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Pendeluhr richtig einstellen

Pendeluhr richtig einstellen2:54
Video von Heike Kadereit2:54

Eine alte Pendeluhr ist ein dekoratives Schmuckstück. Die Ganggenauigkeit der Uhr lässt sich mit etwas Geduld selbst optimieren.

Was Sie benötigen:

  • Einstellen von Hand:
  • Quarz- oder Funkuhr zur Kontrolle
  • Einstellen mit Taktgeber:
  • Metronom
  • oder ein anderer Taktgeber (Stopp-Uhr)

Um es gleich vorweg zu nehmen: Alte Pendeluhren, die mit Gewichten aufgezogen werden, werden selten die Genauigkeit einer modernen Quarz- oder gar Funkuhr erreichen. Einen Fehlgang von ein bis zwei Minuten pro Tag sollten Sie tolerieren.

Die Pendeluhr hat eine Stellschraube

Bei einer Pendeluhr ist das Pendel der Taktgeber für die Zahnräder. Dabei handelt es sich bei einer Wanduhr meist um ein Sekundenpendel. Eine große Standuhr hat ein längeres Pendel. Die Schwingungsdauer, also das Hin-und-Zurück, des Pendels sollte genau eine Sekunde betragen. Sie hängt von der Pendellänge ab: Wird das Pendel länger, vergrößert sich die Schwingungsdauer und umgekehrt. So können Sie die Pendellänge selbst einstellen:

  1. Stellschraube ausfindig machen. Suchen Sie unten am Pendel die kleine Stellschraube oder -mutter, mit der Sie die aktive Pendellänge durch Drehen festlegen können.
    Am Pendel befindet sich die Stellschraube.
    Am Pendel befindet sich die Stellschraube. © Dr. Hannelore Dittmar-Ilgen
  2. Schraube drehen. Drehen Sie die Schraube ein klein wenig nach links oder rechts.
    Drehen Sie die Schraube zum Einstellen der Pendellänge.
    Drehen Sie die Schraube zum Einstellen der Pendellänge. © Dr. Hannelore Dittmar-Ilgen
  3. Vorsichtig drehen. Aber Vorsicht: Nur allzu schnell hat man alles verstellt. Oft genügt es, die Stellschraube um eine viertel oder eine halbe Umdrehung zu verändern.
  4. Genauigkeit kontrollieren. Warten Sie nun einige Stunden, um die Ganggenauigkeit der Uhr zu überprüfen. Zur Kontrolle der Hauptuhr können Sie genaue Quarzuhren oder Funkuhren verwenden. 
    Kontrollieren Sie die Genauigkeit sorgfältig.
    Kontrollieren Sie die Genauigkeit sorgfältig. © Benjamin Roch
  5. Fehler beheben. Wenn der Gangfehler größer geworden ist, müssen Sie die andere Richtung wählen. Ist der Gangfehler kleiner geworden, sollten Sie die ursprünglich gewählte Drehrichtung der Schraube noch ein wenig beibehalten, um den Gangfehler weiter zu minimieren. 
    Stellen Sie das Pendel bei größeren Gangfehlern erneut ein.
    Stellen Sie das Pendel bei größeren Gangfehlern erneut ein. © Benjamin Roch

Manche Pendeluhren haben unten am Pendel kleine Gewichte, die nach oben beziehungsweise nach unten geschoben werden können. Dabei verändert sich ebenfalls die aktive Pendellänge. Wenn Sie dieses Gewicht leicht nach oben schieben, wird die Schwingungsdauer kürzer. Die Uhr läuft jetzt schneller. Ein Nachgehen der Uhr wird damit behoben.

Die Pendellänge mit einem Metronom justieren

Sie werden es sicher bemerkt haben: Das Einstellen der Ganggenauigkeit erfordert Geduld und Zeit. Denn Sie müssen immer wieder warten, wie die Uhr reagiert, bevor Sie erneut die Pendellänge verändern. Mit einem Metronom oder einer Stopp-Uhr als Taktgeber können Sie die Pendellänge schneller einstellen:

  1. Takt verwenden. Beim Metronom stellen Sie einen akustischen Takt von einer Sekunde ein. Dies entspricht einer Frequenz von einem Hertz. Die Stopp-Uhr starten Sie einfach.
  2. Pendel los lassen. Nun lassen Sie passend zum Takt das Pendel Ihrer Wanduhr los.
  3. Gang vergleichen. Vergleichen Sie den Gang von Metronom beziehungsweise Stopp-Uhr und Ihrer Pendeluhr. Sie werden erstaunt sein, wie schnell sich kleine Abweichungen bemerkbar machen.
  4. Pendellänge anpassen. Stellen Sie die Pendellänge wie beschrieben ein.

So funktioniert eine Pendeluhr

Wer Zeiten gen.u messen will, benötigt passende Apparaturen dafür. Sonnenuhren sind wahrscheinlich die ältesten Zeitmesser. Sie benutzen den Schatten eines dünnen Stabes. Im Altertum wurden Wasseruhren entwickelt, die mit guter Präzision arbeiteten. Dabei wurde das Auslaufen von Wasser aus einem Gefäß mit feiner Öffnung gemessen. Der Physiker Galileo Galilei hat um 1620 mit derartigen Uhren die Zeit bei seinen berühmten Fallversuchen bestimmt. Heutige, mit Sand gefüllte, Eieruhren erinnern noch an diese Methode.

Allerdings soll sich schon Galilei Gedanken über eine Zeitmessung mithilfe von Pendeln gemacht haben. Einer Anekdote entsprechend soll ihm der Gedanke für eine derartige Uhr während einer endlosen Predigt gekommen sein: Eine Lampe hängt von einer Kirchendecke herunter und schwingt in gleichen Zeitabständen.

Er stellte fest, dass die Schwingungsdauer nur von der Pendellänge abhängt und fertigte eine Skizze für die Uhr an. Jedoch erst der Holländer Christian Huygens baute 1657 die erste von einem Pendel regulierte Uhr. Sie verfügte sogar über einen Minutenzeiger und hatte eine Ganggenauigkeit von etwa fünf Minuten am Tag.

Da jedes Pendel infolge Reibung allmählich zur Ruhe kommt, muss ihm ständig Energie zugeführt werden. Meist geschieht dies durch das Absenken von Gewichtsstücken: Bei jeder Schwingung wird dem Pendel ein kleiner Anstoß gegeben. Die Ankerhemmung bestimmt diesen Zeitpunkt der Energiezufuhr und begrenzt gleichzeitig ihre Zeitdauer.

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