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PU-Leder pflegen - praktische Ratschläge

Die Materialbezeichnung PU-Leder impliziert zunächst ja: Es handelt sich um ein spezielles Leder und sicher geht es um eine besondere Lederpflege. Das ist aber falsch, denn leider werden manchmal auch bestimmte Kunstleder so benannt, und zudem braucht auch ein PU-Leder, welches dem Namen entsprechend wenigstens korrekt ein wirkliches Leder (Spaltleder) ist, keine Leder- sondern eine andere Pflege. Richtig gepflegt werden will nämlich die PU-Beschichtung (Polyurethan).

Achten Sie genau auf die Materialbezeichnung.
Achten Sie genau auf die Materialbezeichnung.

Was Sie benötigen:

  • fusselfreier Lappen
  • PU-Protector
  • ggf. "Leder-Fresh" für PU-Leder

Was PU-Leder ist

PU-Leder ist im Bereich Möbel und Schuhe eine preiswerte, allerdings auch weniger strapazierfähige und haltbare, Alternative zu Leder. Es handelt sich um durchgefärbtes Spaltleder mit einer mehr oder weniger dicken Beschichtung aus Polyurethan.

  • Diese Beschichtung lässt das PU-Leder wie ein Narbenleder aussehen, es hat aber immer eine glänzende Oberfläche.
  • Diese ist nicht atmungsaktiv, sodass das Gefühl beim Kontakt mit PU-Leder eher dem Gefühl von Kunstleder entspricht (kälter, an der Haut klebend).

Pflegehinweise für beschichtetes Spaltleder

  • PU-Leder darf keinesfalls wie normales Leder behandelt werden. Die Polyurethan-Oberfläche ist fettempfindlich, man sieht das besonders an Stellen mit viel Haut- und/oder Haar-Kontakt. Deshalb muss ein PU-Leder regelmäßig mit einem nicht fusselnden Lappen entstaubt und anschließend mit einem speziellen "PU-Protecor" gereinigt  werden.
  • Diesen geben Sie auf ein ebenfalls fusselfreies weiches Tuch und feuchten es dadurch ein wenig an. Mit diesem Mittel lassen sich leichte Verschmutzungen - und eben auch Fette etc.- entfernen und die Oberfläche glänzt wieder. Größere Schäden lassen sich allerdings nur schwer beheben. Ist die Oberfläche bereits stumpf oder klebrig und hat sich die PU-Folie weißlich verfärbt, können Sie nicht viel machen.
  • Wer sich ein Ledermöbel kaufen möchte, wird häufig mit der Bezeichnung PU-Leder …

  • Einzig für leichte Farbaufbesserungen taugt z. B. ein sogenanntes "Leder-Fresh" für PU-Leder. Recht teuer, weil es genau nach Farbe angemischt werden muss und zudem wirklich nur "auffrischt".
  • Irreparabel sind Belastungsschäden, wie das Aufreißen der PU-Folie an Stellen starker Beanspruchung. Das passiert oft bei zu schwachem Spaltleder, das sich zu stark dehnt. Meist treten solche Schäden kurz nach Ablauf der Garantiezeit auf, die Hersteller entsprechender beschichteter Leder wissen recht gut um die Lebensdauer Ihrer Produkte Bescheid.

Vergleichen Sie also gut. Leder ist natürlich teurer, aber auch wesentlich haltbarer und leichter zu pflegen. Achten Sie genau auf die Materialdeklaration. Hier gibt es reichlich Defizite, es wird oftmals nicht darauf hingewiesen, ob es sich um ein "beschichtetes Leder", "beschichtetes Spaltleder" oder z. B. um Kunstleder handelt.

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