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Räumungsklage: Ablauf steht bevor - was tun?

Sie könnten die Miete aus irgendwelchen Gründen nicht mehr zahlen und nun steht die Räumung bevor. Der Ablauf beginnt mit der Räumungsklage.

Warten Sie nicht auf einen Räumungstitel.
Warten Sie nicht auf einen Räumungstitel.

Ablauf einer Räumungsklage

Wenn Sie als Mieter die Miete nicht mehr zahlen, kann der Vermieter nicht einfach Ihre Wohnung eigenmächtig räumen. Er darf also nicht von der "verbotenen Eigenmacht" Gebrauch machen und einfach die Schlösser austauschen.

  • Ihr Vermieter kann aber über eine Räumungsklage seine Rechte fordern und beim "örtlich und sachlich" zuständigen Gericht (Amtsgericht) einen Räumungstitel erwirken, d. h. eine zwangsweise durchgesetzte Räumung. Eine Räumungsklage wird beim Amtsgericht erhoben und Sie als Mieter bekommen eine Abschrift der Räumungsklage.
  • Das Amtsgericht prüft, ob die Räumungsklage zulässig ist. Eine Räumungsklage kann auch bei nur teilweiser Nichterfüllung zulässig sein, beispielsweise wenn Sie zu unrecht die Miete um die Hälfte kürzen oder die Mietsache eben nur teilweise räumen. Auch kann eine Räumungsklage dann zulässig sein, selbst wenn der Ablauf der Kündigungsfrist noch nicht erfüllt ist.
  • Im weiteren Ablauf der Räumungsklage können Sie als Mieter versuchen sich zu wehren, indem Sie Widerspruch einlegen und sich ggf. durch alle Instanzen kämpfen. Eine Räumungsklage kann sich über Jahre ziehen, denn wenn der Mieter vorübergehend die volle Miete zahlt, ist die Räumungsklage somit nicht mehr zulässig, sollten keine Altschulden vorhanden sein.
  • Keinem Mieter kann empfohlen werden, auf einen Räumungstitel des Vermieters zu warten. Sie sollten sich als Mieter eine neue Wohnung suchen und freiwillig räumen. Falls nicht, kommen auf Sie Kosten zu, die der Vermieter Ihnen belastet, da Sie die Ursache für die Mehrkosten sind.
  • Die Kosten berechnen sich aus dem Streitwert (Monatsmiete x 12) und zusätzlich kommen noch die Gerichtskosten und Räumungskosten hinzu. Und bedenken Sie: Als Mieter bekommen Sie nur dann Prozesskostenhilfe, wenn Sie nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen und vor allem, wenn Ihre Verteidigung "Aussicht auf Erfolg" hat.

Hat der Vermieter erst einen rechtskräftigen Räumungstitel erwirkt, bekommen Sie vom Gericht eine Räumungsfrist, in der Sie selbst die Wohnung räumen können. Erfolgt dies nicht, wird ein Gerichtsvollzieher die Wohnung zwangsräumen lassen.

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