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Perspektivisch zeichnen lernen - Anleitung

Um die dreidimensionale Welt auf einem zweidimensionalen Blatt Papier richtig darstellen zu können, müssen Sie Ihre Zeichnung perspektivisch richtig anlegen. Anfängern bereitet das oft Schwierigkeiten, aber mit ein wenig Übung ist es ganz einfach zu lernen. In dieser Anleitung lernen Sie, wie Sie einen Quader in verschiedenen Perspektiven richtig zeichnen.

Perspektive brauch man überall.
Perspektive brauch man überall. © Bernd_Kasper / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • Bleistift
  • Lineal
  • Geodreieck
  • Zeichenpapier
  • einen Quader (Streichholzschachtel, Kornflakesschachtel o. Ä.)

Warum Perspektive lernen?

  • Wenn Sie perspektivisch richtig zeichnen, werden Ihre Zeichnungen überzeugender, stimmiger.
  • Die Bilder bekommen Tiefe, wenn z. B. Bahngleise zum Horizont hin schmaler werden und schließlich zu einem Punkt verschmelzen.
  • Sie werden lernen, die Dinge in ihrer relativen Größe zu zeichnen. Das heißt, bei einem in der Ferne verschwindenden Zaun müssen Sie den ersten Zaunpfahl am größten und die nachfolgenden immer kleiner zeichnen. 
  • Das gilt auch bei Straßenzügen. Das hinterste Haus, das letzte Fenster, die letzte Straßenlaterne müssen kleiner gezeichnet werden als die ersten.

Augenhöhe und warum sie so wichtig ist

  • In Bildern ist dort, wo sich entfernende Dinge, wie Straßen oder Bahngleise zu einem Punkt verschmelzen, der Horizont. Dieser Horizont entspricht im Normalfall der Augenhöhe.
  • Diese Augenhöhe ist entscheidend, um Ihr Bild so wirklichkeitsnah wie möglich werden zu lassen.
  • Sie sollten die Augenhöhe ganz zu Anfang mit einem dünnen, waagerechten Strich markieren.
  • Alle Gegenstände oder Personen werden auf diese Augenhöhe ausgerichtet. Sie beziehen sich auf sie.
  • Wenn Sie diesen Schritt auslassen, stimmt Ihr Bild am Ende wahrscheinlich nicht.
  • Sie können die Augenhöhe variieren. Das müssen sie dann aber für das gesamte Bild tun, nicht nur für einen Teil.
  • Machen Sie einfach ein kleines Experiment: Legen Sie den Quader vor sich auf den Tisch. Jetzt sehen Sie sich ihn aus verschiedenen Perspektiven an, wenn Sie davor stehen, wenn Sie auf einen Stuhl steigen (Vogelperspektive) oder wenn Sie sich hinhocken (Froschperspektive). Sehen Sie, wie er sich verändert, wenn Sie die Augenhöhe ändern?

Mit Fluchtlinien und Fluchtpunkten perspektivisch zeichnen

Als Fluchtpunkt bezeichnet man den Punkt, an dem das betreffende Objekt auf der Linie der Augenhöhe verschwindet.

  1. Legen Sie Ihren Quader so vor sich hin, dass Sie die kleinste Seitenfläche frontal vor sich haben.
  2. Die beiden oberen Seitenkanten laufen von Ihnen weg, sie streben scheinbar zusammen.
  3. Nehmen Sie ein Zeichenblatt und legen mit einer dünnen, waagerechten Linie die Augenhöhe fest.
  4. Zeichnen Sie ein Rechteck darunter, so, wie Sie die vorderste Seitenfläche des Quaders vor sich sehen.
  5. Markieren Sie auf der Linie der Augenhöhe den Fluchtpunkt.
  6. Zeichnen Sie mithilfe des Lineals dünne Linien von jeder Ecke des Rechtecks zum Fluchtpunkt. Diese Linien heißen Fluchtlinien.
  7. Markieren Sie auf allen 4 Fluchtlinien einen Punkt mit dem gleichen Abstand zu den Eckpunkten Ihres Rechtecks.
  8. Verbinden Sie diese 4 Punkte zu einem neuen kleineren Rechteck.
  9. Jetzt brauchen Sie nur noch das erste Rechteck, die oberen Fluchtlinien bis zum zweiten Rechteck und die obere Kante des zweiten Rechtecks dicker nachzuzeichnen.

Gratulation, schon haben Sie einen Quader perspektivisch richtig gezeichnet. Diese Art der Perspektive nennt man Linearperspektive, Zentralperspektive oder 1-Punkt-Perspektive.

Jetzt sollten Sie etwas experimentieren. Ändern Sie die Augenhöhe und den Fluchtpunkt, erst einzeln, dann beide zusammen. 

2-Punkt-Perspektive zeichnen

  1. Legen Sie nun Ihren Quader auf dem Tisch so hin, dass eine vertikale Kante zu Ihnen zeigt.
  2. Auf dem Blatt legen Sie, wie schon gewohnt, zuerst wieder die Augenhöhe fest.
  3. Zeichnen Sie eine vertikale Linie und legen Sie dieses Mal zwei Fluchtpunkte fest, einen links der Linie, den anderen rechts davon.
  4. Ziehen Sie vom oberen und vom unteren Ende der vertikalen Linie je eine Fluchtlinie zum linken und zum rechten Fluchtpunkt.
  5. Jetzt können Sie wieder die Punkte im gleichen Abstand auf den Fluchtlinien markieren. Dabei muss der Abstand auf der linken Seite nicht gleich dem Abstand auf der rechten Seite sein.
  6. Verbinden Sie die beiden Punkte auf der linken Seite mit einer Linie. Auf der rechten Seite tun Sie das Gleiche.
  7. Verschieben Sie mithilfe des Geodreiecks die obere linke Fluchtlinie bis zu dem Punkt, wo sich die obere rechte Fluchtlinie mit der neuen (rechten) Linie trifft.
  8. Machen Sie das Gleiche auch mit der rechten oberen Fluchtlinie, bis zur linken neuen Linie.
  9. Der Schnittpunkt der verschobenen Linien ist der hintere Eckpunkt Ihres Quaders.
  10. Ziehen Sie die Kanten Ihres Quaders noch dicker nach.
  11. Auch hier können Sie wieder mit verschiedenen Augenhöhen und Fluchtpunkten experimentieren.
  12. Sie können auch zwischen den schon vorhandenen Fluchtlinien weitere Quader oder Würfel einzeichnen.
  13. Oder legen Sie zwei zusätzliche Fluchtpunkte an und zeichnen noch mehr Objekte, die sich teilweise überlappen.

Auf diese Weise lernen Sie ganz einfach, auch komplexere Bilder perspektivisch richtig zu zeichnen.

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