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Photovoltaik und Solarthermie kombinieren - so könnte es gehen

Hausbesitzer, die Sonnenenergie nutzen möchten, konnten sich lange Zeit zwischen zwei Einzellösungen entscheiden. Entweder Sie gewinnen mit einer Kollektoranlage solare Wärme oder Sie produzieren mit Photovoltaikmodulen Solarstrom. Wie wäre es, wenn Sie Photovoltaik und Solarthermie kombinieren könnten?

Optisch nicht schön - Hybridsystem integriert zwei Systeme.
Optisch nicht schön - Hybridsystem integriert zwei Systeme.

Auf vielen Hausdächern gibt es mittlerweile Photovoltaik- und/oder Solarthermie-Anlagen als separat installierte Systeme. Damit lassen sich die Vorteile von Energie- und Wärmegewinnung am besten nutzen. Mit innovativen Kombimodulen können Sie die Vorteile beider Systeme vereinen.

Hybridmodulen - Photovoltaik und Solarthermie als ein System

  • Der Hybridkollektor erzeugt als ein einziges Modul gleichzeitig Strom und Wärme. Damit lässt sich Dachfläche sparen. Der Montageaufwand verringert sich gegenüber der Einzelmontage von Photovoltaik- und Solarthermie-System.
  • Der Hybridkollektor nutzt Sonnenenergie weitaus umfassender. Beim Photovoltaik-Modul bleiben vom verfügbaren Lichtspektrum der Sonne rund 80 Prozent ungenutzt. Gängige Hybridmodule erbringen auf der gleichen Dachfläche bis zu 15 Prozent mehr Leistung.
  • Durch den Einsatz von Hybridkollektoren lassen sich Heizkosten reduzieren. Die Unterstützung von Luft-Wärmepumpen oder Niedertemperaturheizungen ist möglich. Gleichzeitig werden die Solarmodule gekühlt, wodurch ein höherer Wirkungsgrad erreicht wird. 
  • Neben der garantierten Einspeisevergütung besteht die Möglichkeit, steuerliche Erleichterungen und Fördermittel von Bund und Ländern zu nutzen.
  • Die Effektivität von Hybridkollektoren zeigt auch auch bei Schneefall, denn durch die Wärmeerzeugung taut aufliegender Schnee. Durch zwei unterschiedliche Systeme leidet mitunter die Hausansicht. Hybridmodule schaffen eine einheitliche Fläche, insgesamt optisch ansehnlicher.

Nachteile - technischer Aufwand erhöht sich

  • Bei allen Vorteilen fragt man sich, welche Nachteile es gibt. Ein Solarthermiemodul erzeugt hohe Temperaturen. Die Wärme muss ununterbrochen abgeführt werden, da die Leistung der Photovoltaikanlage wegen Überhitzung stark nachlässt.
  • Wenig Sinn macht es auch, die vorhandene Dachfläche komplett mit Hybridmodulen zu versehen, da Sie die erzeugte Wärme beispielsweise in einem 4-Personenhaushalt gar nicht nutzen können.
  • Sie stehen vor dem Problem, die produzierte Wärme sinnvoll zu nutzen oder abzuleiten. Als Besitzer einer Hotelanlage, eines großen Pools oder einer Saunalandschaft können Sie die Module optimal einsetzen. Denn die Wärme wird sofort abgeführt und genutzt.
  • Im anderen Fall müssen Sie die überschüssige Wärme loswerden. Möglichkeiten dafür bieten PV-Module mit Wasserkühlung, Wärmetauscher sowie Kühlsysteme mit großen Wasserpufferbehältern oder mit Grund- bzw. Brunnenwasser. Es ist ein durchaus kostenintensiver Aufwand zu betreiben.
  • Ein weiterer beachtenswerter Gesichtspunkt ist die Ausrichtung der Hybridmodule. Solarthermiemodule lassen sich auch auf teilbeschatteten Flächen betreiben, Photovoltaik-Module hingegen nicht. Hybridmodule benötigen daher immer schattenfreie Dachflächen.

Fazit: Trotz der Hybridmodule werden Sie zwei Systeme auf dem Dach installiert haben, da durch Solarthermie mehr Wärme als benötigt erzeugt wird. Möglichkeiten dafür bieten PV-Module mit Wasserkühlung, Wärmetauscher sowie Kühlsysteme mit großen Wasserpufferbehältern oder mit Grund- bzw. Brunnenwasser.

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