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Poolwasser umweltgerecht entsorgen

Der Badespaß ist für viele im Sommer einfach das Größte. Wer im eigenen Grundstück oder dem eigenen Garten einen Swimmingpool hat, muss dafür nicht einmal ins Freibad fahren. Doch neigt sich die Badezeit ihrem Ende zu, stellt sich die Frage, wie man das Poolwasser entsorgen kann. Hierfür gibt es gesetzliche Regelungen.

Ein Swimmingpool muss gepflegt werden.
Ein Swimmingpool muss gepflegt werden.

Breitflächige Verrieselung bei unbelastetem Poolwasser

  • Haben Sie einen mobilen Swimmingpool, den Sie im Sommer aufblasen und dann im Garten stehen lassen, können Sie das enthaltende Poolwasser nach der Badezeit einfach in den Rasen ablassen. Dies nennt man eine breitflächige Verrieselung.
  • Eine breitflächige Verrieselung ist immer dann gegeben, wenn sich das Poolwasser in Ihrem Garten verteilen kann, ohne dabei in Nachbargrundstücke zu fließen. Es muss also ausreichend Fläche und ausreichend Vegetation (Rasenfläche, Bepflanzung) geben, damit allein Ihr Grundstück bewässert wird.
  • Eine Ausnahme: Befinden Sie sich in einem Wasserschutzgebiet, sollten Sie Poolwasser niemals via Versickerung entsorgen. Informieren Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer Stadt/Gemeinde und holen Sie die wasserrechtliche Bewilligung von dort ein.
  • Bei länger stehendem Poolwasser und bei jedem installierten Swimmingpool kommen Sie nicht darum herum, das Wasser mit Chemikalien zu pflegen. Nur so können Bakterien und Algen bekämpft werden.
  • Dieses Poolwasser ist dann jedoch nicht mehr unbelastet und eine breitflächige Verrieselung nicht erlaubt. Um es umweltgerecht zu entsorgen, haben Sie nun zwei Möglichkeiten.

Das Entsorgen von belastetem Wasser

  • Haben Sie das Wasser nur mit Chlor behandelt, muss es nicht zwangsläufig als Schmutzwasser über die Kanalisation abgeführt werden. Zunächst sollten Sie den Chlorgehalt im Becken messen. Liegt der Wert unter 0,05 mg pro einem Liter Wasser, ist die breitflächige Verrieselung erlaubt.
  • Zur Messung gibt es Chlorsensoren zu kaufen, die den exakten Wert anzeigen. Sie befinden sich allerdings in einem Preissektor ab 200 Euro.
  • Für einen kleinen Pool lohnt diese Investition selten. Hier bietet sich die (wenn auch ungenauere) Redox-Messung an. Entsprechende Geräte werden in Aquarien genutzt und sind bereits ab 50 Euro erhältlich. Die Redoxreaktion zeigt an, wie stark die Oxidation ist. Da Chlor oxidativ wirkt, nimmt der Wert in stark gechlortem Wasser entsprechend zu.
  • Bei alleiniger Wasserbehandlung mit Chlor, können Sie bei einem Gehalt über 0,05 mg das Wasser noch circa 14 Tage stehen lassen. Bei erneuter Messung müsste das Aktivchlor nun ausreichend gesunken sein, sodass die Verrieselung wieder legitim ist.
  • Haben Sie dagegen mit Bioziden gearbeitet, sollte das Poolwasser immer über die Kanalisation entsorgt werden. Bereits geringe Konzentrationen schaden dem Grundwasser.
  • In aufblassbaren Pools kann das Wasser mittels Schlauch entsorgt werden. Ein Ende wird in den Pool gelegt, das andere zum Waschbecken/Toilette getragen und dort der Wasserfluss mittels Ansaugen am Schlauch gestartet. Auch möglich, aber sehr umständlich, ist der Abtransport mit Eimern.
  • Bei großen und festinstallierten Poolanlagen wurde bereits beim Einbau ein direkter Kanalanschluss geschaffen, um das Abwasser der Kanalisation zu zuführen. Lesen Sie für das exakte Vorgehen die Bedienungshinweise Ihres Hersteller.
  • Für die Einleitung großer Wassermengen sollten Sie das zuständige Kanalisationsunternehmen vorab einmal informieren. Eine Mitteilungspflicht gibt es jedoch nur in Einzelfällen; etwa dann, wenn Sie besonders große Swimmingpools besitzen.
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