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Pro und Contra für eine eigene Wohnung abwägen

Früher oder später kommt den meisten jungen Menschen der Gedanke an eine eigene Wohnung. Tun und lassen, was man will, Partys feiern ohne Ende, niemandem gegenüber Rechenschaft ablegen? So schön, wie das alles klingt, gehört noch eine ganze Menge mehr zum Schritt in die eigenen vier Wände. Wägen Sie Pro und Contra für eine eigene Wohnung sorgfältig ab.

Reif für die eigene Wohnung?
Reif für die eigene Wohnung?

Was Sie benötigen:

  • Überblick über die finanzielle Situtation
  • Reife

Pro und Contra für die ersten 4 Wände

Der Gedanke an die erste eigene Wohnung ist zugegeben sehr verlockend, doch vergessen Sie nicht, dass zu den gewonnenen Freiheiten auch neue Pflichten und Verpflichtungen auf Sie zukommen werden.

  • Die Motivation zum Ausziehen ist ganz unterschiedlich verteilt - ob häufige Differenzen mit den Eltern oder der Drang nach Selbstständigkeit. In jedem Fall müssen Sie alle Aspekte, die zu einer neuen Wohnung und der damit verbundenen Lebensumstellung gehören, sorgfältig überdenken und planen. Denn sowohl die finanziellen als auch die persönlichen Voraussetzungen müssen erfüllt werden können!
  • Es ist ganz selbstverständlich, dass irgendwann der Punkt kommt, an dem man sich nach mehr Autonomie, Freiheit und Selbstständigkeit sehnt. In einer eigenen Wohnung ist in der Regel mehr Platz vorhanden als im elterlichen Jugendzimmer. Sie können sich also ganz anders entfalten, Ihre Einrichtung wählen, haben womöglich einen anderen Tagesablauf als auch andere Ernährungsgewohnheiten.
  • Sie planen Ihren Tag so, wie Sie es für gut befinden, und müssen niemandem gegenüber Rechenschaft ablegen, wann Sie wo hingehen wollen. Häufig verbessert sich die Beziehung zu den Eltern und Geschwistern, da Sie aufgrund der räumlichen Trennung nicht täglich aneinandergeraten oder sich eingeschränkt fühlen. Immerhin ist es ein langfristiges Ziel Ihrer eigenen Erziehung, dass Sie das Handwerkszeug haben, auf eigenen Beinen zu stehen.

Die erste eigene Wohnung

  • Wenn Sie volljährig und somit voll geschäftsfähig sind, sind Sie damit auch berechtigt, den Mietvertrag für Ihre eigene Wohnung zu unterschreiben. Sie gehen eine vertragliche Vereinbarung ein, an die Sie sich auch halten müssen. Da wären z. B. Ruhezeiten, Flur- oder Kellerdienste, die regelmäßig eingehalten werden müssen, oder auch Klauseln in Bezug auf die Renovierung, wenn Sie wieder ausziehen wollen.
  • Neben der eigenen Persönlichkeit und der damit verbundenen Reife für den Schritt in die eigenen vier Wände sind es oftmals die Finanzen, die eine Hürde darstellen. Wenn Sie noch über kein festes Einkommen verfügen, weil Sie zur Schule gehen, sich in Ausbildung befinden oder studieren, ist es finanziell gesehen schwierig, aber nicht unmöglich  auf eigenen Beinen zu stehen.
  • Wenn Sie einen Nebenjob haben und ein wenig Geld verdienen, könnte es trotzdem noch knapp werden, denn zur eigentlichen Kaltmiete kommen noch die Nebenkosten in Form von Strom und Wärme (Heizung) auf Sie zu. Darüber hinaus sind u. a. Beiträge für die Müllentsorgung, Räum-  oder Putzdienste enthalten, die die Nebenkosten nochmals erhöhen. Sie brauchen außerdem ein ausreichendes Budget für Ihren Haushalt; neben Lebensmitteln und Getränken müssen auch Putz- und Hygieneartikel gekauft werden. Planen Sie auch ein Taschengeld ein, das für Ihre Hobbys und Freizeitaktivitäten gedacht ist; unter Umständen fällt dieses Budget deutlich geringer aus, als Sie es bisher gewohnt sind.
  • Am besten sprechen Sie die Finanzen mit Ihren Eltern durch, vielleicht können Sie zusätzlich das Kindergeld bekommen, oder Ihre Eltern können Sie anderweitig finanziell unterstützen. Ganz wichtig ist auch zu besprechen, wie Sie Ihre Lebenskosten finanzieren, falls Sie einmal kein Einkommen mehr haben sollten oder durch Prüfungen etc. nicht in der Lage sind, so viel Geld wie sonst zu verdienen. Wahrscheinlich können Ihre Eltern Ihnen zusätzliche Pro- und Contra-Punkte nennen, an die Sie bisher nicht gedacht haben.
  • Je nach Wohnung müssen Sie damit rechnen, Großgeräte wie einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine anzuschaffen. Suchen Sie eine Wohnung, in der das nicht nötig ist, oder sehen Sie sich nach günstigen, gebrauchten Sachen um.
  • Wenn Sie in eine eigene Wohnung ziehen, müssen Sie unbedingt Ihren Versicherungsschutz überprüfen und wahrscheinlich erweitern. An erster Stelle steht eine private Haftpflichtversicherung, die eigentlich jeder besitzen sollte! Einige Vermieter verlangen den Abschluss einer Hausratversicherung, die in jedem Fall zu empfehlen ist und natürlich zusätzliche Kosten verursacht. 
  • Wo zu Hause noch Mutti das Waschen, Kochen und Putzen übernommen hat, müssen Sie nun selber ran! Unterschätzen Sie diese Arbeiten und den damit verbundenen Zeitaufwand nicht. Gerade wenn Sie bei Ihren Eltern eher wenige Aufgaben übernehmen mussten, brauchen Sie eine Weile, um ein System zu entwickeln und
    Ihren Haushalt in Schuss zu halten.
  • In der eigenen Wohnung sind es vielleicht nicht die Eltern, die sich wegen zu lauter Musik beschweren, dafür gibt es aber Nachbarn! Je nachdem ob Sie mit Ihren Eltern in einem Mehrfamilienhaus oder einem Eigenheim wohnen, können Sie vielleicht zu Hause etwas lauter sein, in einer Hausgemeinschaft müssen Sie auf andere Mieter Rücksicht nehmen.

Erstellen Sie am besten eine eigene Pro-und-Contra-Liste, die auf Ihre persönliche Situation zugeschnitten ist. Nehmen Sie sich diese Liste nach einigen Wochen wieder vor und ergänzen oder ändern Sie diese, vielleicht hilft Ihnen das bei einer Entscheidung.

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