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Paprika züchten - so gelingt's

Wussten Sie, dass der aus Südamerika stammende Paprika zu den weltweit ältesten Kulturpflanzen zählt? Kaum jemand denkt daran, wenn er das knackig-frische, vitaminreiche Gemüse, das ebenso wie Tomaten zu den Nachtschattengewächsen zählt, verzehrt. Rot, gelb, grün und orangefarben sind die Paprikaschoten ein Hochgenuss, ob zubereitet oder roh, als Knabbergemüse. Mit etwas Fingerspitzengefühl können Sie das farbenfrohe Allerlei auch selbst züchten - Sie erleben dadurch ein völlig anderes Geschmackserlebnis - selbst gezüchtete Paprika belohnen mit einem weitaus intensiveren Geschmack.

Paprika als dekorative Pflanze im Garten.
Paprika als dekorative Pflanze im Garten.

Was Sie benötigen:

  • Saatgut (Gartencenter, Gärtnerei)
  • Kamillentee zum Einweichen
  • Minigewächshäuschen/Kunststoff (Gartencenter, ca. 3,00 €)
  • Torftöpfchen (Joghurtbecher)
  • Keimsubstrat (z. B. Seramis) oder Anzuchterde
  • Aussaaterde
  • Blumenkübel ca. 28 cm
  • Bambus- oder Kunststoffstäbe zum Stützen
  • Tomatendünger oder Langzeit-Düngestäbchen

Paprika zu züchten, ist nicht schwieriger, als andere Gemüsesorten zu züchten. Wichtig ist, dass bereits bei der Anzucht dem großen Wärme- und Lichtbedarf der Pflanze Rechnung getragen wird. Ideal ist eine nach Süden ausgerichtete Fensterbank - notfalls können Sie aber auch mit künstlichen Lichtquellen, wie etwa Pflanzenlicht, arbeiten.

Vom Samenkorn zum Paprika

  1. Nachdem Sie sich Saatgut im Gartencenter besorgt haben, beginnen Sie etwas Anfang März mit der Aussaat. Dazu weichen Sie ganz zu Beginn den Samen ca. 2 Tage in zimmerwarmem Kamillentee ein. Dadurch vernichten Sie Pilze, die sich eventuell im Saatgut befinden und verkürzen die Quellphase der Samen.
  2. Nun befüllen Sie die Torftöpfchen (Joghurtbecher) fürs Minigewächshaus mit dem Keimsubstrat oder der Anzuchterde, stecken Sie die Samenkörner ca. 1 - 1,5 cm tief in das Substrat/Erde, bedecken Sie die Körner und drücken alles etwas an.
  3. Stellen Sie das Gewächshäuschen nun auf die Fensterbank, möglichst mit Südseite, ansonsten sollten Sie mit Pflanzenlicht arbeiten, um das Züchten Ihrer Paprika nicht zu gefährden - die Keimlinge brauchen sehr viel Licht und konstante Wärme zwischen 22 und 28°C und gleichbleibende Feuchtigkeit. Unter diesen Bedingungen sprießen nach ca. 1 Woche die ersten Keimlinge.
  4. Nach ca. 3 Wochen - die Keimblätter und ein zweites Blattpaar sind inzwischen entwickelt und die Pflänzchen haben eine Höhe von ca. 10 cm Höhe erreicht - ist es an der Zeit, die Keimlinge zu pikieren. Ziehen Sie die zarten Pflänzchen mit einer Holzpinzette behutsam aus dem Keimsubstrat, bzw. der Anzuchterde. Sie werden nun in den Blumentöpfen, die Sie mit Erde gefüllt haben, weitergezüchtet. Beim Umsetzen gehen Sie besonders sorgfältig vor, um die zarten Wurzeln nicht zu verletzen. Tipp: nehmen Sie die Pflänzchen komplett mit Wurzelballen (geht bei Torftöpfchen besonders gut), geben Sie sie in den Blumentopf, dessen Boden Sie bereits großzügig mit Erde ausgefüllt haben und füllen die Hohlräume mit Erde auf, die Sie rundum sachte andrücken. Im selben Arbeitsgang stecken Sie die Bambusstäbe ins Erdreich, damit Sie die Pflanze während des Wachstums stützen können.
  5. Paprika, egal ob in Form von Gemüse- oder Gewürzsorten, gedeiht ausgezeichnet im …

Züchten erfordert Geduld und Fingerspitzengefühl

  1. Um Ihre Paprika weiterhin erfolgreich zu züchten, achten Sie nach wie vor auf die Temperatur, die nie unter 22°C liegen sollte sowie auf ausreichend Licht. Paprikapflanzen benötigen - wie Tomaten - viel Wasser, das nicht zu kalt sein sollte und von nun an benötigen Ihre Pflanzen auch Dünger (Tomatendünger), den Sie dem Wasser nach Herstellerangaben zufügen, alternativ können Sie Langzeitdüngestäbchen ins Erdreich stecken.
  2. Gegen Ende Mai, etwa nach den Eisheiligen, können Sie die Töpfe ins Freie - möglich an einer Südseite - ins Freie stellen. Schneller und zuverlässiger züchten Sie Ihre eigene Paprikaernte jedoch im Glashaus, hier sind Wärme und Luftfeuchtigkeit konstant und die Pflanzen sind nicht dem Wetter ausgesetzt. Dadurch beginnt Ihr Paprika eher mit der Blüte.
  3. Die Zentralblüte - also die erste Blüte der Frucht sollten Sie abkneifen (nicht schneiden!), da diese zu viel Energie benötigt und weitere Blütenbildung - somit auch weitere Fruchtansätze - verhindert.
  4. Wenn Sie Ihre Paprika im Glashaus züchten, dürfen Sie sich ab Juli über die ersten Früchte freuen, Freiland-Paprika können Sie ab Mitte August ernten, um dann bis Ende Oktober das vitaminreiche, wohlschmeckende Gemüse zu genießen.
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