Alle Kategorien
Suche

Poetry Slam schreiben - Techniken und Tipps

Poetry Slam – Eine neue Kunstform erobert immer mehr Bühnen. Dabei haben Sie sich schon gefragt: Könnte ich so etwas auch schreiben? Denn verschiedene Poetry–Veranstaltungen suchen regelmäßig Mitstreiter. Womöglich schlummert ein kleiner Dichter in Ihnen und Sie wollen sich als moderner Poet verwirklichen? Dann beachten Sie ein paar Tipps zum Einstieg.

Los geht es auf die Bühne! Schreiben Sie Ihre ersten Poetry Slam-Beiträge.
Los geht es auf die Bühne! Schreiben Sie Ihre ersten Poetry Slam-Beiträge.

Bei einem Poetry Slam handelt es sich gemäß der Übersetzung um einen Dichterwettstreit. Das heißt, verschiedene poetische Talente präsentieren ihre Texte auf einer Bühne dem Publikum. An dessen Reaktion, beispielsweise am Beifall, ist oft erkennbar, welcher Beitrag am besten ankam. Am Ende bestimmt das Publikum in der Regel den Gewinner. Bei einigen Veranstaltungen wartet ein Preis auf die besten Darbietungen. Bevor Sie sich selbst auf die Bretter wagen, die für Sie die Welt bedeuten könnten, ist es ratsam, sich gewisse Fertigkeiten anzueignen. Dazu gehören kleine Schreibaufgaben.

Von erfahrenen Poeten lernen

  1. Begeben Sie sich unter kreatives Poeten-Volk: Ein Poetry Slam lebt von den Zuhörern – und unter die sollten Sie sich mischen. Auf diese Art lernen Sie die Atmosphäre, die Voraussetzungen und Anforderungen am besten kennen. Beobachten Sie, was die Konkurrenz macht! Welche Themen sind im Moment interessant? Wie bauen die anderen ihre Darbietung auf? Machen Sie sich während der Veranstaltungen kleine Notizen und schreiben Sie auf, was Ihnen gefallen hat oder was Sie vermeiden möchten. Poetry Slams sind durch ihre mündliche Vortragsweise oftmals aktueller als Geschichten in Buchform. Wenn Sie diese regelmäßig verfolgen, werden Sie vielleicht Trends oder neue Strömungen erkennen.
  2. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie durch den Besuch von Poetry Slams Kontakte knüpfen können. Stellen Sie sich bei den Organisatoren vor. Das sind je nach Stadt beispielsweise Lokalbesitzer oder örtliche Literaturvereine. Sagen Sie frei heraus, dass Sie Interesse hätten, in einiger Zeit selbst teilzunehmen und fragen Sie nach deren Meinung. Vielleicht geben sie Ihnen hilfreiche Tipps. Oder hat sie ein Beitrag besonders begeistert? Warum nicht versuchen, mit dem Poetry Slam-Teilnehmer in Kontakt zu kommen? Vielleicht nimmt er Sie unter Ihre Fittiche und gibt Ihnen Tipps bei Ihren ersten Schreibversuchen. Auf diese Weise erhalten Sie Ihren persönlichen Workshop.
  3. Dabei geht es nicht darum, andere nachzumachen – mit der Zeit sollten Sie Ihre eigene Ausdrucksweise finden. Was bewegt Sie? Was ist Ihr Steckenpferd, wo kennen Sie sich aus? Holen Sie sich Inspirationen, nicht nur von anderen Poetry Slam-Teilnehmern. Beschäftigen Sie sich mit Lyrik, lesen Sie Gedichte und Kurzgeschichten, verfolgen Sie das Zeitgeschehen. Und achten Sie auf Probleme, die Ihre Mitmenschen im Moment beschäftigen. Sie werden sehen: Mit etwas Aufmerksamkeit stoßen Sie auf Themen, die Sie poetisch verarbeiten können.

