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Ramadan - Zeiten richtig einhalten

Ramadan, der neunte Monat des muslimischen Mondkalenders, ist der Fastenmonat der gläubigen Muslime. Vier Wochen lang dürfen sie von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nichts essen oder trinken und nicht rauchen. Zudem gibt es besondere Gebete für die Fastenzeit, ein gläubiger Muslim ist gehalten, in dieser Zeit den Koran einmal durch zu lesen und besonders intensiv zu beten. Was das Einhalten der Zeiten, den Ramadan betreffend, angeht, gibt es verschiedene Dinge zu beachten.

Erst nach Sonnenuntergang darf gegessen werden.
Erst nach Sonnenuntergang darf gegessen werden.

Der Ramadan - kalendarisch gesehen

  • Der neunte Monat des muslimischen Kalenders - der Ramadan - liegt terminlich nicht in jedem Jahr gleich. Der Ramadan orientiert sich am Mondkalender, nicht am christlichen Kalender. Im Gegensatz zu diesem mit 365 Tagen hat der Mondkalender nur 354.
  • Daher beginnt der Ramadan jedes Jahr elf Tage früher als im Vorjahr. Es dauert 33 jahre, bis er einmal durch alle Jahreszeiten gewandert ist. Das bedeutet besonders in den Sommermonaten eine besonders große Strapaze für die Fastenden, weil die Tage dann besonders lang, heiß und trocken sind.
  • Wann genau der Ramadan beginnt, bestimmt der Koran, in der Praxis aber religiöse Gelehrte. Die Zeiten von Beginn und Ende sind nämlich davon abhängig, wann (jeweils nach Neumond) die Mondsichel wieder sichtbar ist. Das variiert natürlich in den verschiedenen Regionen der Welt, sodass so etwas festgelegt werden muss.
  • Hierzulande tut das der Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland. Seit 2008 wird der Termin einheitlich bestimmt und den Muslimen in Deutschland rechtzeitig mitgeteilt. Für 2011 werden die mitteleuropäischen Zeiten des Ramadan entsprechend der voraussichtlichen Sichtung des Mondes mit 1. bis 19. August angegeben, die drei Tage des anschließenden Ramadanfestes sind 30. August bis 01. September.

Welche Zeiten im Fastenmonat täglich zu beachten sind

  • Wenn Sie entsprechend der muslimischen Fastengebote den Ramadan verbringen wollen, dürfen Sie also von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts essen, nichts trinken, kein Nikotin zu sich nehmen und Sex ist auch verboten. Natürlich gibt es Ausnahmen: Kinder, Alte, Kranke, Schwangere und auch beruflich nicht "Fasten-taugliche" Menschen müssen nicht fasten oder dürfen die Tage nachholen. Alle anderen Muslime versuchen aber aus Glaubensgründen zumeist, den Ramadan streng einzuhalten.
  • Der Zeitpunkt der täglichen Mahlzeit am Abend (Fastenbrechen, "Iftar") wird traditionell durch einen Kanonenschuss bekannt gegeben, manchmal auch mit einem Feuerwerkskörper. Außerdem wird die festliche Beleuchtung, die an Moscheen extra zum Ramadan angebracht wird ("Kandil") eingeschaltet.
  • Für das tägliche morgendliche Mahl ("Sahur"), kurz vor Sonnenaufgang also, werden die Menschen traditionell mit Singen, Trommeln und Rufen geweckt. Dem schließt sich der Ruf des Muezzin zum Gebet an. Das wird natürlich nur in Gegenden mit überwiegend muslimischer Bevölkerung so funktionieren, woanders behelfen sich die gläubigen Muslime mit der Technik - z-B. mit einem Wecker.
  • Solch ein Wecker kann natürlich ein am Vorabend eigens gestellter normaler Wecker sein, aber es gibt auch Gebetsuhren, die eine sogenannte Ramadan-Funktion besitzen und sogar mit den erwähnten traditionellen Geräuschen ("Rufen") zu Iftar (Kanone und Iftar-Gebet) und Sahur (Trommel) ausgestattet sind und damit die Gläubigen zu allen wichtigen täglichen Verrichtungen pünktlich "ruft".
  • Ebenso wichtig wie das pünktliche Nicht-mehr-oder-noch-nicht-Essen-und-Trinken ist nämlich die Einhaltung der Gebetszeiten während des Ramadans. Auch diese sind vom Licht und vom Stand der Sonne abhängig - und gerade das morgendliche- und abendliche Koordinieren ist wichtig. Wer nicht bereits gefrühstückt hat, wenn der Muezzin ruft - für den ist es schon zu spät, weil das Morgengebet bei Sonnenaufgang fällig ist.
  • Wer hierbei nicht von etwas ungenauen Anhaltspunkten ausgehen mag (z.B. nachmittags: "Wenn der Schatten das Doppelte seiner eigentlichen Länge beträgt"), dem wird durch die konkrete Angabe der entsprechenden Zeiten geholfen - im Internet ebenso wie über islamische Medien. Sie können entweder täglich für Ihren Wohnort nachschauen sich einen kompletten Ramadan- und Gebetskalender herunterladen (Beispiel-Link: 2010, Frankfurt/M.) oder aber eine Gebetsuhr benutzen.

Mit Beginn des neuen Monats (Schawwal) wird dann als Abschluss der vierwöchigen Fastenzeit das Fest des Fastenbrechens (auch Zuckerfest) begangen. (Mit der Einhaltung dieses Datums wird aber vermutlich kaum ein bis dahin korrekt fastender Mensch Schwierigkeiten haben.)

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