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Pseudoplastische Flüssigkeit - Definition

Flüssigkeiten sind sehr unterschiedlich was zum Beispiel ihr Fließverhalten betrifft. Denken Sie beispielsweise an Wasser, Öl, Honig oder auch Zahncreme. Tatsächlich beschäftigt sich mit dem Fließverhalten eine eigene Wissenschaft, die Rheologie, in der auch pseudoplastische Flüssigkeiten eingeordnet werden können.

Auch mit Zahncreme befasst sich die Rheologie.
Auch mit Zahncreme befasst sich die Rheologie.

Rheologie - die Wissenschaft vom "Fließen"

  • Die Fließeigenschaften von Flüssigkeiten sind natürlich nicht nur im Alltag wichtig (denken Sie an dünnflüssige Zahncreme oder Ketchup, der nicht aus der Flasche will), sondern auch für viele industrielle Anwendungen, bei denen es um Strömungen geht (denken Sie an Kühlanlagen oder Öle im Auto bzw. in Rohrleitungen).
  • Mit Verformungs- und Fließeigenschaften nicht nur von Flüssigkeiten, sondern generell von Materie, beschäftigt sich ein ganz spezielles Wissensgebiet, nämlich die Rheologie.
  • Dort ist die Viskosität (die Zähflüssigkeit) ein wichtiger Begriff, der das Fließverhalten charakterisiert. Letztendlich ergibt sich aus dieser Zahl, wie schnell eine Flüssigkeit fließen kann. Wasser hat beispielsweise eine geringe Viskosität, bei Honig ist sie groß (und zudem temperaturabhängig). Je niedriger die Viskosität einer Flüssigkeit ist, desto dünnflüssiger erscheint sie Ihnen.

Pseudoplastische Flüssigkeiten - kurz erklärt

  • Wasser ist eine "gut handhabbare" Flüssigkeit, denn es besitzt eine konstante Viskosität. Solche Flüssigkeiten werden übrigens auch newtonsch genannt, weil bereits Newton über diese Zusammenhänge spekulierte. Auch viele Öle, Benzin und Alkohole gehören in diese Gruppe.
  • Manche Flüssigkeiten zeigen jedoch ein pseudoplastisches Verhalten: Bei kleinen Geschwindigkeiten verhalten sich diese nämlich newtonsch. Allerdings nimmt die Viskosität ab einer bestimmten (kritisch genannten) Geschwindigkeit rapide ab.
  • Im Experiment stellt sich das so dar: Sie erhöhen die Geschwindigkeit und der Fluss ist mehr oder weniger träge. Und dann passiert es: Plötzlich flutscht es wie geschmiert, um es mal vereinfacht zu sagen. Besonders von Papierpulpe kennt man dieses Verhalten, im Haushalt kann man dies beim Umschütten von Obstmus (mit Stückchen) zuweilen auch beobachten.
  • Beispiele für pseudoplastische Flüssigkeiten sind viele Polymerlösungen, aber auch etliche Suspensionen oder auch Dispersionen (mit Pigmentteilchen zum Beispiel). Grund für das Verhalten sind Wechselwirkungen zwischen den Molekülen. Daher werden diese Flüssigkeiten auch strukturviskos genannt. 

Übrigens: Mit diesen beiden Begriffen ist das Verhalten von Flüssigkeiten bei Weitem noch nicht erschöpft. So gibt es zum Beispiel dilatante Flüssigkeiten wie Stärkebrei oder nasser Sandbrei (die durch Bewegung nahezu starr werden können) oder auch thixotrope Flüssigkeiten wie zum Beispiel Ketchup, der durch Bewegung dünnflüssiger wird (und dann auch besser aus der Flasche kommt).

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