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Perchtenkostüm basteln - Anleitung

Zumindest im süddeutschen Raum sind Perchten, jene schaurigen Gestalten, die in den Wintermonaten ihr Unwesen treiben, vielen ein Begriff. Die Perchtenkostüme sehen recht wild aus. Ein solches Kostüm selber zu basteln, ist sicher nicht einfach aber möglich.

Ein Perchtenkostüm ist nicht so einfach zu basteln.
Ein Perchtenkostüm ist nicht so einfach zu basteln. © _schneeflockerl_ / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • ein altes Hemd
  • eine alte Hose
  • Fellreste
  • Textilkleber (oder Nadel und Faden)
  • Gipsbinden
  • Gummiband
  • Schere
  • Fettcreme
  • Wasser
  • eine alte Schüssel
  • eine Plastikplane oder ein Müllsack
  • Pinsel
  • Farben
  • Klarlack

Perchten - bedeutend im alpenländischen Raum

Die Perchten folgen einer alten Tradition.

  • Perchten sind vor allem in Bayern und Österreich bekannt. Dort ziehen sie, meist im Dezember oder Januar durch die Dörfer. Worin das Perchtenlaufen seinen Ursprung hat, ob es tatsächlich auf heidnische Bräuche zurückzuführen ist, wie manche Vermutungen lauten, ist nicht geklärt. Eine beliebte Deutung geht dahin, dass die Perchten den Winter und das alte Jahr austreiben. Entsprechend ist es auch umstritten, woher der Name stammt, hier lautet eine mögliche Theorie, dass er sich von Frau Perchta, einer Sagengestalt, ableitet. Fest steht, dass die Auftritte der Perchten in den vergangenen Jahrzehnten so etwas wie eine Renaissance erlebt haben.
  • Grob einteilen lassen sich die Perchten in Schönperchten und Schiachperchten, wobei schiach im Bayerischen und Österreichischen hässlich bedeutet. Die Schönperchten sind deshalb die freundlichen Lichtgestalten, die tagsüber auftreten und den Bewohnern meist Glück- und Segenswünsche aussprechen, die Schiachperchten als Dunkelgestalten kommen dagegen in der Nacht.
  • Das eine Perchtenkostüm schlechthin gibt es weder bei den Schön- noch bei den Schiachperchten. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Perchtenkostüme. So tragen die Schönperchten in manchen alpenländischen Gegenden sogenannte Tafelaufsätze, das heißt einen riesigen Kopfschmuck, der flach wie ein Brett und kunstvoll verziert ist, zur Tracht. Andernorts tragen sie Masken mit freundlichen Gesichtern und einfache Leinengewänder. Die Schiachperchten dagegen tragen meist ein zotteliges felliges Gewand und häufig furchterregende Masken mit riesigen Hörnern, die an Böcke oder auch an den Teufel erinnern. Häufig ganz wichtig, sowohl bei Schön- als auch Schiachperchten, sind Glocken oder Glockenspiele als Utensil. Hergestellt werden Perchtenkostüme meist von den örtlichen Vereinen.

So basteln Sie ein Perchtenkostüm

Ein richtiges Perchtenkostüm selber zu basteln, ist nicht so einfach möglich, ein einfaches Perchtenkostüm für Kinder, die gerne einmal durchs Dorf laufen möchten, können Sie mit etwas Fantasie allerdings schon basteln. Da viele Kinder wohl lieber gruselig auftreten wollen, muss es natürlich ein Schiachperchtenkostüm sein.

  1. Nehmen Sie ein altes Hemd, das Sie nicht mehr brauchen, und kürzen Sie es eventuell unten und an den Ärmeln. Dieses Hemd bekleben Sie dann mithilfe eines Textilklebers mit Fellresten, die es über das Internet extra zum Basteln zu kaufen gibt. Wenn Sie genügend Geduld dazu haben, können Sie die Reste natürlich auch aufnähen, dabei reicht es, wenn Sie sie an einer Stelle annähen und den Rest so herunterhängen lassen. Bei der Hose gehen Sie genauso vor. Statt einer Hose, die Ihr Kind nicht mehr anziehen mag, können Sie auch eine billige Leggins kaufen und mit den Fellteilen bekleben. 
  2. Die Maske stellen Sie am besten aus Gips her. Schneiden Sie dafür Gipsbinden in Streifen, füllen Sie eine alte Schüssel mit Wasser und legen Sie auf den Boden eine Plastikplane oder einen auseinandergeschnittenen Müllsack.
  3. Cremen Sie das Gesicht Ihres Kindes, das die Maske bekommt, mit Fettcreme ein. Wichtig ist es dabei, dass besonders viel Creme auf die Augenbrauen und den Bereich des Haaransatzes aufgetragen wird.
  4. Anschließend legt sich Ihr Kind auf die Plane, während Sie die Gipsbinden kurz einweichen und dann auf das Gesicht legen. Dabei lassen Sie den Augenbereich und die Nasenlöcher natürlich frei, außerdem an den Seiten kleine Löcher, um später ein Gummiband hindurchzuziehen. Insgesamt empfehlen sich vier Schichten. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Sie den Gips nicht überall schön glatt streichen, sondern einige Falten auf der Stirn und von der Nase zum Kinn gestalten, außerdem vielleicht einen kleinen Ziegenbart und oben winzige Teufelshörner. Wenn der Gips etwas angetrocknet ist - das dauert ein paar Minuten - bitten Sie Ihr Kind, das Gesicht hin und her zu bewegen, sodass sich die Maske löst und sich wegen der Fettcreme auf der Haut gut abnehmen lässt.
  5. Ist die Maske ausgehärtet, was ungefähr einen Tag dauert, lässt sie sich bearbeiten. Eine Teufelsmaske können Sie beispielsweise rot bemalen und die Falten im Kontrast dazu schwarz. Anschließend fixieren Sie die Farbe mit Klarlack. Wenn Sie noch Fellreste haben, kleben Sie diese an den Rand der Maske. Was dann noch fehlt, ist ein Gummiband, das Sie durch die Löcher ziehen.

Mit einer gewissen kreativen Begabung können Sie also ein Perchtenkostüm selber basteln.

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