Ja, es gibt viele gute Puppenhausmöbel aus Holz und zum Teil auch zu durchaus erschwinglichen Preisen. Doch selbstgemacht haben sie den Reiz des ganz Besonderen. Ob für sich selbst oder fürs Kind, als Geschenk oder zum Verkaufen auf dem Weihnachtsmarkt: Es ist nicht ganz leicht, erfordert viel Fingerspitzengefühl und Zeit, aber wenn das Endergebnis stimmt, wird man voll und ganz für seine Mühe belohnt.
- 28.06.2011 Marco Montalbano
Was Sie benötigen
Hierbei könnten Sie Hilfe brauchen
- Millimetermaß
- Schnitzmesser
- Metalllineal
- Dremel oder gleichartiges Multifunktionswerkzeug
- Holzfeilen und Schmirgelpapier mit unterschiedlichen Feinheitsgraden
- Kleine Pinsel
- Holzfarbe- und beize
- Leim
- Lupe
- Holz
- Heissklebepistole und entsprechenden Kleber
- Kleiner Schraubstock
- Holzsägen verschiedener Größen
Puppenhausmöbel: die Planung
- Im Prinzip ist die Planung des Mini-Mobiliars dem normaler Möbel nicht unähnlich. Am einfachsten ist aber, Möbel in Realgröße als Beispiel zu nehmen und bei Bedarf Variationen einzubringen. Zuerst sollte die Höhe der Puppenhauszimmerdecke gemessen werden. Sollen die Mini-Möbel nur als Dekoration verwendet werden und es gibt kein Miniaturhaus, nehmen Sie die Höhe eines imaginären Zimmers. Teilen Sie 2500 durch den gemessenen oder festgesetzten Wert, um den Verkleinerungsfaktor zu erhalten. Beispiel: 2500 mm (durchschnittliche Zimmerdeckenhöhe) geteilt durch zum Beispiel 200 mm (Miniaturzimmerdeckenhöhe) ist gleich Verkleinerungsfaktor 12,5.
- Messen Sie nun die Möbel aus, die Sie als Puppenhausmöbel konstruieren wollen, und teilen die gemessenen Werte jeweils durch den von Ihnen ermittelten Faktor. Das Ergebnis sind die Endmaße. Am besten ist es, sich eine detaillierte Zeichnung anzufertigen und diese idealerweise im Blickfeld des Arbeitsplatzes aufzuhängen.
- Für das Projekt eignet sich Hartholz besser. Empfehlenswert ist gut abgelagertes Buchenholz. Weichhölzer wie Fichte, Tanne oder Sperrholzplatten sind weniger geeignet. Auch wenn diese einfacher zu bearbeiten sind, neigen sie zum Splittern, was gerade bei kleinen Werkstücken zum Problem werden kann.
- Auch sollte bedacht werden, für welchen Verwendungszweck die Puppenhausmöbel hergestellt werden und welche Ansprüche, an deren Belastbarkeit und Funktionen gestellt werden. Soll heißen, ob Kinder damit spielen, sie als Deko gedacht sind und ob Türen oder Schubladen zum Öffnen gedacht sein sollen. Passen Sie Ihre Planung entsprechend an.
Die Fertigung: ran ans Holz
- Der Arbeitsplatz sollte übersichtlich gestaltet und hell sein. Am besten ist eine Lupe in entsprechender Halterung, unter der Sie bei Bedarf die Werkstücke halten können. Ebenfalls möglich sind vergrößernde Brillengläser oder eine Uhrmacherlupe.
- Arbeiten Sie die einzelnen Bestandteile des Möbels Stück für Stück aus dem Holz heraus. Bei einem Stuhl zum Beispiel zuerst die Sitzfläche in annähender Endgröße, Stuhlbeine, usw. Danach kommt die Feinarbeit. Fixieren Sie die Kleinteile mit dem Schraubstock und arbeiten mit dem Schnitzmesser und den Feilen vorsichtig auf die gewünschte Endfassung hin. Benötigen Sie ein Teil in mehrfacher Ausfertigung und haben Sie schon Teile gefertigt, vergessen Sie nicht, regelmäßig abzugleichen. Ist das Werkstück nach Ihren Wünschen, glätten Sie es zuerst mit etwas gröberem, dann feinerem Schmirgelpapier oder mit dem Dremel. Wenn es besonders glatt werden soll, kann auch nass geschliffen werden, dafür muss aber Nassschleifpapier verwendet werden.
- Wenn Sie die Teile zusammenfügen, können Sie diese verzapfen, also zum Beispiel in die Stuhlsitzfläche nicht durchgehende Löcher im Durchmesser der einzufügenden Teile bohren, eine kleine Menge Holzleim oder Heißkleber einbringen und die Stuhlbeine einfügen und (bei Verwendung von Leim) trocknen lassen. Wenn der Stuhl eine Lehne aus einem Stück hat, kann diese natürlich auch gleich mit Heißkleber angebracht werden.
- Bei beweglichen Teilen, wie Schranktüren, können entweder dornartige Erhebungen gelassen werden oder kurze Stückchen Draht von hinten an den Türen angeklebt werden. Die vorstehenden Teile werden in die, in den Schrankkorpus gebohrten, nicht durchgehenden Löcher, gesetzt. Wichtig ist, ein sehr genaues Arbeiten, damit alle Teile zusammenpassen. Sofort genau zu arbeiten, ist in der Regel zeitsparender als andauerndes Nacharbeiten.
- Abschließend können die Puppenhausmöbel, wie die großen Ausgaben, je nach Geschmack, geölt, gewachst, gebeizt und angestrichen werden. Viel Erfolg.