- 15.11.2011 Sabine Gert-Schlühr
- Leckerchen
- Leine
- Halsband oder Geschirr
- Wasserpistole
- Wurfkette
Pro oder Contra? Hundeerziehung ist nicht einfach. Wenn Sie als Hundehalter Fehler machen, muss der Hund es ausbaden. Um es vorwegzunehmen: Ganz ohne Bestrafung wird ein schwieriger Hund nicht dauerhaft von einem unerwünschten Verhalten ablassen.
Contra: Punkte gegen eine Bestrafung beim Hund
- Wenn Ihr Hund ein Kommando noch gar nicht kennt und dementsprechend überhaupt nicht weiß, was er tun soll, ist eine Bestrafung natürlich kontraproduktiv. Nehmen Sie sich die Zeit, um ein Kommando mittels positiver Verstärkung so lange einzuüben, bis er es sicher beherrscht. Nicht selten müssen Kommandos mindestens 100-mal fehlerfrei ausgeführt werden, bis Sie es beim Hund einfordern können. Vorher würde eine Bestrafung beim Hund nur Unsicherheit oder sogar Fehlverknüpfungen hervorrufen.
- Haben Sie einen ängstlichen Hund, sollten Sie mit Bestrafungen auch vorsichtig sein. Der Hund würde noch ängstlicher werden, und aus eigener Erfahrung wissen Sie vielleicht, dass Angst schnell eine Blockade hervorrufen kann. Die Folge wäre dann eine generalisierte Angststörung, sodass Sie keinen Auslöser mehr für die Ängste ausmachen können.
- Kommunizieren Sie mit Ihrem Hund klar und deutlich. Der Hund wird nicht nur auf Ihre Worte achten. Für ihn existieren Sie als eine Ganzheit. Er wird vor allem auf Ihre Körpersprache achten und auf den Tonfall. Gehen Sie drohend auf Ihren Hund zu, befehlen ihm aber herzukommen, und er kommt nicht, sollten Sie ihn nicht bestrafen, denn Ihre Körpersprache verhält sich contra Ihrer Aussage.
Pro - dann ist eine Bestrafung beim Hund angebracht
- Pro: Haben Sie Ihren Hund schon länger und Sie wissen genau, dass er ein Kommando wie zum Beispiel "Sitz" sicher beherrscht, und er führt das Kommando nicht aus, weil er Besseres zu tun hat, dann sollten Sie das Kommando notfalls auch mit einer Bestrafung ausführen lassen. Lassen Sie dem Hund das Ignorieren Ihres Kommandos durchgehen, gewöhnt er sich daran, dass er Kommandos ausführen kann, aber nicht muss.
- Bestrafungen können unterschiedlich ausfallen und sollten immer dem Anlass entsprechend angepasst und professionell ausgeführt werden.
- Sie sollten immer daran denken, dass alles, was Sie vom Hund möchten oder erwarten, nur zu seiner eigenen Sicherheit dient. Es ist wichtig, dass ein Hund zuverlässig am Straßenrand sitzen bleibt, wenn ein Auto kommt, da er sonst überfahren wird.
- Achten Sie darauf, dass Ihre Hand immer "positiv" bleibt, darum sollten Sie niemals mit der Hand Ihren Hund schlagen oder ähnliches. Durch Angst kann auch schnell ein aggressives Verhalten ausgelöst werden. Dann wäre Ihre Hand das Angriffsziel.
Wie Bestrafungen sinnvoll eingesetzt werden
- Wenn es angebracht ist, Ihren Hund für ein unerwünschtes Verhalten zu bestrafen, sollten Sie es gleich "richtig" tun. Wenn Sie erst langsam die Strafe erhöhen, wird sich der Hund an die zugefügten Unannehmlichkeiten gewöhnen.
- Beispiel 1 "Rückruf": Um einen zuverlässigen Rückruf beim Hund zu trainieren, sollten Sie ihn mit einer Leine oder besser Schleppleine absichern. Ist Ihr Hund gerade mit etwas anderem beschäftigt und Sie rufen ihn, geben Sie ihm genau 3 Sekunden Zeit zu reagieren. Sollte er in dieser Zeit seine Aktivitäten weiter verfolgen, laufen Sie mit dem Ende der Leine in der Hand vom Hund weg. Durch den plötzlichen Ruck am Hund wird dieser demnächst besser aufpassen, bzw. "zuhören". Innerhalb kurzer Zeit wird der Hund Sie nicht mehr ignorieren.
- Beispiel 2 "Unerlaubtes Fressen am Wegesrand": Wenn Ihr Hund immer wieder Kot von anderen Tieren aufnimmt, sollten Sie dies verbieten. Dazu können Sie sich einer Wurfkette bedienen. Ertappen Sie Ihren Hund auf frischer Tat, werfen Sie die Kette direkt NEBEN den Hund. Er wird sich durch das scheppernde Geräusch derart erschrecken, dass er diese Handlung sofort unterlässt. Der Vorteil ist auch, dass der Hund das Geräusch nicht mit Ihnen verbindet. Einige Bestrafungen auf diese Weise reichen in der Regel aus, dass der Hund sein Verhalten schon unterlässt, wenn er nur die Ketten rascheln hört.
- Den gleichen Effekt wie oben können Sie auch mit einer Wasserpistole erreichen.
- Denken Sie daran, dass Sie nach Bestrafung und dem Unterlassen des Verhaltens sofort - am besten innerhalb einer Sekunde - anfangen, den Hund ausgiebig zu beloben. Am besten gelingt Ihnen dies mithilfe von guten Leckerchen.