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Raglanärmel nähen - so wird's gemacht

Raglanärmel sind benannt nach Lord Raglan, der von 1788 bis 1855 lebte. Diese Bezeichnung für eine spezielle Art und Weise, die Ärmel zu schneiden, kennt man seit 1862, als sie zum ersten Mal in der Literatur auftauchte. Die Erfindung dieser Schnittweise verdankt sich leider einem traurigen Umstand. Lord Raglan kämpfte bei Waterloo und verlor dabei einen Arm. Er trug deswegen einen Mantel, der so geschnitten war, dass die Ärmel schräg an der Naht des Kragens und nicht, wie wir es von Mänteln kennen, an den Schultern ansetzten. Das Ganze hatte den Sinn - Sie ahnen es wahrscheinlich - dem bedauernswerten Lord das Anziehen des Mantels zu erleichtern.

Raglanärmeln machen runde Schultern.
Raglanärmeln machen runde Schultern.

Was Sie benötigen:

  • 1 altes Kleidungsstück mit Ärmel
  • Schere
  • ggf. Nahtauftrenner
  • Stoff
  • Nähgarn

So nähen Sie Raglanärmel sehr leicht

  1. Schauen Sie einmal Ihren Kleiderschrank oder Ihre Kleidertruhe durch. Welchen Mantel, welchen Pullover, welches T-Shirt oder welches langärmelige Kleid tragen Sie eigentlich schon viel zu lange nicht mehr? Oder haben Sie gar einen Sack für die Kleidertonne gerichtet, in dem sich ein Kleidungsstück mit Ärmeln befindet? Am allereinfachsten ist es nämlich, sich ein Schnittmuster aus einem abgelegten Kleidungsstück selbst herzustellen.
  2. Schneiden Sie aus einem nicht mehr getragenen Pullover oder Mantel oder T-Shirt oder Sweater - kurz, alle Kleidungsstücke mit Ärmel sind geeignet - einen Ärmel ab. Gehen Sie so vor, dass Sie mit der Schere dort entlangschneiden, wo später die Naht für den neu angefertigten Raglanmantel verlaufen wird.
  3. Wenn Sie einen Vollraglanärmel schneidern wollen, dann müssen Sie das Kleidungsstück so zerschneiden, dass die Naht aus dem Loch für den Hals in einem Bogen ins Armloch verläuft. Wenn Sie ein Schnittmuster für einen Halbraglanärmel gewinnen wollen, brauchen Sie nicht so weit zu schneiden. Dann müssen Sie das Kleidungsstück mit Ärmel so zerschneiden, dass die Naht aus einem Punkt der Schulterlinie ins Armloch mündet.
  4. Trennen Sie nun den abgeschnittenen Ärmel an der Unterseite auf, falls dort eine Naht verläuft. Oder schneiden Sie den Ärmel an der Unterseite (das entspricht der Unterseite von Ihrem Arm) auf, wenn dort keine Naht verläuft.
  5. Trennen Sie auch den Teil, der den Oberkörper bedeckt, an beiden Seiten auf. Damit haben Sie ein Schnittmuster (aus Stoff oder Wollgewebe) aus drei bzw. vier Teilen (ein oder zwei Ärmel + Oberkörpervorder- und rückenteil), das Sie nun benutzen können, um Raglanärmel zu nähen. Entscheidend ist bei beiden Schnitten, dass die Schulterpartie  so aus einem Stück Stoff geschneidert wird, dass dort keine Naht zu sehen ist.
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