Fall - deutlich übersteigen. Übliche Kreditsummen bewegen sich zwischen 3.000 und 50.000 Euro.
  • Vor allem im Vergleich zum Dispokredit kann sich der Ratenkredit dadurch auszeichnen, dass die zu zahlenden Kreditzinsen durchschnittlich betrachtet erheblich günstiger sind. Teilweise können Sie Ratenkredite derzeit schon zu einem Zinssatz von unter fünf Prozent erhalten, sodass der Kredit nicht selten nur halb so teuer wie die Überziehung des Girokontos ist.
  • Ein weiterer Vorteil des Ratenkredites besteht gegenüber dem Dispositionskredit darin, dass der Zinssatz von der Bank nicht verändert werden kann. Zudem wird eine feste Rate vereinbart, sodass die aufgenommenen Kreditschulden kontinuierlich getilgt werden. Darüber hinaus ist es in den meisten Fällen möglich, dass Sie als Kreditnehmer Sondertilgungen vornehmen können und den Ratenkredit auch vorzeitig ablösen können.
  • Als Nachteil ist am Ratenkredit zum einen die fehlende Flexibilität bezüglich der verfügbaren Geldsumme und zum anderen die Art der Zinsberechnung festzuhalten. Der Kunde kann hier nicht, wie es beim Dispositionskredit der Fall ist, innerhalb eines Rahmens über sein Geld verfügen, sondern ausschließlich über den Betrag, der zwischen ihm und der Bank als Darlehensbetrag vereinbart wurde.
  • Die Zinsberechnung ist deswegen nicht vorteilhaft, da Sie als Kreditnehmer die Zinsen stets auf Basis des gesamten Kreditbetrages zahlen müssen. Es findet also keine Tilgungsverrechnung statt, wie es beispielsweise bei Immobilienkrediten der Fall ist. Haben Sie zum Beispiel ein Ratenkredit über 10.000 Euro aufgenommen, so werden die Zinsen durchgängig auf Basis dieser 10.000 Euro berechnet, auch wenn Sie beispielsweise nach zwei Jahren bereits 4.000 Euro des Darlehens zurückgezahlt haben.
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