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Pflegegeld für Demenzkranke beantragen - so gelingt's

Wer einen Demenzkranken in der Familie hat, wird sicherlich wissen, wie zeitaufwendig und teuer die Pflege ist. So ehrenwert es ist, sich um ein Familienmitglied zu kümmern, so wenig Zeit bleibt einem, sich um den Beruf und andere Verpflichtungen zu kümmern. Um diese Versorgungslücke auszugleichen, können Sie Pflegegeld für Demenzkranke beantragen. Wie das geht, erfahren Sie im Folgenden.

Angehörige können Pflegegeld erhalten.
Angehörige können Pflegegeld erhalten.

So beantragen Sie finanzielle Unterstützung für Demenzkranke

  • Sie müssen hierzu das Pflegegeld zuerst beantragen, um es zu erhalten. Hierzu wenden Sie sich an die Pflegekasse, das wird regelmäßig die Krankenkasse des Demenzkranken sein. Hier können Sie sich Antragsformulare zuschicken lassen. Beachten Sie, dass der Demenzkranke den Antrag selbst stellen muss, kann er dies nicht, kann er eine andere Person hierzu bevollmächtigen. In dem Antrag müssen Sie angeben, welche Leistung Sie sich wünschen.
  • Sie sollten wissen, dass Demenzkranke von der Pflegeversicherung in bestimmte Pflegestufen eingeteilt werden. Die Pflegestufe wirkt sich dann darauf aus, wie hoch die Leistungen und wie viel Zeit die personelle Unterstützung eines Pflegedienstes beträgt. Sie können von der Pflegekasse Pflegegeld, Sachleistungen, eine Tagespflege oder eine Nachtpflege bekommen. Was Sie davon wählen, sollten Sie sich reiflich überlegen. Wählen Sie eine stationäre Pflege, so erhält das Pflegeheim das Pflegegeld, betreuen Sie den Demenzkranken zu Hause, so erhalten Sie Pflegegeld. Sie können diese beiden Modelle auch miteinander verbinden.
  • In dem Antrag müssen Sie den behandelnden Arzt angeben und ihn von der ärztlichen Schweigepflicht entbinden. Die Pflegekasse kann dann bei dem Arzt nach der Ausprägung der Demenz fragen.
  • Die Pflegekasse muss dann Ihren Antrag bearbeiten und herausfinden, in welche Pflegestufe der Demenzkranke fällt. Hierzu findet dann die Beurteilung des Gesundheitszustandes statt. Die Pflegeversicherung schickt Ihnen hierzu einen Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der jeweiligen Krankenversicherung des Demenzkranken.
  • Um dem Beurteilungstermin gerecht zu werden, können Sie eine Woche vorab beginnen, ein Pflegetagebuch anzufertigen, indem Sie die Zeit notieren, die Sie zum füttern, waschen und pflegen des Demenzkranken benötigen.

Wahlmöglichkeiten bei dem Pflegegeld

  • Wer einen Demenzkranken in der Familie hat, kann grundsätzlich wählen, ob er Pflegegeld, eine Pflegedienstleistung oder eine Kombinationsleistung haben möchte.
  • Beachten Sie, wenn Sie ein pflegender Angehöriger eines Demenzkranken sind, steht Ihnen über das Pflegegeld hinaus auch Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege zu. Dies erleichtert Ihnen den Umgang mit einem Demenzkranken, wenn Sie beispielsweise mal verreisen möchten, um sich von den Belastungen zu erholen.
  • Die Pflegeversicherung sichert Sie nicht nur finanziell, sondern auch sozial ab, auch wenn der Umfang bei einer niedrigen Pflegestufe nicht sehr hoch ist.
  • Mussten Sie umziehen, um sich um einen Demenzkranken zu kümmern, so wird dies von der Pflegeversicherung mit maximal 2.557 Euro jährlich begünstigt.
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