- 02.02.2012 Heike Dommnich
Allein durch ihre Größe, das auffällige schwarze Gefieder und laute Rufe sind Raben auffällige Vögel. Aber wie unterscheiden sich Saatkrähe, Raben- oder Nebelkrähe? Welches ist der Kolkrabe? Wie sieht die Dohle aus? Warum fallen sie besonders im Winter auf? Hier finden Sie einige Tipps über Raben im Winter.
Im Winter bilden die Vögel größere Trupps
- Im Winter, außerhalb der Brutzeit, finden sich oft zahlreiche Rabenvögel einer Art zusammen. Gerade abends können Sie an manchen Orten große Kolonien von Rabenvögeln beobachten. Dann
- haben Sie eine Schlafkolonie entdeckt, die sich meistens auf hohen Bäumen für die Nacht einfindet.
- In der kargen Winterlandschaft und den blattlosen Bäumen fallen die relativ großen Vögel natürlich noch schneller auf, als im Sommer zwischen dichter Vegetation. Rabenvögel können Sie in Parkanlagen beobachten. Manche Tiere plündern Abfalleimer, andere auf dem Land vergnügen sich am Komposthaufen.
- Allerdings unterscheiden sich die verschiedenen Rabenvögel durchaus in ihrer Lebensweise. Der Kolkrabe ist selten, die Dohlen finden sie leider auch immer seltener und der Verbreitungsraum von Nebel- und Rabenkrähe unterscheidet sich deutlich in Ost und West.
So unterscheiden Sie die Raben
- Wenn Sie einen mächtigen, schwarzen Vogel mit keilförmigem Schwanz, größer als ein Bussard, am Himmel kreisen sehen, dann kann es ein Kolkrabe (Corvus Corax) sein. Es sind die größten einheimischen Rabenvögel. Ihr Bestand war nach 1945 beinahe ausgerottet. Seit der Kolkrabe nicht mehr verfolgt wird, ist er wieder häufiger. Trotzdem werden Sie selten einen Kolkraben beobachten. Selbst im Winter ist dies ein Glückstreffer.
- Beobachten Sie dagegen auch mitten in der Stadt Raben in großen Kolonien, so können es Raben- oder Nebelkrähen sein. Rabenkrähen (Corvus corone corone) sind am ganzen Körper schwarz. Auch ihr kräftiger Schnabel ist komplett schwarz. Nebelkrähen (Corvus corone cornix) sind deutlich an ihrem grau-schwarzen Gefieder zu erkennen. Beides sind entwicklungsgeschichtlich Unterarten der Aaskrähe (Corvus corone), die sich auch heute noch paaren können. Eventuell beobachten Sie also auch Bastarde dieser Arten.
- Wenn Sie im Westen Deutschlands wohnen, werden Sie häufiger Rabenkrähen beobachten. Liegt Ihr Wohnort im Osten, treffen Sie überwiegend auf Nebelkrähen. Die Verbreitungsgrenze zieht sich mitten durch Deutschland.
- Nun gibt es noch die Saatkrähe (Corvus frugilegus). Woran erkennen Sie diese? Schwarz sind die Vögel auch. Aber achten Sie genau auf den Schnabel der Tiere und die Beine. Die Schnabelwurzel der Altvögel ist nackt und grauhäutig. An den Fersengelenken sind sie zottig gefiedert. Es heißt auch, die Saarkrähe hat Pluderhosen an.
- Neben diesen großen Raben können Sie auch die kleinere Dohle (Corvus monedula) beobachten. Auch sie gehört zu den Rabenvögeln. Die schwarz-graue Dohle ist gedrungen und kleiner, hat deutlich helle Augen und einen Kopf, dessen Gefieder vorne schwarz und hinten grau ist. Sie benötigt Höhlen für die Brut. Da es in der Stadt immer weniger Mauernischen gibt und unsere Landschaft an abwechslungsreichen Lebensräumen immer ärmer wird, können Sie leider Dohlen immer seltener beobachten. So wurde deshalb in diesem Jahr die Dohle zum Vogel des Jahres gekürt.
Rabenvögel im Winter beobachten
- Es ist also nicht so schwer, die Raben voneinander zu unterscheiden. Wenn Sie aber sicher sein wollen, welche Art Sie beobachten, nutzen Sie ruhig ein Fernglas, um die Details der Raben besser zu sehen. Der Winter eignet sich gut zum Beobachten von Raben. Die Vögel sind immer noch scheu gegenüber dem Menschen, auch wenn sie inzwischen häufig in Städten leben. Da sie sich gerade im Winter zu Kolonien zusammenfinden, können Sie die Raben hier gut ins Visier nehmen.
- Machen Sie mit einer Digitalkamera oder selbst mit dem Handy einfach einige Fotos. Wenn die Auflösung ausreichend ist, können Sie diese zu Hause vergrößern und dann in Ruhe suchen, welcher Rabenvogel in Ihrer Nähe lebt.
- Fallen Sie nicht auf den schlechten Ruf der Raben herein. Alle Rabenvögel kümmern sich liebevoll um ihren Nachwuchs. Es sind sehr soziale und intelligente Vögel. Dohlen kümmern in der Gruppe sogar um kranke Tiere.