Einen Poetry Slam-Beitrag schreiben

  • Zuerst steht die Themenfindung: Welchem Stoff wollen Sie sich nähern? Haben Sie immer Zettel und Stift parat, um sich Stichpunkte zu machen. Denn gute Einfälle oder Formulierungen kommen oft in alltäglichen Situationen. Wichtig: Bei einem Poetry Slam sind die unterschiedlichsten Beiträge erlaubt. Einige Teilnehmer haben sich auf Lyrik spezialisiert, andere auf Kurzgeschichten, kleine Kabarett-Stücke oder kunstvolle Erzählungen. Es darf witzig, bissig, komisch oder ernst zugehen. Sie müssen Ihre Texte nicht in Reimform verfassen. Entscheiden Sie selbst, welche Schreibform die richtige für Sie ist. Probieren Sie verschiedene Textarten aus. Bei den meisten Poetry Slam-Veranstaltungen ist eine Zeit vorgegeben. Deshalb sollten Sie Ihre Texte von Beginn an nicht zu lang werden lassen und dann eventuell vor dem Auftritt noch zeitlich anpassen.

  • Nun zum ersten Formulieren: Wo ist Ihnen die Rohschrift lieber? Mit Bleistift auf Papier oder am PC? Finden Sie Ihre Vorlieben selbst heraus. Schreiben Sie Ihre Gedanken nieder, wie Sie diese im Kopf haben. Umändern werden Sie die Sätze ohnehin noch ein paar Mal.

  • Denn das Überarbeiten ist wichtig: Lesen Sie die Sätze immer wieder durch, auch laut, denn oftmals klingen Sie gesprochen ganz anders. Ist eine Stelle holprig? Feilen Sie weiter daran. Lassen Sie den Text ein paar Tage liegen, bevor Sie ihn wieder lesen. Manchmal springen einem dann Ungereimtheiten leichter ins Auge. Das Wichtigste ist: Ihr Vortrag sollte am Ende kurz und knapp und originell sein. Das Publikum erwartet kurzweilige Unterhaltung. Langatmige Aufzählungen, umfangreiche Erläuterungen am Anfang oder komplizierte Schachtelsätze könnten bewirken, dass das Interesse der Zuhörer nachlässt.

Mit etwas Mut zum Poeten

  • "Learning by Doing" – und das gilt ab einem bestimmten Punkt auch für Sie. Haben Sie ein paar Texte fertig in der Schublade? Dann melden Sie sich für einen Poetry Slam an. Nur an der Resonanz des Publikums können Sie wachsen und dazulernen. Trockenübungen reichen nicht. Ein Poetry Slam-Teilnehmer ist kein Poet für das stille Kämmerchen – und darf nicht zu viel Angst vor der Reaktion haben. Nur durch sein Publikum merkt man, was gewünscht ist und gut ankommt. Diese Literatur definiert sich zum großen Teil durch das Zusammenspiel von Dichter und Publikum.

  • Das bedeutet, dass Sie an Ihrer Ausstrahlung arbeiten sollten. Das Vortragen ist genauso wichtig wie der Text. Üben Sie vor Freunden und Familie – und lassen Sie sich eine Rückmeldung geben. Die meisten guten Poetry Slam-Beiträge sind witzig und originell. Hier sind Ihre schauspielerischen Fähigkeiten gefragt. Lesen Sie Ihren Text nicht nur ab, tragen Sie ihn abwechslungsreich und mit Selbstbewusstsein vor.

Die Fähigkeit, einen Text gefällig zu formulieren, ist erlernbar. Übung und Geduld gehören auf alle Fälle dazu. Bringen Sie zu Papier, was Sie bewegt. Und feilen Sie weiter daran. Suchen Sie Ihre eigene Ausdrucksform. Am Ende gilt: Stellen Sie sich dem Publikum und raus auf die Bühne.

 

Teilen: