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Personalschlüssel in der Altenpflege - wichtige Hinweise für Angehörige von Heimbewohnern

Wie es um den Personalschlüssel in einem Altenpflege-Heim bestellt ist, sollten Angehörige oder Pflegebedürftige ruhig erfragen, bevor sie sich für ein konkretes Heim entscheiden. Denn wie viel qualifiziertes Personal sich um die Bewohner kümmert, ist meist sehr entscheident für die Qualität der Einrichtung.

Pflege kostet Geld.
Pflege kostet Geld.

Einen bundeseinheitlich verbindlichen Personalschlüssel gibt es für die Altenpflege (noch) nicht. Anhaltspunkte dafür, wie viel Personal auf wie viele Bewohner kommen muss, ergeben sich jedoch aus dem SGB XI.

Kein verbindlicher Personalschlüssel in der Altenpflege

  • In § 15 SGB XI sind die Stufen der Pflegebedürftigkeit festgelegt, wobei den einzelnen Stufen jeweils ein Zeitaufwand zugeordnet ist. Wer beispielsweise mindestens 90 Minuten täglich an Unterstützung bei der Grundpflege und bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt, der wird Pflegestufe I zugeordnet.
  • Die Zeitaufwände können zwar einen ersten Hinweis auf den erforderlichen Personalschlüssel geben, allerdings ist zu beachten, dass sich die in § 15 SGB XI genannten Zeitaufwände auf Laien und nicht auf Pflegefachpersonal beziehen.  
  • In einer Pflegesatzvereinbarung gem. § 85 SGB XI legen die Vertragsparteien - das sind unter anderem der Träger der Einrichtung und die Sozialversicherungsträger - fest, welche Pflegesätze gezahlt werden.
  • In einer solchen Pflegesatzvereinbarung findet sich auch eine Aussage darüber, welches Personal vorgehalten wird. Denn gem. § 84 Abs. 5 SGB XI sind die "wesentlichen Leistungs- und Qualitätsmerkmale" der jeweiligen Einrichtung festzulegen, dazu gehört gem. § 85 Abs. 5 Satz 2 Nr. 2 SGB XI auch die personelle Ausstattung der Einrichtung.

Fragen ist nicht verboten

  • Wer sich als Angehöriger mit der Frage auseinandersetzen muss, wo Familienmitglieder gut aufgehoben sind, wenn eine Pflege zu Hause nicht möglich ist, der sollte auch auf den Pflegeschlüssel achten.
  • Es ist nicht verboten, in einer Einrichtung genau danach zu fragen, wie viel qualifiziertes Personal auf die Bewohner kommt. Wenn eine Einrichtung hierüber den Angehörigen keinerlei Auskünfte erteilen will, spricht dies nicht eben für Transparenz und Qualität.

Einen einheitlichen verbindlichen Personalschlüssel gibt es in der stationären Altenpflege nicht. Auf die Qualität einer Einrichtung hat er allerdings einen nicht unerheblichen Einfluss. 

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