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Pfeifentabak-Sorten: aromatisiert oder pur - eine kurze Einführung

Pfeifenraucher sind ein Völkchen für sich: Es hat etwas Behagliches, wenn sie mit Hingabe und Akribie die Pfeife aussuchen und stopfen - und dann stillvergnügt vor sich hin paffen. Die Wahl des Tabaks will gut überlegt sein - denn es gibt eine große Vielfalt unterschiedlicher Pfeifentabak-Sorten.

Von 70 Tabakarten ist nur eine für Tabakzubereitungen geeignet.
Von 70 Tabakarten ist nur eine für Tabakzubereitungen geeignet. © Annamartha / Pixelio

Einige allgemeine Informationen über Pfeifentabak

  • Die Tabakpflanze zählt zur Familie der Nachtschattengewächse. Es gibt sie in 70 verschiedenen Arten. Nur eine Tabakart - Nicotiana tabacium - ist zur Herstellung von Tabakzubereitungen geeignet.
  • Angebaut wird der Tabak in den gemäßigten Klimazonen der Erde, beispielsweise in den USA, in Griechenland, in Brasilien, der Türkei, Malawi - aber auch in Simbabwe und Deutschland. 
  • Nach der Ernte muss der Tabak zunächst getrocknet werden. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen: Die Blätter trocknen langsam an der Luft oder sie werden in einem schnelleren Prozess in der Sonne getrocknet. Weitere Trocknungsvarianten sind die beschleunigte Trocknung durch Heißluft und die Trocknung am offenen Feuer.
  • Nun folgt der wohl entscheidendste Arbeitsschritt: die Fermentation. Im Verlauf dieses Vorgangs werden die im Tabak enthaltenen Eiweiße und Schadstoffe abgebaut und der Nikotingehalt verringert sich.

Pfeifentabak-Sorten - die verschiedenen Geschmacksvarianten

  • Der "Virginia" Pfeifentabak hat eine goldgelbe bis braune Färbung, er ist großblätterig und im Geschmack sehr mild und süß. Er dient vielen Pfeifentabakmischungen als Grundlage, wird aber auch gern pur geraucht. Allerdings kann er sehr schnell heiß werden - dann brennt er unangenehm auf der Zunge. Die besten Qualitäten sind der "Bright Virgina" - ein sehr heller milder Tabak sowie - für sehr aromatische Mischungen - der "dark fired Virgina", der sein kräftiges dunkles Aroma aus der Trocknung am offenen Feuer bezieht.
  • Der "Burley" Tabak dient als Basis besonders für dänische Tabakmischungen. Zwei Sorten unterscheidet man beim "Burley": den White Burley, dessen Aroma leicht und süß ist, und den "Kentucky Burley", der kräftiger und schwerer ist. Farblich spielt er von hellem Braun bis ins Dunkelbraun. Sein Aroma ist kakaoartig-schokoladig.
  • Der "Kentucky" Tabak ist ein schwerer hocharomatischer Würztabak, der gern in geringen Mengen als aromatisierender Zusatz für Tabakmixturen genutzt wird. "Kentucky" wird über offenem Holzfeuer geräuchert und geröstet und erhält so seinen nussigen Geschmack.  
  • Auch die Tabaksorte "Perique" ist eine Würztabaksorte. Durch eine besondere Form der Fermentation entfaltet dieser Tabak sein spezielles Aroma. Die Blätter werden mit Pflaumensaft und Fruchtmark getränkt und dann gepresst. Der Vorgang wird mehrere Male wiederholt. Der "Perique" ist ein seltener und teurer Tabak und wird nur in geringen Mengen Pfeifentabakmischungen zugesetzt.
  • Der "Cavendish" Tabak kann aus verschiedenen Sorten hergestellt werde: Dieser Tabak wird heiß bedampft und seine Reifung vollzieht sich unter Druck. Der sogenannte "Modern Cavendish" wird mit Likören, Kirsche, Schokolade Kokosnuss oder Rum und anderen Zusätzen aromatisiert. Bei diesen Tabakmischungen steht nicht mehr der Tabakeigengeschmack im Vordergrund.
  • Die Tabaksorte "Maryland" hat einen ganz eigenen charakteristischen Geschmack und nur einen geringen Nikotingehalt. Er ist gut als Aromaträger geeignet und wird schweren Tabakmischungen zugesetzt, um sie leichter zu machen. "Maryland" ist hellgelb bis dunkelrot und kleinblättrig.
  • Der "Orienttabak" gedeiht nur am Mittelmeer und am Schwarzen Meer sowie in der Ägäis. Er wird grundsätzlich an der Sonne getrocknet. "Orienttabak" hat einen sehr milden und süßen Geschmack, eine niedrige Nikotinkonzentration und ist ziemlich teuer. Es gibt ihn in verschiedenen Sorten: Der "Basmas" wird als der Hochwertigste angesehen und kommt aus Griechenland, außerdem gibt es die Sorten "Katerni" und "Kaba Koulak" sowie eine türkische Variante mit Namen "Izmir", die kleinblättrig und sehr würzig ist.
  • Auch der syrische "Latakia"-Tabak ist ein Würztabak und ein wichtiger Aromalieferant für englische und dänische Tabakmischungen zum Beispiel Early Morning Pipe, Dunhills Nightcap und Kong Frederick IX Blanding.
  • Auf Sumatra, Java und Borneo wird der "Java"-Tabak angebaut. Sein mildes und weich-würziges Aroma wird mit Vorliebe in holländischen Mischungen verwendet. Holländische Pfeifentabakmixturen zeichnen sich dadurch aus, dass sie würzig und kräftig sind, und dass für sie keine künstlichen Aromen verwendet werden.

Pfeifentabak - naturbelassene Mischungen oder aromatisiert

  • Sind Sie ein Neuling, der sich erst einmal im Umgang mit der Pfeife vertraut machen möchte? Dann wäre ein Pfeifentabak nach traditioneller holländischer Art ein guter Anfang. Dieser Tabak ist naturbelassen und er hat eine hohe Glimmfähigkeit, die Ihnen den Anfang leicht macht. 
  • Ob Sie nun eine würzige Mixtur, eine milde oder eine aromatisierte Mischung vorziehen, ist eine Frage des Geschmacks. Die mit Früchtearomen oder Vanille aromatisierten Pfeifentabake haben einen süßen glatten Geschmack. Das Tabakaroma tritt bei diesen Mischungen jedoch in den Hintergrund. 
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