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Plötzlich alleinerziehend - Hilfe für Single-Eltern

Das Leben hält viele Überraschungen bereit, die nicht immer alle positiv sind. Oftmals ziehen sie große Veränderungen nach sich und das Leben muss ganz neu organisiert werden. Plötzlich alleinerziehend zu sein, ist eine Veränderung, die eine Umorientierung nach sich zieht, die aber bereits viele Menschen gemeistert haben.

Elternteil und Nachwuchs können durch gegenseitige Unterstützung über sich hinauswachsen
Elternteil und Nachwuchs können durch gegenseitige Unterstützung über sich hinauswachsen

Plötzlich bricht auch ein Teil des Lebensunterhalts weg

Einer der wichtigsten Punkte in der Situation, plötzlich alleinerziehend zu sein, sind die Finanzen. Nicht selten ist es so, dass der Partner Hauptverdiener war oder aber einen beträchtlichen Anteil zum Lebensunterhalt beigetragen hat, der nun wegfällt. Deswegen ist es wichtig, den eigenen Standpunkt in diesem Bereich klar zu ermitteln und gezielt zu handeln.

  • Scheuen Sie im Bedarfsfalle nicht den Gang zu Ämtern. Was zunächst sehr unangenehm ist, stellt sich unter Umständen als Retter in der Not heraus. Der grundlegende Lebensunterhalt wird hier gedeckt und auch Beratungsstellen können vermittelt werden.
  • Klären Sie mit Ihrem Ex-Partner den finanziellen Unterhalt des Kindes. Treffen Sie genaue Absprachen, auf die Sie selbst sich verlassen können. Auch, wenn es Überwindung kostet, so ist der Ex-Partner, sofern er Elternteil des Kindes ist, dennoch verpflichtet, seiner Rolle im emotionalen und finanziellen Sinne nachzukommen.
  • Wenn nötig, schreiben Sie Bewerbungen für Jobs, die Ihnen Spaß machen und in Ihren neuen Tagesablauf passen. Besuchen Sie Bewerbertrainings und wenden Sie sich an einen Berufsberater, der Ihnen wertvolle Tipps für einen Weg zurück ins Berufsleben gibt.

Auch alleinerziehende Eltern sind gute Eltern                                   

Plötzlich alleinerziehend zu sein macht es einem oft schwer, genügend Geld zu verdienen und sein Kind dennoch nicht zu vernachlässigen. Vor allem in dieser besonderen Situation benötigt das Kind noch mehr Zuneigung.

  • Erklären Sie Ihrem Sprössling altersgerecht, wie die neue Situation aussieht. Reden Sie dabei keinesfalls schlecht über Ihren Ex-Partner, denn das kann das Urvertrauen des Kindes erschüttern und natürlich auch die Beziehung zum zweiten Elternteil gefährden.
  • Besonders wichtig ist außerdem die Sicherheit, dass das verbleibende Elternteil nicht ebenfalls wegbricht. Die Wünsche und Ängste des Kindes stehen nun ebenso im Mittelpunkt wie Ihre eigenen und sollten deswegen aufmerksam verfolgt werden.
  • Ermöglichen Sie weiterhin Kontakt zum Ex-Partner, sofern das Kind dies wünscht und es auch in seinem Sinne ist. Das hilft dem Nachwuchs, sich schneller mit der Situation zu arrangieren und zu erkennen, dass es nach wie vor von beiden Elternteilen geliebt wird. Natürlich stellt der Ex-Partner auch eine Möglichkeit der Kindesbetreuung dar, die Ihnen wertvolle Zeit für die Arbeit und sich selbst schenkt.
  • Wenden Sie sich für die gelegentliche Betreuung an Ihre Familie oder auch Freunde. Besonders ebenfalls alleinerziehende Bekannte und Freunde können für Sie eine wichtige Stütze und Starthilfe sein. Organisieren Sie sich gemeinsam, planen Sie Ausflüge mit ihnen und suchen Sie auch Kontakt zu anderen alleinerziehenden Eltern, zum Beispiel über den Verband alleinerziehender Mütter und Väter oder die Selbsthilfeinitiative Alleinerziehender.

Alleinerziehend bedeutet nicht, sich selbst zu vernachlässigen

Neben dem neuen Organisationsaufwand, der sehr stressig und kräftezehrend sein kann, sind regelmäßige Auszeiten umso wichtiger. Auch Sie haben in der Anfangszeit Kummer und dürfen bzw. müssen diesen verarbeiten und überwinden, um sich wieder besser zu fühlen.

  • Neben regelmäßigen Pausen, die Sie sich unbedingt gönnen müssen, ist es außerdem wichtig, ein Ventil zu finden, das für Entspannung sorgt. Das kann ein Hobby sein, aber auch eine andere Beschäftigung, die Spaß bringt und zu Ausgeglichenheit führt.
  • Wenn Ihnen danach ist, suchen Sie sich Rat bei lieben Freunden. Diese sind in der schweren Zeit und auch danach nicht nur emotional eine Stütze, sondern können auch in Erziehungsfragen und bei der generellen Freizeitgestaltung eine wichtige Hilfe sein.

Wie Sie alleinerziehend die Kinderbetreuung regeln

Auch, wenn nun in der meisten Zeit nur noch ein Elternteil für Ihr Kind da ist, so sinkt das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit für das Kind nicht. Die Kinderbetreuung hat am Anfang einen sehr großen Organisationsbedarf, der natürlich steigt, je jünger das Kind ist.

  • Die Betreuung durch die restliche, engere Familie ist ganz typisch für jede Art von Familie. Der Vorteil hierbei ist, dass das Kind in einer vertrauten Umgebung ist und sich mit Menschen beschäftigt, die es kennt und natürlich auch gern hat. Insbesondere Großeltern sind gerne bereit, ihre Enkel zu betreuen, während das Elternteil arbeitet oder sich um sich selbst kümmert.
  • Wer nicht die Möglichkeit hat, seinen Nachwuchs regelmäßig durch seine Eltern zu betreuen zu lassen, kann auch auf Freunde zurückgreifen, die genügend Zeit haben und bereit sind, die Kindesbetreuung zu übernehmen. Oftmals finden sich auch alleinerziehende Eltern zusammen, die sich gegenseitig in der Betreuung abwechseln und absprechen. Daraus können auch für Sie verlässliche und schöne Freundschaften entstehen.
  • Öffentliche Einrichtungen wie Kindertagesstätten und der Schulhort sind ebenfalls ganz typische Stellen, an denen die Kinder verschiedener Familienformen am Nachmittag bzw. den ganzen Tag über betreut werden. Ihr Kind lernt hier, Kontakte zu knüpfen und mit anderen Menschen zusammen zu sein.

Alleinerziehend, aber glücklich in die Zukunft blicken

Am Anfang ist es schwer, sich mit der neuen Situation zu arrangieren. Dennoch ist es keine Seltenheit mehr, alleinerziehend zu sein und die Angst vor der Überforderung ist meist größer als die Überforderung selbst. Manch einer findet sich sehr schnell in die neuen Umstände ein, andere Menschen benötigen dabei mehr Zeit. Die Möglichkeiten, sein Leben zu organisieren sind sehr vielfältig und können auf die individuellen Gegebenheiten angepasst werden. Wichtig ist es, nicht leichtfertig aufzugeben, sondern das Leben weiterhin zu genießen und jeden Moment der Freude mit seinem Kind zu teilen.

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